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Schilder-Irrsinn: 26 Zeichen an der Joseph-Herzfeld-Straße

Südstadt Schilder-Irrsinn: 26 Zeichen an der Joseph-Herzfeld-Straße

Ortsbeirat hält den Schilderwald für überflüssig / Er fordert für diesen Bereich eine Spielstraße / Eltern werden regelmäßig über Gefahren informiert

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Auf dem Weg aus dem Hort „Rappelkiste“: Dennis Engelmann (35) überquert vorsichtig mit Tochter Emma (7) die Straße.

Südstadt. Schilder-Wahnsinn in der Südstadt: Autofahrer und Anwohner beschweren sich über die für sie unzähligen Verkehrsschilder in der Joseph-Herzfeld-Straße. Horst Patzwahl (Linke) vom Ortsbeirat hat nachgezählt. Gleich 26 sind in dem knapp 300 Meter langen Weg aufgestellt. „Die Schilder in der Südstadt sind der reinste Wahnsinn. Anwohner haben es schon schwer, die haben sich aber mittlerweile daran gewöhnt. Ortsfremde würden hier gar nicht mehr durchblicken“, sagt Anwohnerin Erika Schmidt (73). Über diesen Zustand wurde jetzt im Ortsbeirat diskutiert.

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Ortsbeirat hält den Schilderwald für überflüssig / Er fordert für diesen Bereich eine Spielstraße / Eltern werden regelmäßig über Gefahren informiert

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Das größte Problem in der Joseph-Herzfeld-Straße: Der Kindergarten „Rappelkiste“ befindet sich dort, schräg gegenüber die Grundschule „Juri Gagarin“. Viele Eltern wissen laut Ortsbeirat nicht, wie sie sich als Autofahrer im Schilderwald zurechtfinden und sich verhalten sollen. Denn an einer Stelle befinden sich gleich fünf Schilder untereinander. Außerdem existiert kein Gehweg. „Kinder müssen extrem aufpassen, wenn sie die Straßenseite wechseln wollen. Für die Eltern und Anwohner ist dies die größte Sorge. Zum Glück ist noch nichts passiert“, so Henning Wüstemann (Grüne), stellvertretender Ortsbeiratsvorsitzender. Zu Höchstzeiten würden mindestens sechs Autos dort halten, „und dazwischen immer Kinder“.

Die Grundsituation mit den vielen Schildern bestehe in diesem Bereich schon länger. „Die Beschwerden haben sich aber in den vergangenen zwei bis drei Monaten vermehrt“, sagt Wüstemann. Auch der zuständige Kontaktbeamte Norbert Müller schildert, wie er diese Situation in der Joseph-Herzfeld-Straße empfindet. Er spricht von einem „Problem des Jahrzehnts“.

Die Verantwortlichen von Kita und Schule befürworten, dass die Situation in dieser Straße wieder zur Diskussion steht. „Wir sind immer aufgeschlossen, wenn es um die Sicherheit der Kinder geht“, sagt Kita-Leiterin Petra Otto. Sie zeigt sich jedoch zurückhaltend optimistisch. In ihren 20 Jahren als Leiterin habe sie schon viele Straßenbegehungen erlebt, ohne dass sich danach etwas geändert hätte.

Für Angelika Döhring, Leiterin der Grundschule, ist eines wichtig: „Dass in unserer Straße Schrittgeschwindigkeit eingehalten wird.“ Bedeutsame Stütze für sie ist das Engagement des Schulelternrates, der vor jedem Schuljahr die Eltern in einem Rundbrief über Gefahren in der Straße informiert. Auch die Polizei sei mehrfach dort, um für Sicherheit zu sorgen.

Gefordert wird jetzt vom Ortsbeirat, dass die Hansestadt etwas unternimmt, um die Situation in diesem Weg wieder zu verbessern. „Es sollen nur noch die wichtigsten Schilder hängen bleiben. Nur dies ist für mich eine dauerhafte Lösung“, erklärt Erika Schmidt. Henning Wüstemann geht sogar noch einen Schritt weiter: „Um das ganze Durcheinander aufzulösen, wäre es sinnvoll, alle Schilder abzubauen.

Die Joseph-Herzfeld-Straße sollte zur Spielstraße werden. Damit würden die Schilder verschwinden und die Sicherheit dadurch erhöht.“

Laut Stadtsprecher Ulrich Kunze gebe es regelmäßig Straßenbegehungen, auch in der Joseph-Herzfeld-Straße. „Das ist ein ständiger Prozess. Unsere Mitarbeiter beschäftigen sich mit den Schwerpunkten, aber auch mit Bereichen, in denen sich auf der Straße die Frequenz ändert“, sagt er. Danach werde entschieden, ob überflüssige Schilder abmontiert oder neue aufgestellt werden. „Wir sind deshalb für Hinweise von Autofahrern und Anwohnern dankbar“, so Kunze.

Schulelternrat informiert über Gefahren

Die Joseph-Herzfeld-Straße ist geprägt von einer engen Fahrbahn mit nur wenig Parkplätzen. Mittendrin befinden sich Kindergarten „Rappelkiste“ mit Hort und die Grundschule „Juri Gagarin“.

Der Schulelternrat fertigt vor jedem Schuljahr ein Rundschreiben an, das sich besonders an die Eltern richtet, die zum ersten Mal ihr Kind in diese Schule bringen. „Außerdem weise ich in Infoveranstaltungen auf die Gefahren hin“, sagt Schulleiterin Angelika Döring.

Die Polizei ist zudem regelmäßig dort, um für Sicherheit zu sorgen. Die Grundschüler werden zudem trainiert im Schulweg-Kurs.

Von Mathias Otto

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