Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Schnelles Netz für jeden zweiten Haushalt

GÜSTROW Schnelles Netz für jeden zweiten Haushalt

Ländliche Regionen sollen aufholen und bis spätestens 2019 eine Breitbandverbindung bekommen

Güstrow. Große Versprechen vom Land: In den kommenden Jahren soll das Breitband so ausgebaut werden, dass mindestens die Hälfte der ländlichen Hausanschlüsse eine gute Internetverbindung hat. Besonders diese Regionen sollen Förderungen für den Ausbau bekommen. Das heißt: Das schnellere Netz sollte demnächst auch die letzten Dörfer im Kreis erreichen. Dies hatte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) auf einer Infoveranstaltung in Güstrow in Aussicht gestellt.

OZ-Bild

Ländliche Regionen sollen aufholen und bis spätestens 2019 eine Breitbandverbindung bekommen

Zur Bildergalerie

Leere Versprechungen – so sieht es jedenfalls Horst Hagemeister (parteilos), Bürgermeister in Börgerende. In seiner Gemeinde „schreien Bürger und Unternehmen förmlich nach Breitband“. „Ich bin über die Handlungsweise des Landes enttäuscht. Der Breitbandausbau hätte schon längst geschehen müssen. Fahre ich in andere Bundesländer oder beispielsweise nach Moskau, gibt es an jeder Ecke freies W-Lan. Und hier? Hier ist nichts. Dieser Zustand ist nicht tragbar“, meint er. Vor allem große Unternehmen im Ort hätten mittlerweile Direktleitungen nach Bad Doberan legen lassen. „Dies ist einfach zu teuer und darf nicht unser Anspruch sein“, so Hagemeister.

Sein Kollege Roland Dethloff (parteilos), Bürgermeister in Neubukow, ist in dieser Sache zwiegespalten. „Es ist enorm wichtig, dass unser Stadtgebiet bereits einen guten Netzausbau hat. Aber auch in den anderen Teilen müssen wir breiter aufgestellt sein und benötigen schnellere Leitungen“, sagt er.

In dem zweiten Fördertopf vom Bund sei seine Gemeinde bereits drin. Sollte der Ausbau in Neubukow gefördert werden, wisse er aber nicht, wie seine Gemeinde dies finanzieren solle. Zehn Prozent der Gesamtkosten muss die Kommune aufbringen. Den Rest teilen sich Bund (bis 70 Prozent) und Land (Minimum 20 Prozent).

Die ersten Gemeinden im Kreis, die schnelleres Internet bekommen sollen, sind bereits im ersten Fördertopf. Die Bescheide dafür erhalten sie am 8. August, teilt Landkreissprecher Michael Fengler mit.

Vorrangig profitieren davon die Orte im direkten Rostocker Umland, also die Ämter Bützow, Tessin, Rostocker Heide und Carbäk. Rund 55,4 Millionen Euro Investitionskosten sind hier veranschlagt. „Es ist wichtig, dass die Breitbandversorgung kommt. Wir haben viele Nachfragen von Privatpersonen, die sich hier in den vergangenen Jahren ein Haus gebaut haben“, sagte die Rövershäger Bürgermeisterin Verena Schöne (Bürgerinteressen Rövershagen), als sie von der Förderung erfahren hat.

„Alle Gemeinden, die es nicht in die erste Runde geschafft haben, landen im zweiten Fördertopf“, so Fengler. Christian Pegel sagte aber auch, dass dieser Prozess mehrere Förderperioden durchlaufen kann, da der Bund um eine Milliarde Euro aufgestockt habe. Heißt also konkret, dass nicht alle der 67 Anträge aus MV für den zweiten Fördertopf berücksichtigt werden und somit im dritten oder vierten Topf landen würden. Pegel erklärte anhand von Zahlen und Grafiken, wie die Situation derzeit aussieht und wohin der Weg bis spätestens 2018/19 führen soll. Derzeit seien 89,5 Prozent der großen Städte mit einer 50 Mbit/s-Leitung ausgestattet. In kleineren Städten liegt die Zahl bei 52,1 Prozent und in ländlichen Gebieten bei 14,8. Pegel gab das Ziel vor: Auf dem Land sollen bis zum angestrebten Ziel knapp 53 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden.

Ein kompletter Glasfasernetzausbau im gesamten Bundesland bis in jeden Haushalt war erst kürzlich durch den TÜV Rheinland in einem Gutachten im Auftrag der Landesregierung mit Kosten von mehr als 2,3 Milliarden Euro beziffert worden, sagte Pegel. In dieser Größenordnung sei ein schnelles Verfahren unrealistisch. Fast ein Jahrzehnt würde der Ausbau von Glasfaserleitungen benötigen. Aus diesem Grund unterstütze die Landesregierung den Bund in dem Vorhaben, vorerst 50 Megabit pro Sekunde bis zum Jahr 2018 zu erreichen. Geplant ist ein Hybridausbau aus Kupfer, Glasfaser und Funktechnologien.

Mathias Otto

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar

Bald soll das Werk wieder profitabel sein / Land unterstützt Investor mit Kreditbürgschaft

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Wahlhelfer zählen – Parteien feiern

1400 Rostocker ehrenamtlich in Wahllokalen aktiv / Bei Partys gibt es Bier, Wein, Grillwurst, vegetarischen Brotaufstrich