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Seebrücke West noch nicht vom Tisch

KÜHLUNGSBORN Seebrücke West noch nicht vom Tisch

Unter Kommunalpolitikern wird über den idealen Standort und die Finanzierung diskutiert

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So wie die 2014 in Betrieb genommene Seebrücke in Heiligenhafen könnte das neue Bauwerk in Kühlungsborn West aussehen.

Quelle: Archiv Ln

Kühlungsborn. Im Ostseebad Kühlungsborn ist das Vorhaben, auch im Stadtteil West eine Seebrücke in die Ostsee zu bauen, noch nicht vom Tisch. Auch wenn ein etwas pompös anmutendes Projekt für geschätzte 38 Millionen Euro, das ein dubioser Investor bauen wollte (OZ berichtete), erst im vergangenen Sommer geplatzt war.

Wir sollten es selber in die Hand nehmen und zuerst die Standortfrage klären.“Uwe Ziesig (parteilos),

Bürgervorsteher

Nicht die Frage, ob ein solches Bauwerk überhaupt errichtet werden sollte, beschäftigt die Kommunalpolitik des Ostseebades, sondern viel mehr, wo genau sie hin soll und wie sie finanziert werden könnte. Öffentlich debattierte zuletzt der Kurbetriebs- und Wirtschaftsförderungsausschuss (KWA) über dieses Thema. Aber auch in den Fraktionen der Stadtvertretung wird es heiß

diskutiert. Bürgermeister Rainer Karl wies im KWA darauf hin, dass die betreffende Fläche inkommunalisiert werden müsse, bevor man detaillierter planen könne.

Denn Eigentümer des Strandes und der küstennahen Wasserfläche ist nicht die Kommune, sondern das Land Mecklenburg-Vorpommern. Aber Karl erklärte auch: „Ein Investor, der die Brücke baut, ist nicht da!“.

Woraufhin Bürgervorsteher Uwe Ziesig (parteilos) meinte: „Dann sollten wir es selber in die Hand nehmen und zuerst die Standortfrage klären“. Dann könne die Inkommunalisierung zügig vorangebracht werden. Ziesig erinnerte an das zurzeit niedrige Zinsniveau, wodurch kreditfinanzierte kommunale Investitionen geradezu begünstigt würden. Der Ausschussvorsitzende, Andreas Bartelmann (CDU), plädierte jedoch dafür, lieber nach einem finanzstarken Investor Ausschau zu halten, der das Projekt dann umsetzen soll.

Man könnte auch Planer wie den Hamburger Architekten Bernd Opfermann einladen, der unter anderem die neue Seebrücke in Heiligenhafen in Schleswig-Holstein entwarf. „Er könnte uns zumindest Ratschläge geben, welche Art Seebrücke am besten nach Kühlungsborn West passt“, schlug Bartelmann vor. Wolfgang Stange, Ausschussmitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) und vor Eintritt in den Ruhestand langjähriger Bauamtsleiter im Rathaus, meldete sich ebenfalls zu Wort.

„Seit 1991 wurden uns schon unzählige Ideen und Projekte einer Seebrücke in West präsentiert. Irgendwann haben die sich alle in Luft aufgelöst.“ Stange bemerkte außerdem, dass neben der Standortfrage auch geklärt werden müsste, welche Art von Bauwerk gewünscht sei. „Wir müssen wissen, ob wir etwas Normales wollen oder etwas Utopisches.“

Als möglichen Standort für die neue Brücke wurden in der Runde sowohl eine optische Verlängerung der Hermannstraße als auch ein Anschluss des Bauwerkes an den Balticplatz in Erwägung gezogen.

Untermauert werden müsste die Standortfrage dann ohnehin noch durch aktuelle Gutachten über die Machbarkeit unter Berücksichtigung der Strömungsverhältnisse und anderer Faktoren des Küstenschutzes, hieß es.

Auch die von Ziesig vorgeschlagene Variante der Eigenfinanzierung stieß nicht grundsätzlich auf Ablehnung. Allerdings sollten dann auch Möglichkeiten bestehen, durch Verpachtung Einnahmen aus der Seebrücke zu realisieren, um die Refinanzierung zu sichern.

Etwas nachdenklicher wurden die Ausschussmitglieder allerdings, als Bartelmann darauf verwies, dass sowohl der Standort als auch die Finanzierung eines Seebrücken-Projektes mit der Zukunft der Villa Baltic im Zusammenhang betrachtet werden müssten.

Schnell herrschte Einigkeit darüber, dass auch, was eine mögliche Kreditaufnahme betreffe, ein Erwerb der Villa durch die Kommune erst einmal Vorrang hätte. Erst wenn darüber Klarheit herrsche, könne man sich ernsthaft mit dem Projekt Seebrücke beschäftigen.

Rolf Barkhorn

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