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Seefahrt wie an Bord – nur ohne Wasser

Warnemünde Seefahrt wie an Bord – nur ohne Wasser

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) besuchte gestern das Maritime Simulationszentrum in Warnemünde

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Minister Sigmar Gabriel (r.) im Gespräch mit Frank Bernhardt, der den Schiffsmaschinenraum-Simulator leitet.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Hochbetrieb im Maritimen Simulationszentrum Warnemünde (MSCW). Alle vier Bereiche, der für die Schiffssicherheit, der für den Maschinenraum, die imposante Brücke mit der 360-Grad-Projektionsfläche und schließlich der für die Verkehrszentrale an Land, sind besetzt. Das Semester läuft. Die Studenten und Fachschüler der Nautik und Schiffsbetriebstechnik bereiten sich auf Prüfungen vor, und die bereits berufstätigen Gäste im Zentrum wollen ihre Weiterbildung abschließen. Bis auf ein kurzes Hallo üben sie alle weiter, als der Bundesminister für Wirtschaft, Sigmar Gabriel (SPD), den Raum betritt. Der besuchte gestern das MSCW.

Nautik und Technik

Das Maritime Simulationszentrum Warnemünde (MSCW) ist international gefragt. Es ermöglicht eine gemeinsame nautische und technische Simulation des Schiffsbetriebes unter Einbeziehung einer Verkehrsleitzentrale.

„Ich wollte es schon im vergangenen Jahr schaffen, doch jetzt hat es kurzfristig geklappt“, sagt der Minister, der eine Stunde lang bleibt. Professor Karsten Wehner, der den Bereich Seefahrt an der Hochschule Wismar leitet, verweist sofort auf das Alleinstellungsmerkmal des imposanten Simulationszentrums: „Wir können alle Simulationen miteinander koppeln.“

Der Minister will wissen, warum die Hochschule Wismar für die Ausbildung der künftigen Seeoffiziere in Warnemünde verantwortlich ist, was diese auszeichnet und wie die hochtechnische Anlage finanziert wird. Wehner berichtet über die Tradition der Warnemünder Seefahrtsausbildung und informiert, dass, im Gegensatz zu anderen Schulen, die künftigen nautischen Offiziere in Warnemünde auch eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung erhalten. Und das Zentrum kostet Geld. Um es zu betreiben, zu warten und vor allem immer wieder zu aktualisieren, sind Millionenbeträge notwendig. Eine Mischfinanzierung aus Landesmitteln, Rücklagen der Hochschule und Einnahmen aus der Weiterbildung sorgen für das Geld.

Dass übrigens gerade deutsche Reedereien mit dem Segen der Politik ihre deutschen Seeleute drastisch abbauen durften – nur der Kapitän und ein weiterer Offizier müssen noch Deutsche sein – macht Sigmar Gabriel nachdenklich.

Thomas Sternberg

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