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Sommer, Sonne und Kartoffeln: Rostock aus internationaler Sicht

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Sommer, Sonne und Kartoffeln: Rostock aus internationaler Sicht

Was erwarten ausländische Studenten, wenn sie zum Studium in die Hansestadt kommen – und was überrascht sie? Ein kleine Umfrage.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Sommer, Sonne, Strand und Meer – damit lockt die Hansestadt nicht nur knapp zwei Millionen Übernachtungsgäste pro Jahr in Hotels und auf Campingplätze, sondern auch mehr und mehr Studenten an die Uni. Studieren, wo andere Urlaub machen – das liegt im Trend. Doch für manchen angehenden Akademiker aus dem Ausland gerät das Studium in Rostock dennoch zum Kulturschock. Die Hansestadt aus Sicht ausländischer Studenten.

 

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Haritha Burra stammt aus Indien. Über die Vorlieben der Deutschen für Kartoffeln wundert sie sich bis heute.

Quelle: Fotos: Svea Rosenberger
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„„Das Beste an Rostock sind die Bars und Kneipen, in denen man mit Freunden essen, quatschen und was trinken kann.“Alden Groen (24) Student aus den USA

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Kartoffeln zu jeder Mahlzeit

„Rostock und seine Umgebung sind super, natürlich gerade wegen der Ostsee. Doch die Sonne könnte ruhig ein wenig öfter scheinen und der Wind ein bisschen weniger stark wehen“, meint Michaela Palkova (24/Medizin), die aus Tschechien nach Rostock zum Studieren gekommen ist. Da stimmt ihr Yunus Eyigül (22) aus der Türkei, der Politikwissenschaften studiert, zu. Natürlich scheint in seiner Heimat die Sonne um einiges öfter und stärker. Doch was er viel mehr vermisst als das mediterrane Klima, ist das Essen. In Deutschland gibt es für ihn – so scheint es jedenfalls – zu jeder Mahlzeit Kartoffeln und das in jeglichen Variationen. Von Kartoffelbrei bis Bratkartoffeln.

„Kartoffeln sind in Deutschland wie in Indien der Reis: Man hat sie einfach immer im Haus“, sagt auch Haritha Borra (23) aus Indien lachend. Primär sei sie nach Deutschland gekommen, weil das Niveau an deutschen Universitäten höher als an indischen sei – vor allem in ihrem Fach, den Ingenieurswissenschaften. Auch sie musste sich anfangs erst an die Nahrungsumstellung und auch das Klima gewöhnen. Das hat nun knapp ein Jahr später schon gut geklappt. Die Bahn verpasst sie trotzdem noch ständig. Die kommt nämlich in Rostock für indische Verhältnisse viel zu pünktlich. Generell gäbe es in der Hansestadt viel weniger Verkehr als in ihrem Heimatland. Das schaffe eine viel entspanntere Lebensatmosphäre. Man kommt schnell von einem Ort zum anderen, in der Nacht ist es nahezu ruhig auf den Straßen und auch am Tage verläuft der Verkehr reibungslos. Pausenloses Gehupe wie in den Millionenstädten des Subkontinents – Fehlanzeige in Rostock. Noch mehr Ruhe und Entspannung findet die Inderin, wenn sie in Warnemünde am Leuchtturm steht und sich ein Fischbrötchen gönnt – mal eine Mahlzeit ohne Kartoffeln.

Amerikaner lieben die Clubs

Doch Rostock hat noch mehr zu bieten als die Nähe zur Ostsee und die Grünanlagen, finden Alden Groen (24) und Brandt Coleman (24) aus den USA. „Das Beste an Rostock sind die Kröpeliner-Tor-Vorstadt und die ,Dobi’. Denn dort gibt es viele Bars, Cafés und Restaurants, in denen man mit Freunden essen, quatschen und abends auch mal was trinken gehen kann“, erzählen die beiden Amerikaner. Alden stammt aus Michigan – der Hochburg der USAutoindustrie – und studiert in Rostock eine der deutschen Paradedisziplinen: Maschinenbau.

Auch Brandt ist in der Hansestadt richtig: Er studiert Meeresbiologie.

Gastfreundschaft ganz groß

Doch was den Studiengästen aus der Ferne den Einstieg in das Leben in der Stadt am Meer einfach gemacht hat, waren die Menschen. „Auch wenn ich zu Beginn die Sprache kaum gesprochen habe, waren alle zu mir super freundlich und hilfsbereit“, sagt Yunus Eyigül. Haritha Borra hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch sie wurde mit offenen Armen empfangen und findet die Menschen hier sehr höflich und gesprächig.

Gerade diese Gastfreundlichkeit zeichnet Rostock aus, finden viele der internationalen Studenten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man in Rostock auf der Straße das eine oder andere bekannte Gesicht wiedertrifft, man kurz plaudert und sich so weniger allein fühlt – und aus diesem Grund sehr schnell das Gefühl hat, angekommen zu sein. „Rostock hat die perfekte Größe, es ist nicht so groß

wie zum Beispiel Berlin, wo man sich ziemlich schnell verlaufen kann, aber auch nicht so klein, dass man sich schon nach einer Woche langweilt. Und genau deswegen hat man viel schneller das Gefühl, zu Hause zu sein“, begründen Groen und Coleman ihre Wahl für die Hansestadt. In einem Punkt stimmen all die Gäste überein: Rostock ist ein wunderbarer Platz zum Leben und Studieren.

* Die Autorin studiert Politikwissenschaften an der Uni Rostock und nimmt an einem Praxisseminar bei der OZ teil.

Die meisten Gaststudenten kommen aus Asien

1029 Studenten aus dem Ausland waren im Wintersemester 2016/ 2017 an der Uni Rostock eingeschrieben. Die Studierenden stammen aus 90 verschiedenen Ländern. Ein Jahr zuvor waren übrigens „nur“ 811 Studierende aus dem Ausland in Rostock. In diesen Zahlen sind sowohl die Studenten enthalten, die hier einen Bachelor- oder Masterabschluss absolvieren oder promovieren als auch die Gaststudierenden, die nur für ein oder zwei Semester bleiben.

710 Gäste an der Uni kamen aus Asien. Sie stellen die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Studenten. Ganz vorn auf der Liste der Heimatländer liegen China und Indien. Aus Europa stammen 322 Studenten. Mit Abstand die wenigsten Studierenden kommen aus Afrika (69) und aus den Ländern Amerikas (42).

Svea Rosenberger*

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