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Stadt plant „grüne Welle“ bis ins Umland

Schutow Stadt plant „grüne Welle“ bis ins Umland

Der Verkehr in Rostock nimmt zu / Rathaus setzt auf „intelligente Verkehrssteuerung“ statt auf Millionen-Bauten

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Rostock, gestern gegen 10 Uhr: Auf der Internetseite der Stadt wird die aktuelle Verkehrslage dargestellt. Screenshot: Andreas Meyer

Schutow. Am Schutower Kreuz lässt sich der Trend am deutlichsten beobachten. Die Wartezeiten für Autofahrer werden dort – vor dem Knotenpunkt zwischen Stadt, Umland und Warnemünde – immer länger. Zumindest in der „Rush Hour“, der Hochzeit des Berufsverkehrs. Denn die Zahl der Autos nimmt weiter zu. Damit die Straßen dennoch nicht im Stau versinken, setzt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) auf neue Technik – auf intelligente Ampelsteuerungen und auf eine digitale Verkehrslenkung. Das große Ziel: Vom Umland in die Innenstadt und zurück soll es endlich die „grüne Welle“ geben. Und: Autofahrer sollen schon frühzeitig vor Behinderungen gewarnt werden. Wie das aussehen kann, machen die InternetRiesen Apple und Google vor.

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Der Verkehr in Rostock nimmt zu / Rathaus setzt auf „intelligente Verkehrssteuerung“ statt auf Millionen-Bauten

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4 Wochen Stau und Behinderungen drohen ab dem 19. September am Schutower Kreuz: Dann saniert das Land die Fahrbahn zwischen dem Kreuz und Ikea. Der Verkehr soll auf mindestens einer Spur an der Baustelle vorbeigeführt werden.

• Aktuelle Verkehrsdaten für Rostock unter: http://bit.ly/verkehr-hro

Seit Jahren bemüht sich die Stadt, mehr Menschen zum Umstieg auf Busse, Bahnen oder das Rad zu bewegen. Doch gegen zwei Entwicklungen auf den Straßen kommt sie einfach nicht an: Der wirtschaftliche Erfolg der Hansestadt wirkt sich auch auf den Verkehr aus. Zum einen steigt die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge, zum anderen pendeln mehr und mehr Berufstätige zur Arbeit nach Rostock. Laut Zahlen der Stadt kommen täglich mehr als 32000 Pendler in die Stadt – fast 5000 mehr als vor 15 Jahren.

„Wir erheben derzeit zusammen mit dem Landkreis Rostock neue Verkehrsdaten auf den Hauptstrecken in die Hansestadt“, sagt Matthäus. Das Rathaus will genau wissen, wann und wo Stau droht. Nur dann könnten auch Lösungen entwickelt werden. Eines sei schon klar: Das Hauptaugenmerk wird auf der L 22 liegen. Mehr als 40000 Fahrzeuge sind täglich auf der wichtigsten Ost-West-Trasse Rostocks unterwegs. Sie bleibt die meist befahrene Straße im Land – und die mit den meisten Staus: Holbeinplatz, Werftdreieck, Am Strande und Schutower Kreuz sind die Brennpunkte. „Überall dort, wo Ampeln stehen, wird es eng“, so der Senator.

Baulich sei das kaum zu ändern. Auch nicht am Schutower Kreuz. Dabei war zuletzt ein kompletter Umbau des Knotens diskutiert worden – zu einer Art „Autobahn-Kreuz“. Mit neuen Auf- und Abfahrten, gänzlich ohne Ampeln. „Wirtschaftlich nicht sinnvoll“, heißt es dazu aber aus dem Straßenbauamt des Landes in Stralsund. „Es gibt am Kreuz in den Spitzenstunden durchaus auch Staus“, sagt Amtsleiter Ronald Normann. Statt Millionen für Bauten in die Hand zu nehmen, setzt er aber auf Technik: „Die Ampelsteuerung müssen wir dringend überprüfen. Da gibt es definitiv Optimierungsbedarf.“

Das passt zu Matthäus‘ neuesten Plänen: „Wir arbeiten seit Jahren daran, die ,grüne Welle‘ in Rostock umzusetzen.“ Soll heißen: Wer sich an Tempo 50 hält, soll zwischen Sievershagen und Innenstadt (und umgekehrt) stets freie Fahrt haben. „Doch das scheitert bisher an den unterschiedlichen Zuständigkeiten“, erklärt der Senator. Für manche Ampeln sei das Land zuständig, für andere die Hansestadt. Und dann gibt es noch Anlagen, die gar nicht in das System integriert sind und die „grüne Welle“ durcheinanderbringen. Die Fußgängerampel in Höhe der Gartenanlagen etwa. „Wir wollen mit Landkreis und Land eine gemeinsame Steuerung des Verkehrs bis in das Umland aufbauen. Die Autofahrer interessiert nicht, wer wo zuständig ist“, sagt Matthäus.

Er setzt aber noch auf einen anderen Weg: Die Stadt will den Autofahrern helfen, volle Straßen und Staus zu umgehen. Bereits seit einigen Jahren wird mit 31 Messanlagen jedes Handy oder jedes Fahrzeug erfasst, das einen aktiven Bluetooth-Sender hat. Ein Rechner erstellt daraus ein Lagebild für Rostocks Straße. „Wir können so alternative, freie Routen empfehlen.“ Doch das System ist, so die Kritik vieler Nutzer, nicht ausgereift: Die Verkehrsdaten seien nicht präzise genug. Wie es richtig geht, zeigen zwei Weltkonzerne: Sowohl Apple als auch Google bieten in ihren Karten-Diensten aktuelle Verkehrsdaten für Rostock. Die Software merkt sich Arbeits- und Wohnort, liefert schon beim Einsteigen ins Auto die aktuelle Fahrzeit. Vorteil der „Großen“: Nahezu jeder Handy-Nutzer hat die Software von Google oder Apple. Die Handys melden automatisch Standort und Geschwindigkeit. Aus den Daten Hunderter Nutzer entsteht ein genaues Lagebild.

Andreas Meyer

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