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Volksverhetzer im Unterricht: Eklat an Gymnasium

Rostock Volksverhetzer im Unterricht: Eklat an Gymnasium

Schüler eines Rostocker Geschichtsprojektes luden den NPD-Abgeordneten David Petereit zum Gespräch ein. Linke und Grüne sind empört: „Die Schule hat sich verantwortungslos verhalten“. Jetzt untersucht das Kultusministerium den Vorfall.

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Rechtsextremisten der NPD bei einer Demo in Göttingen (Symbolbild): In Rostock sorgt der Besuch eines NPD-Mannes im Geschichtsunterricht am Innerstädtischen Gymnasium für Wirbel.

Quelle: Rainer Jensen/dpa

Rostock. Neuntklässler eines Rostocker Gymnasiums haben sich für ein Geschichtsprojekt umstrittene Gesprächspartner eingeladen – und damit für einen Eklat gesorgt: Die Schüler des Innerstädtischen Gymnasiums interviewten zum Thema Rechtsextremismus ausgerechnet den NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit und den Rostocker AfD-Landtagskandidaten Holger Arppe. Beide sind in der Vergangenheit wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Das Kultusministerium untersucht die Vorfälle, Vertreter der demokratischen Parteien sind entsetzt.

„Die Schule hat sich verantwortungslos verhalten“, sagt Simone Oldenburg, Bildungsexpertin der Linken und selbst Lehrerin. Es sei im Unterricht wichtig, politische Meinung ausgewogen zu vermitteln: „Die Kinder sollen sich so eine eigene Meinung bilden können. Das geht aber nicht, wenn ich nur zwei Hetzer einlade.“ Vor allem der Besuch der NPD sei inakzeptabel: „Das ist eine rechtsextremistische, demokratiefeindliche Partei. Von solchen Politikern kann ich keine politische Kontroverse erwarten.“

Die Neuntklässler nehmen an der so genannten „Geschichtswerkstatt“ der Schule teil. „Eine Gruppe befasst sich dabei mit Rechtsextremismus in Vergangenheit und Gegenwart“, sagt Lehrer Steffen Kliewe. Die Schüler hätten sich dabei die Frage gestellt, „ob die AfD beispielsweise allein von der Flüchtlingskrise profitiere oder was die Partei noch für Standpunkte vertritt.“ Um das aus erster Hand zu erfahren, hätten die Neuntklässer Holger Arppe eingeladen. „Er hat wenige klare Antworten gegeben, oft nur mit Gegenfragen geantwortet“, sagt der Lehrer. Zwei Wochen zuvor sei NPD-Mann Petereit zu Gast in der Arbeitsgemeinschaft gewesen: „Ganz gleich, was man von seinen Standpunkten hält: Er hat den Schülern klar seine Meinung gesagt.“ Petereit gilt als einer der führenden Aktivisten der Neonazi-Kameradschaften in Mecklenburg-Vorpommern.

Andreas Meyer

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