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Wahlplakate zerstört? Polizei ermittelt gegen grüne Kandidatin

Hansaviertel Wahlplakate zerstört? Polizei ermittelt gegen grüne Kandidatin

Isabelle Pejic, Landtagskandidatin der Grünen, soll an der Parkstraße Banner der CDU zerstört haben / Pejic dementiert: Sie habe lediglich ein Hindernis beseitigt

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Das Plakat einfach so ab- zunehmen, war ein Fehler. Es tut mir leid.“Isabelle Pejic (27), Grünen-Kandidatin

Hansaviertel. . Hat sie nur ein Hindernis aus dem Weg geräumt oder mutwillig Wahlplakate der „Konkurrenz“ beschädigt? Wenige Wochen vor der Landtagswahl ermittelt die Rostocker Polizei gegen die Grünen-Kandidatin Isabelle Pejic. Die 27-Jährige, die auch in der Initiative „Rostock nazifrei“ aktiv ist, soll in der Nacht auf den 12. August gleich mehrere Plakate der CDU an der Parkstraße abgenommen und beschädigt haben. So steht es jedenfalls in der Strafanzeige, die der OZ vorliegt. Pejic räumt ein, dass sie ein Plakat tatsächlich abgenommen habe – aber nur, weil es Teile des Radweges blockiert habe. Die Christdemokraten haben dennoch Strafantrag gestellt. Der Vorfall sorgt nun landesweit im Wahlkampf für Wirbel.

 

OZ-Bild

Wahlplakate an der Parkstraße in Rostock: Die Grüne soll Banner von CDU-Bewerber Michael Silkeit beschädigt haben.

Quelle: Philip Schülermann

Hintergrund: Pejic soll, so steht es jedenfalls in der Strafanzeige, am Tatabend gegen 2.10 Uhr mit einer Bekannten – einer 36-Jährigen, die unter anderem Mitglied im Landesjugendring ist – an der Parkstraße unterwegs gewesen sein. Eine Zivilstreife der Polizei beobachtete die beiden Frauen, wie sie zwei Wahlplakate der CDU von einem Laternenmast „abrissen und im nächstgelegenen Gebüsch entsorgten“.

Die Polizei bestätigt den Vorfall, will aber die Namen der Beschuldigten nicht nennen. Nach OZ-Informationen bringen die Ermittler Pejic und ihre Bekannte gleich mit einer Reihe von beschädigten Plakaten in Verbindung – unter anderem nahe einer S-Bahn-Unterführung.

Die CDU hat inzwischen Strafanzeige gegen die Grünen-Kandidatin und ihre Begleiterin gestellt. „Das Zerstören von Plakaten ist kein ’Dumme-Mädchen-Streich’, sondern eine Straftat. Dass ausgerechnet eine Landtagskandidatin der Grünen, die sich für Demokratie und Toleranz in Rostock einsetzt, die Täterin ist, befremdet mich sehr“, sagt der Landtagsabgeordnete Michael Silkeit, dessen Plakate „Opfer“ der Attacke waren.

„Vielleicht ist für manche Grüne aber auch das Wort Polizeibeamter auf meinem Plakat eine Provokation.“ CDU-Kreischef und Landtagskandidat Daniel Peters wirft der Kandidatin Pejic ein „fragwürdiges Demokratieverständnis“ vor und fordert ihren Rückzug aus dem Wahlkampf: „Wer Plakate anderer demokratischer Parteien zerstört, begibt sich auf das Niveau von Extremisten und hat im Landtag nichts zu suchen.“

Pejic bestätigte der OZ, dass sie Hand an ein Plakat der CDU angelegt habe. „Ich habe es abgenommen und an den Straßenrand gestellt. Den Vorwurf des Vandalismus weise ich von mir“, sagt die junge Politikerin. Auch habe sie nur ein einziges Wahlbanner angefasst. „Das blockierte einen Teil des Fahrradweges, war ein Hindernis. Ich habe es dabei aber nicht beschädigt.“

Sie distanziere sich auch deutlich von den zunehmenden Sachbeschädigungen an Wahlplakaten: „Mit ’Rostock nazifrei’ haben wir Anzeige gegen ein aus unserer Sicht volksverhetzendes Plakat der NPD erstattet. Aber sogar dieses Plakat haben wir nicht angerührt, sondern hängen lassen.“ Bei der CDU wolle sie sich nun entschuldigen: „Die Aktion war dumm von mir. Das Plakat einfach abzunehmen, war falsch. Ich hätte in der Geschäftsstelle der Christdemokraten anrufen sollen. Es tut mir leid.“ Sie habe sich bereits per Mail bei CDU-Chef Peters entschuldigt.

Die Grünen-Spitze in Schwerin wollte sich gestern nicht zu dem Wirbel in Rostock äußern. Hinter vorgehaltener Hand heißt es aber, auch die Parteispitze habe Pejic zu einer Entschuldigung geraten. In Rostock waren in den vergangenen Wochen Hunderte Wahlplakate beschmiert oder beschädigt worden. Die Polizei konnte mehrere Verdächtige fassen.

Andreas Meyer

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