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Warnemünde einigt sich im Lärm-Streit

Warnemünde Warnemünde einigt sich im Lärm-Streit

Werktags müssen die Lokale ihren Außenbereich ab 22.30 Uhr geschlossen haben

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Horst Försterling, Betriebsleiter des Gosch-Restaurants, führt Buch über die Schließzeiten des Außenbereichs. Er hält sich an die freiwillige Vereinbarung würde aber gern für Urlauber und Gäste länger öffnen.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Warnemünde. Es herrscht wieder Ruhe am Alten Strom in Warnemünde. Der Streit zwischen Anwohnern und Gastronomen scheint vorerst geschlichtet zu sein. In mehreren Gesprächsrunden, in der die Stadtverwaltung als Vermittler agierte, haben sich die verhärteten Fronten doch noch auf einen Kompromiss einigen können. Zwar gibt es keine allgemeine Sperrstunde, aber die Außengastronomie der Lokale wird seit dem Frühjahr drastisch eingeschränkt. „Ob damit ein gutes Miteinander erreicht werden kann, hängt nun ganz von den Beteiligten ab“, sagt der Ordnungssenator Chris Müller (SPD), der die Veranstaltung im März moderierte.

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Werktags müssen die Lokale ihren Außenbereich ab 22.30 Uhr geschlossen haben

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Begeistert sind die Betreiber der Lokale von der Lösung jedoch nicht. „Natürlich ist das schlecht fürs Geschäft“, sagt eine Mitarbeiterin der Warnemünder Lok am Bahnhof, die nicht genannt werden möchte. Auch Anwohner aus Warnemünde würden regelmäßig in der Lok etwas trinken. „Wir haben jetzt einfach weniger Gäste.“ Sonst hatten sie geöffnet bis der Letzte nach Hause gegangen ist – was schon Mal bis 3 Uhr morgens dauern konnte.

Damit ist jetzt Schluss: Laut der freiwilligen Vereinbarung sollen die Lokale ihren Außenbereich freitags und samstags bis maximal 23.30 Uhr und sonntags bis donnerstags bis spätestens 22.30 Uhr geschlossen haben. Außerdem sollen die Gastwirte auch ihre Gäste dazu auffordern, sich rücksichtsvoll und ruhig zu verhalten.

„Wir halten uns an alles. Wir führen Liste, machen Fotos und Videos, um das zu beweisen“, sagt der Betriebsleiter Holger Försterling des Gosch-Restaurants am Strom. Er sei ein bisschen wütend, denn während sich der Seehund und Gosch an den Kompromiss halten würden, sei auf der Mittelmole immer noch etwas los. Bei Gosch wurden dagegen eigens Schilder angebracht, damit die Gäste im Außenbereich wissen, warum früher geschlossen wird. „Bei dem schönen Wetter, ist es jeden Abend ein Krampf. Das ist ja auch schrecklich für Urlauber“, erzählt Försterling. Nicht jeder sei da verständnisvoll.

Denn viele können die Einschränkung nicht nachvollziehen. „Es ist schade, wenn bei so schönem Wetter, so früh Schluss ist“, sagt auch Petra Popp aus Mexiko. Ihre Freundin Martina Fleger aus Wolfsburg stimmt ihr da zu. Sie kann nicht verstehen, dass es diese Einschränkung in einem Ort gibt, in dem so viele vom Tourismus abhängig seien. „Man sollte diese Regelung wenigstens im Sommer aussetzen“, gibt Martina Fleger zu bedenken. Dieter Kuthe aus dem Ruhrgebiet kann hingegen die Anwohner auch verstehen. „Wir wohnen momentan in einem Hotel am Neuen Markt und da sitzen die Gäste auch bis tief in die Nacht draußen“, erzählt der 82-Jährige. Er kann sich schon vorstellen, dass das stören kann. Gerade wenn man am nächsten Tag zur Arbeit gehen müsse.

Für Detlef Thomaneck, der am Alten Strom wohnt, bringt die neue Vereinbarung eine große Erleichterung mit sich. Schon jetzt habe er eine Veränderung bemerkt. „Nachts ist das ganze Theater im Wesentlichen vorbei“, erzählt der Warnemünder. Sicherlich komme es im Einzelfall noch zu Überschreitungen, aber die Gastronomen seien seiner Ansicht nach bemüht, die auferlegten Fristen einzuhalten.

„Der regelmäßige Lärm gehört der Vergangenheit an – bis jetzt zumindest.“ Den Ärger der Gastronomen kann er nicht ganz nachvollziehen. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich an allgemeine Gesetzlichkeiten, wie die Nachtruhe halte. „Wir sind den Gastronomen ja schon entgegengekommen. Am Wochenende dürfen sie eineinhalb Stunden länger öffnen als normalerweise.“ Thomaneck hat nun die große Hoffnung, dass der Streit auch ohne Einschreiten der Juristen beigelegt wurde.

Ob die Vereinbarung wirklich so erfolgreich ist, soll sich am 27. Juni zeigen. Dann wird es ein weiteres Treffen von Anwohnern, Gaststättenbetreibern, vom Ortsbeirat und Vertretern der Stadtverwaltung geben, „um eine erste Zwischenbilanz dieser Vereinbarung zu ziehen“, so Ordnungssenator Müller.

Johanna Hegermann

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