Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Sprühregen

Navigation:
„Weiter so“: Rostock setzt auf Kontinuität

Stadtmitte „Weiter so“: Rostock setzt auf Kontinuität

Abschneiden der SPD überrascht Experten wenig: Rostock gehe es gut / Schmarl ist Hochburg von AfD und NPD

Voriger Artikel
„Weiter so“: Hansestadt setzt im Landtag auf Kontinuität
Nächster Artikel
OZ-Umfrage: Mit wem wird die SPD regieren?

Der Wahlkampf ist beendet: Niels Burmeister nahm gestern für FDP, Linke und CDU die ersten Plakate ab.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Die Hansestadt ist für die Sozialdemokraten eine feste Bank: Nur in einem einzigen Stadtteil – in der KTV – hat die SPD bei der Landtagswahl am Sonntag weniger als 30 Prozent geholt. In allen vier Wahlkreisen konnten die „Roten“ ihre Mandate verteidigen. Ein Ergebnis, mit dem die Genossen selbst kaum gerechnet hatten: „Vor einem halben Jahren hätten wir selbst uns das nicht zugetraut“, sagt Steffen Wandschneider, Fraktionschef der SPD in der Rostocker Bürgerschaft. Für Politikwissenschaftler hingegen ist das gute Abschneiden der Sozialdemokraten in der Hansestadt wenig überraschend: „Rostock geht es im Vergleich zu anderen Regionen des Landes gut. Es gab für viele Wähler keinen Grund, etwas an der Landesregierung zu ändern“, sagt Jan Müller, Politikwissenschaftler an der Uni Rostock und Mitglied der Arbeitsgruppe „Wahlen in MV“.

OZ-Bild

Abschneiden der SPD überrascht Experten wenig: Rostock gehe es gut / Schmarl ist Hochburg von AfD und NPD

Zur Bildergalerie

Starke Stimmen für die Stadt!

ROSTOCK GESAMT      
       
e Zweitstimme in %   2016 2011
SPD   32,6 33,8
CDU   15,4 16,3
AfD   16,8  
Linke   16,6 21,6
Grüne   8,0 14,3
FDP   3,1 2,5
NPD   1,6 4,1
Sonst.   5,9 7,4
e Wahlbeteiligung   63,2 52,2
Alle Wahllokale ausgezählt      

Windräder vor der Küste sind in Rostock nicht mehr geplant, auch Klinik-, Schul- oder Gerichtsschließungen drohen nicht. „Und auch Bus- und Bahnverbindungen sind in der Hansestadt in Ordnung“, sagt Müller. Anderenorts – vor allem im Osten des Landes – seien genau das aber die großen Wahlkampf-Themen gewesen. „Und die Probleme, mit denen die AfD punkten konnte.“ In Rostock hingegen sei die Kampagne von Ministerpräsident Erwin Sellering in den meisten Stadtteilen voll aufgegangen: „Viele Rostocker haben sich für ein ,Weiter so’ entschieden.“ Ihren besten Zweitstimmen- Wert haben die Sozialdemokraten in der Südstadt eingefahren: 38,2 Prozent der Wähler stimmten dort für die SPD. „Das ist kein Ausreißer. Dort ist die Partei traditionell stark“, sagt Müller.

Für Müllers These spricht auch das Abschneiden der AfD in den einzelnen Wahlkreisen: In der KTV zum Beispiel holte der Neuling im Landtag nur 8,7 Prozent. „Im gesamten Wahlkreis ,Rostock III’ hat die AfD eines ihrer schlechtesten Ergebnisse landesweit eingefahren“, sagt Müller. Direktkandidat Holger Arppe hätte es im studentisch und „eher links“ geprägten Stadtteil schwer gehabt gegen Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD), den Noch- Abgeordneten Johannes Saalfeld (Grüne) und Linken-Chefin Eva- Maria Kröger. „Wir beobachten in der Hansestadt im Kleinen genau das, was für das Land im Großen gilt: Überall dort, wo viele Menschen ökonomisch benachteiligt sind – wo viele Menschen von Hartz IV leben und die Arbeitslosigkeit hoch ist –, punktet die AfD besonders stark. Stärker jedenfalls als in jungen Stadtteilen wie der KTV oder der Stadtmitte.“ Hochburg der Alternative für Deutschland ist in der Hansestadt Schmarl. Dort kommt die Partei auf 22,7 Prozent der Zweitstimmen.

Auch die NPD holt mit 4,4 Prozent ihr bestes Rostocker Resultat in dem Stadtteil.

Bei der CDU ist es genau anders herum: 10,7 Prozent der Schmarler wählten die Christdemokraten. Nirgendwo in Rostock waren es weniger. Besser für die CDU sieht es in Biestow und der Gartenstadt aus:

Dort kam die Partei auf 22,9 Prozent. „Wir werden in Zukunft stärker eigene Akzente für Rostocks Zukunft setzen müssen – und wir müssen mit den Menschen stärker ins Gespräch kommen. Die CDU hat auch in Rostock eine Chance, wenn wir uns als starker und engagierter Partner für die Bürger zeigen“, sagt Kreischef Daniel Peters.

Hochburg der Linken ist Lütten Klein – mit 19,5 Prozent. Den schlechtesten Wert erzielte die Partei in Warnemünde. „In Rostock haben wir zwar auch verloren, aber unsere Ergebnisse sind besser als im Landesschnitt“, sagt Linken-Frontfrau Eva-Maria Kröger. „Wir leisten in der Hansestadt gute Arbeit auf kommunaler Ebene, die wollen wir fortsetzen.“ Gegen den Trend hätten sie keine Chance gehabt.

Ein weiteres positives Signal aus der Hansestadt: Die Wahlbeteiligung lag mit 63,2 Prozent mehr als zehn Prozent höher als bei den Landtagswahlen vor fünf Jahren. „Das zeigt, dass das Interesse an Politik ungebrochen ist. Dies ist erfreulich und zugleich Auftrag an die Mitglieder des Landtags, die Wähler einzubeziehen. Und ich kann nur ermuntern, Politik auch aktiv mitzugestalten. Gerade auf kommunaler Ebene“, so Oberbürgermeister Roland Methling (UFR).

Elf Abgeordnete haben zuletzt die Interessen der Hansestadt im Schweriner Schloss vertreten – künftig sind es nur acht. Und auf die wird es in den nächsten fünf Jahren mehr denn je ankommen: Rostock geht es gut, Stadt und Wirtschaft gedeihen. Das „Herz des Landes“ ist gesund. Das muss so bleiben – und das geht nur mit Schwerin zusammen: Der Neubau des Theaters steht auf der Agenda, der Ausbau des Hafens und der Bau neuer Wohnungen. Gemeinschaftsaufgaben für Stadt und Land. Genau deshalb braucht Rostock in der Landeshauptstadt starke Stimmen – Abgeordnete, die für „ihre“

Stadt kämpfen. Das gilt vor allem für die „Neulinge“ – für die beiden Abgeordneten der AfD aus der Hansestadt: Gut jeder sechste Wähler in Rostock hat ihnen nicht nur die Zukunft des Landes, sondern auch der Stadt anvertraut. Sie mögen das Vertrauen rechtfertigen – durch konstruktive Politik für die Hansestadt.

Weißig ist drin

8Abgeordnete vertreten die Hansestadt im Schweriner Landtag – in der vorherigen Wahlperiode waren es noch elf. Neben den direkt gewählten SPD- Parlamentariern Ralf Mucha, Rainer

Albrecht, Mathias Brodkorb und

Jochen Schulte, ziehen auch Eva-Maria Kröger und Karsten Kolbe (beide Linke) sowie Holger Arppe und Christel

Weißig (beide AfD) in den Landtag ein.

Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Berlin

Das geplante TTIP-Freihandelsabkommen der EU mit den USA entwickelt sich zum Dauerstreitthema der großen Koalition. „Schlingerkurs“ und „mangelnde Weitsicht“ lauten Vorwürfe an Gabriel und die SPD. Die will dergleichen nicht auf sich sitzen lassen.

mehr
Mehr aus Politik

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Die Tafel: „Ohne Transporter geht hier nichts!“

Die OZ hat einen Tag lang die Fahrer der Rostocker Tafel begleitet