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Wohnmobil-Stellplatz: Die alte Deponie bleibt heftig umstritten

Warnemünde Wohnmobil-Stellplatz: Die alte Deponie bleibt heftig umstritten

Anwohner und Investoren stellen das Engagement für den geplanten Wohnmobilstellplatz im Warnemünder Weidenweg in Frage / Erneut Rohrmannsche Koppel favorisiert

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Warnemünde. Die neuerliche Zustimmung des Ortsbeirates für einen Wohnmobilstellplatz auf der ehemaligen Mülldeponie im Warnemünder Weidenweg sorgt im Nachgang für intensive Diskussionen. Erneut machen sich Warnemünder für einen Stellplatz auf der Rohrmannschen Koppel am westlichen Ortseingang stark – mit überdenkenswerten Argumenten.

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Anwohner und Investoren stellen das Engagement für den geplanten Wohnmobilstellplatz im Warnemünder Weidenweg in Frage / Erneut Rohrmannsche Koppel favorisiert

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Erst am Dienstagabend hatte sich der Warnemünder Ortsbeirat positiv zu einer Bürgerschaftsvorlage positioniert: Danach soll der Bebauungsplan für den Wohnmobilstellplatz im Weidenweg aus dem Jahr 2012 – Anfang 2014 vom Oberverwaltungsgericht Greifswald außer Kraft gesetzt – nun in einer Neufassung Gültigkeit erlangen. Alle Mängel des alten Plans seien durch die Neufassung geheilt worden, sagt Warnemündes Ortsbeiratschef Alexander Prechtel. Außerdem habe nur ein „Bekanntmachungsmangel“ zur Aussetzung des alten Planes geführt, in der Sache habe sich nichts geändert.

Das ruft nun noch einmal die Gegner des Deponie-Stellplatzes auf den Plan – nicht nur die Anlieger des Weidenweges, die viel Verkehr mit großvolumigen und schweren Wohnmobilen auf der eng bemessenen Fahrbahn vor ihren Häusern befürchten. Auch Parkplatzbetreiber Carsten Ziegler sieht den Deponie-Stellplatz mit Skepsis. Zum einen hält er die Erschließung für zu teuer, müssten doch Ver- und Entsorgungsleitungen den gesamten Weidenweg entlang neu gebaut und die Fahrbahn komplett befestigt werden. „Für einen privaten Investor nicht zu verkraften“, sagt Ziegler. Zum anderen findet er, dass der Standort als solcher einem Seebad nicht gerecht werde. „Mitten auf dem Gelände ragen zwei große Rohre zur Abführung des Deponiegases aus der Erde“, gibt Ziegler zu bedenken. „Selbst wenn alle möglichen Gutachten die Unbedenklichkeit bescheinigen sollten: Wenn nur ein Wohnmobilfahrer über Kopfschmerzen klagt, haben wir eine Diskussion, die das Image Warnemündes nachhaltig schädigen könnte.“ Von den Kosten etwaiger Klagen einmal ganz abgesehen, wie Ziegler sagt.

Auf einschlägigen Internetforen der Wohnmobilisten werden die Rostocker Pläne ähnlich diskutiert. Sarkastische Kommentare „loben“ die Idee: „Wenigstens die Gasversorgung ist dort schon gesichert.“

Ziegler macht sich für die Rohrmannsche Koppel stark: „Der Platz am westlichen Ortsrand sichert, dass schwere Wohnmobile gar nicht erst in die Ortsmitte fahren, was sie beim Standort Weidenweg aber müssten.“ Der Platz liege attraktiv, verkehrsgünstig und strandnah, auch zum Hundestrand, es gebe Bus-Anbindung und den Radweg in den Ortskern, die Erschließungskosten seien vermutlich geringer als auf der fragilen Deponie-Überdeckung. Und: Anwohner wären nicht betroffen.

Eine Argumentation aus Eigeninteresse schließt Ziegler aus. „Doch, wir würden gerne in einen Womo- Stellplatz auf der Koppel investieren“, räumt er ein. Vermutlich würde das aber die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro übernehmen. Es sei eine kommunale Fläche, schon jetzt von der Wiro-Parkplatz-Tochter PGR betrieben.

Wiro-Sprecher Carsten Klehn zufolge sei es derzeit offen, ob die Wiro ihre Vorplanungen für den Deponie-Standort weiter verfolgen werde. Klehn: „Wir favorisieren diesen Standort nicht.“ Anders auf der Rohrmannsche Koppel. Zwar sei es zu früh für Entscheidungen, „aber grundsätzlich ist ein Engagement der Wiro denkbar“, sagte Klehn.

Klaus Walter

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