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Zoff um neues Löschfahrzeug

NIENHAGEN Zoff um neues Löschfahrzeug

Gemeinde hatte auf Landesmittel in Höhe von 80 000 Euro gehofft / Amt Doberan-Land wehrt sich gegen Kritik

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Ist seit Dezember in Nienhagen im Einsatz: das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20.

Quelle: Sabine Hügelland

Nienhagen. Das neue Löschfahrzeug kommt Nienhagen teuer zu stehen. Satte 287 500 Euro muss das Ostseebad für den modernen Einsatzwagen berappen – unterstützt vom Landkreis Rostock mit immerhin 50000 Euro. Doch eigentlich hatte Nienhagen mit weiteren 80000 Euro vom Wirtschaftsministerium in Schwerin gerechnet. „Wir hatten gehofft, Fördermittel zu bekommen“, ist Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) enttäuscht. „Immerhin haben wir eine Stützpunkt-Feuerwehr mit Katastrophenschutz, unsere Mitglieder sind bei Wettbewerben regelmäßig vorn dabei – das sollte doch entsprechend honoriert werden.“

Zumal das Land Rücklagen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro angehäuft habe, so Kahl: „Dass wir da nicht berücksichtigt werden, ist in meinen Augen ein Unding.“ Dazu habe die Gemeinde einen entscheidenden Fehler gemacht, gibt Kahl zu: „Wir hätten das Fahrzeug erst nach einer Fördermittel-Zusage bestellen sollen.“ Eigentlich hatte die Gemeindevertretung genau diese Sicherheit in einem früheren Beschluss eingebaut. „Was wir aber nicht wussten“, so Kahl: „Indem wir die Schweriner Firma „Kubus“ im August 2014 mit der Ausschreibung und Begleitung des Verfahrens beauftragt haben, wurde automatisch ein Kaufauftrag ausgelöst.“ Ärgerlich: „Aufgrund unseres Stützpunkt-Status’ hatten wir ein kostenfreies Fahrzeug vom Kreis – auch, wenn das schon mehr als 20 Jahre alt war“, erklärt der Bürgermeister und sieht auch das Amt Doberan-Land in der Pflicht.

„Es gab eigentlich keinen Druck, jetzt in Schwerin Fördermittel für ein neues Löschfahrzeug zu beantragen – das ist über unsere Köpfe gelaufen.“ Das Amt habe „ordnungsgemäß und fristgerecht zwei Anträge auf Fördermittel gestellt“, betont Leiter Michael Theis. „Einer ging an den Kreis, der andere ans Land.“ Während der Landkreis 50000 Euro zur Verfügung stellte, habe sich das Wirtschaftsministerium nicht in der Lage gesehen, 80000 Euro aufzubringen. Aus Theis’ Sicht kein ungewöhnlicher Vorgang: „Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Fördermittel.“

Und den Vorwurf, dass das Amt nicht auf Nachfragen der Nienhäger reagiert habe, will Michael Theis so nicht stehen lassen: „Uns wird unterstellt, dass wir nicht miteinander reden – das ist nicht richtig.“ Denn eigentlich wollte er sich zu dieser Thematik auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung äußern: „Dass diese Sitzung kurzfristig um eine Woche vorverlegt wurde, ist nicht meine Schuld – da war ich leider im Urlaub.“ Dennoch habe er die Zusammenhänge schriftlich in einem Brief erläutert und diesen allen Gemeindevertretern zukommen lassen, macht Theis deutlich: „Große Reaktionen sind daraufhin aber nicht gekommen.“ Sollte es noch Klärungsbedarf geben, sei seine Tür für Gespräche immer offen.

Letztlich seien die „Messen jetzt gesungen“, sagt Uwe Kahl. „Die Gemeinde musste in den sauren Apfel beißen und die 80 000 Euro mitbezahlen – es blieb uns ja gar nichts anderes übrig.“ Immerhin: Seit Ende 2015 ist das neue Löschfahrzeug da – mit neuester Technik. „Wir sind schon stolz darauf, nun so ein modernes Fahrzeug zu besitzen“, so Kahl. „Damit können wir unseren Kameraden auch für ihre ehrenamtlichen Leistungen danken und etwas zurückgeben.“

Lennart Plottke

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