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Zu viel Lärm um altes Bauernhaus in Bargeshagen

Bargeshagen Zu viel Lärm um altes Bauernhaus in Bargeshagen

Der Umbau des alten Gebäudes zur Flüchtlingsunterkunft stockt / Gutachten zum Geräuschpegel an der benachbarten Kulturscheune fehlt

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Noch hat sich am alten Bauernhaus nicht viel getan – zunächst soll ein Gutachten den Lärmpegel an der Kulturscheune untersuchen.

Quelle: Foto: Lennart Plottke

Bargeshagen. Mehr als anderthalb Jahre sind sie jetzt alt – die Pläne, das alte Bauernhaus an der B 105 in Bargeshagen umzubauen, um hier zunächst unbegleitete Flüchtlinge unterzubringen. Doch wirklich viel getan hat sich bislang noch nicht. Die Gemeinde will aber weiter an diesem Vorhaben festhalten. „Wir wollen im umgebauten Bauernhaus nach wie vor junge Flüchtlinge unterbringen“, macht Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP) deutlich. „Denn der Bedarf ist ja weiterhin da, das Problem existiert und darf nicht ausgeblendet werden.“

 

OZ-Bild

Die Gemeinde geht gerichtlich gegen die Auflagen vor.Eduardo Catalán Bürgermeister, Bargeshagen

Problem Lärmschutz

Aktuell sind neun junge Asylbewerber provisorisch im Internat der Förderschule am Doberaner Kellerswald untergebracht. „Das soll aber keine Dauerlösung sein“, stellt Catalán klar. „Wir müssen hier dringend vorankommen.“

Das Problem: „Das Bauamt hat Unterlagen zum Lärmschutz nachgefordert“, erklärt Landkreis-Sprecher Michael Fengler. „Denn das Bauernhaus kann wegen der benachbarten Kulturscheune nur eingeschränkt zum Wohnen genutzt werden.“ Dies gehe aus einem Gutachten zur Lärmimmission der Kulturscheune hervor, das mit dem Bauantrag vorgelegt wurde, so Fengler.

Demnach sei eine Unterkunft für minderjährige Asylsuchende aus immissionsschutzrechtlicher Sicht in dem Haus nicht möglich. „Es sei denn, die Nutzung der Kulturscheune wird eingeschränkt“, sagt Fengler. „Eine solche Einschränkung kann aber nur erfolgen, wenn ein Nachtrag zur ursprünglichen Baugenehmigung eingereicht wird.“ Wesentlicher Bestandteil: ein Lärmgutachten – und zwar mit gemeinsamem Blick auf die Kulturscheune und das Bauernhaus. „Die letzten Messungen sind schon eine Weile her und waren bislang ja eher theoretisch“, sagt Catalán. Die Kulturscheune sei nun ein paar Jahre in Betrieb – „da können wir endlich auf belastbare Zahlen zurückgreifen“.

Beschwerden von Anwohnern

Für das Lärmgutachten sollen jetzt drei Angebote eingeholt und im Anschluss der entsprechende Auftrag erteilt werden, verspricht Catalán. Was Bargeshagens Bürgermeister in diesem Zusammenhang sauer aufstößt: „Wir haben vor einigen Wochen vom Umweltamt eine Ordnungsverfügung für die Kulturscheune bekommen – wegen Beschwerden von Anwohnern über zu viel Lärm.“ Unter anderem müssten demnach die Fenster geschlossen bleiben. „Dumm nur, dass wir seit zwei Jahren überhaupt keine Griffe mehr an den Fenstern haben“, ärgert sich Catalán. „Da war offenbar nie jemand vor Ort, um sich selbst ein Bild von den tatsächlichen Gegebenheiten zu machen.“

Deshalb habe die Gemeinde gegen diese Ordnungsverfügung Widerspruch eingelegt: Catalán: „Gleichzeitig hat uns der Landrat versprochen, hier zu vermitteln – passiert ist aber leider nichts.“ Im Gegenteil: „Zwei Wochen später trudelte bei uns eine 28-seitige Antwort auf den Widerspruch ein – gespickt mit lauter falschen Behauptungen.“

Gemeinde geht vor Gericht

So gebe es etwa für bestimmte Personen ein Hausverbot, „damit sie keine Beweise sammeln können“, sagt Catalán und schüttelt den Kopf. „Das sind alles unhaltbaren Unterstellungen.“

Das Maß sei jetzt voll, macht Bargeshagens Bürgermeister deutlich: „Die Gemeinde geht jetzt gerichtlich gegen die Verfügung und die weltfremden Auflagen vor – um hier endlich Rechtssicherheit zu bekommen.“

Der Landkreis Rostock sehe der richterlichen Prüfung entgegen, sagt Sprecher Michael Fengler und betont: „Die Prüfung der Ordnungsverfügung hat keine Auswirkungen auf das Genehmigungsverfahren für die Umnutzung des benachbarten Bauernhauses.“

Dieses Verfahren sei bis Mai ruhend gestellt und solle nach Vorlage des notwendigen immissionsschutzrechtlichen Gutachtens fortgesetzt werden, so Fengler.

Lennart Plottke

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