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Politiker stemmen sich gegen Windkraft

KRITZMOW Politiker stemmen sich gegen Windkraft

Kritzmower lehnen den Bau von Windkraftanlage in Groß Schwaß ab / Bürger sollen Augen offenhalten

Kritzmow. Der Bau von Windkraftanlagen ist das Thema, das derzeit die Diskussionen in Kritzmow und in der Gemeindevertretung bestimmt. In der jüngsten Sitzung am Dienstag im Gebäude des Amtes Warnow-West fassten die Kommunalpolitiker nun den Beschluss, dem geplanten Bau von zwei Windkraftanlagen zu Forschungszwecken im Ortsteil Groß Schwaß abzulehnen.

 

OZ-Bild

Die Gründe, die wir gegen den Bau der Anlagen anführen, müssen nun erst einmal entkräftet werden.“Leif Kaiser, Bürgermeister in Kritzmow

Nun geht eine Stellungnahme mit genau dieser Aussage an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt. Damit sind die Kritzmower Gemeindevertreter ihrem Beschluss aus dem Jahre 2015 gefolgt, keinen Windkraftanlagen auf ihrem Gebiet zuzustimmen. Zuvor hatte die Gemeinde die Angelegenheit von einem Rechtsantwalt und einem Stadtplaner noch einmal prüfen lassen. „Beide empfehlen uns, unsere Zustimmung nicht zu geben“, sagt Bürgermeister Leif Kaiser in der Sitzung. Gleichwohl wies er darauf hin, dass gegebenenfalls das Einvernehmen der Gemeinde vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt ersetzt werden könne. Aber: „Ich glaube, wir haben ganz gute Gründe, unser Einvernehmen zu versagen, und diese Gründe müssen erst entkräftet werden.“

In Kritzmow will die Firma M&M erneuerbare Energien zwei Windmühlen mit einer Höhe von 180 Meter bauen. Sie sind nach Angaben des Unternehmens in ein Forschungsprojekt eingebunden, an dem die Universität Rostock und die Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft beteiligt sind. Daran, dass es sich um ein Forschungsprojekt handelt, zweifeln viele Kritzmower. „Ob Uni, Investoren und Netzgesellschaft alle in einem Boot sitzen“, wagte dann auch in der Sitzung Leif Kaiser noch einmal in Zweifel zu ziehen, „weil sich auch die Universität öffentlich sehr zurückhält“.

Als Argumente gegen den Bau der Anlage führt die Gemeinde vor allem an, dass die Mühlen nicht direkt mit einem Wärmeerzeuger verbunden sind und dass die Abstände zur Wohnbebauung nicht eingehalten werden.

Der Bürgermeister machte deutlich, dass die Kritzmower ein Auge drauf haben sollten, „wenn Schwerlastwagen in dem Gebiet unterwegs sind“, nach seinen Informationen habe M&M einen Antrag auf einen vorzeitigen Baubeginn gestellt. „Wir müssen darauf achten, dass keine Tatsachen geschaffen werden“, sagte Kaiser, der dabei wohl auch auf die Aktivitäten der Bürgerinitiative gegen die Windkrafträder setzt. Sie habe seit ihrer Gründung vor kurzem bereits viele Informationen zusammengetragen und Einwendungen gesammelt. Kritzmows Bürgermeister hofft nun, dass es gelingt, den Druck in der Öffentlichkeit gegen das geplante Projekt weiter wachsen zu lassen.

Freies Mandat gewährt

Geradezu vorbildlich haben sich die Gäste während der Kritzmower Gemeindevertretersitzung im Amtsgebäude verhalten. Während der Einwohnerfragestunde gab es zum Hauptthema „Bau von Windenergieanlagen“ keine Fragen im Rahmen der Einwohnerfragestunde dazu, auch Zwischenrufe und eigene Diskussionsbeiträge waren nicht zu hören. Dass dies alles unzulässig ist, darüber waren die Kritzmower bereits von der Amtsverwaltung informiert worden. „Die Beratung und Entscheidung ist nur noch den Gemeindevertretern vorbehalten“, dies sei der repräsentativen Demokratie und dem freien Mandat geschuldet. Damit hat die Amtsverwaltung eine gute Vorarbeit geleistet. In vielen Gemeinden wird dieser Grundsatz nicht von den Zuhörern respektiert.

Michael Schißler

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