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Power Oil: Ölmühle im Seehafen stinkt noch immer

Überseehafen/Lichtenhagen Power Oil: Ölmühle im Seehafen stinkt noch immer

Rostocker beschweren sich erneut über Gestank / Anlage wird weiter optimiert / Firma könne den Geruch jedoch nur reduzieren und nicht verhindern

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Die Ölmühle im Rostocker Überseehafen wird erneut für Geruchsbelästigungen im Nordwesten verantwortlich gemacht.

Quelle: Ove Arscholl

Überseehafen/Lichtenhagen. Der Rostocker Nordwesten hat die Nase voll – und zwar buchstäblich. Üble Gerüche ziehen vor allem bei Ostwind vom Überseehafen nach Groß Klein, Lütten Klein und Lichtenhagen. Als Verursacher gilt erneut die Firma Power Oil mit ihrer Rapsölmühle.

 

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Groß Klein ist nicht geruchsfrei. Aber es gibt keine großen Beeinträchti- gungen.“Uwe Michaelis, Ortsbeirat Groß Klein

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Investitionen im sechsstelligen Bereich

1 Million Tonnen Rapssaat werden in der Mühle im Überseehafen pro Jahr zu Speiseöl verarbeitet. Die Mühle laufe im Dauerbetrieb, heißt es.

In Umbau und Messungen habe Power Oil 2015 mehr als 50 000 Euro investiert. Inklusive 2016 spricht man von Kosten im sechsstelligen Bereich.

Nun wurde in dem sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe „Rostock stinkt’s gewaltig“ ins Leben gerufen. Innerhalb weniger Tage hat die Gruppe bereits 40 Mitglieder gewonnen – Tendenz steigend. „Am Donnerstag hab ich es hier so stark gerochen wie noch nie“, sagt der Gründer Steffen Mangold, der den Geruch mit alten Autoreifen und Schweröl vergleicht. Im Sommer habe es keine Probleme gegeben, aber nun habe durch ein angekipptes Fenster der gesamte Hausflur in seiner Wohnung in Lichtenhagen zur Grenze Lichtenhagen Dorf gestunken. „Es war ekelhaft.“

So kam die Idee, eine gemeinsame Gruppe zu finden und einheitliche Geruchs-Protokolle anzulegen. „Wir wollen mit den einheitlichen Beschreibungen mehr Druck erzeugen, als es einzelne Leute beim Amt offensichtlich können“, sagt der 31-Jährige. Die Protokolle sollen dann gemeinschaftlich dem Amt übergeben werden, kündigt er an. „Das Problem ist bekannt. Wir haben das Thema mehrfach im Ortsbeirat besprochen“, sagt Chris Günther (CDU). Vor 14 Tagen habe sie zuletzt etwas gerochen. Das komme nur selten vor, da sie tagsüber nicht in Lichtenhagen sei.

Seit 2015 kommt es immer wieder zu Beschwerden gegen den Rapsöl-Konzern. „Wir sind bemüht, die Produktion ständig zu optimieren“, sagt Claus Bohling von der Industrieberatung Umwelt und Sprecher von Power Oil. Dabei scheue man auch nicht vor sechsstelligen Investitionen zurück. „In Abstimmung mit und nach Genehmigung durch die Behörden haben wir im zweiten Halbjahr 2015 die Prozessbedingungen abgemildert“, so Bohling. Anschließend habe man den Bio-Abluftfilter durch einen chemischen Wäscher ergänzt. „Die Bakterien im Filter können dadurch stabiler auf wechselnde Geruchsbildung, zum Beispiel durch schwankende Rapssaatqualitäten, reagieren“, fügt er hinzu. Durch diese Maßnahmen habe man die Gerüche seit Dezember 2015 deutlich verringern können.

„Groß Klein ist nicht geruchsfrei“, sagt Uwe Michaelis (SPD). Im Ortsbeirat habe man noch nicht wieder über das Thema gesprochen. Doch wenn der Wind aus dem Osten wehe, bringe er den Geruch der Ölmühle gleich mit. „Es riecht, aber nicht so , dass man nicht mehr vor die Tür gehen kann“, sagt der Vorsitzende.

Bohling räumt ein: „Eine Null-Emission ist in einem Verarbeitungsbetrieb für circa eine Million Tonnen Rapssaat pro Jahr nicht möglich.“ Dennoch sei man zuversichtlich, dass sie für die Rostocker die erlaubten Emissionen 2017 weiter reduzieren werden. Dafür möchte Power Oil noch in diesem Jahr eine neue Abluftreinigungsanlage installieren. „Die Genehmigung hierfür erwarten wir von der Behörde in den nächsten drei Wochen“, so Bohling. Die Materialien seien bereits bestellt.

Johanna Hegermann

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