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Premiere nach der Wende: Rostock legt neue Gärten an

Südstadt Premiere nach der Wende: Rostock legt neue Gärten an

In der Südstadt entsteht ein neuer Kleingarten / Weitere sollen folgen

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Südstadt. Der Moment, in dem Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und Christian Seifert ihre Spaten in den feuchten Rasen rammten – er war tatsächlich ein historischer:

OZ-Bild

In der Südstadt entsteht ein neuer Kleingarten / Weitere sollen folgen

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153

Kleingartenvereine

gibt es derzeit in der

Hansestadt Rostock.

Die Vereine sind im

Dachverband – dem

Verband der

Gartenfreunde –

zusammengeschlossen.

649 Hektar umfassen alle Kleingärten der Stadt zusammen.

Das entspricht der

Fläche von rund

900 Fußballfeldern.

23

Parzellen

sollen in der neuen

Gartenanlage in der

Südstadt entstehen.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat gestern an der Nobelstraße der Bau der ersten neuen Kleingartenanlage Rostocks seit der Wende begonnen. Auf einer Wiese in der Südstadt sollen bis zum Frühjahr 23 neue Parzellen für Kleingärtner entstehen. Seifert, der Vorsitzende des Verbandes der Gartenfreunde in Rostock, spricht von einem „Pilotprojekt“: „Wir wollen, dass in allen neuen Quartieren der Stadt auch Platz für Kleingärten geschaffen wird“, sagt Seifert.

Arbeitstitel „Bei den Hubschraubern“

Die neue Anlage wird direkt an den Gartenverein „Am Südrand“ grenzen. Die Wiese ist seit Jahren ungenutzt und war, so Seifert, zu DDR-Zeiten mal Landeplatz für Hubschrauber der Roten Armee. „Wir haben deshalb den Arbeitstitel ,Bei den Hubschraubern’ gewählt. Über den richtigen Namen wird nachher der Verein zu befinden haben.“ Insgesamt 22 Parzellen für Kleingärtner sind in dem Areal geplant, zudem eine Gemeinschaftsparzelle für ein Vereinsheim und einen „Mustergarten“. „Kleine Parzellen mit rund 200 Quadratmetern liegen im Trend – sowohl bei älteren Gärtnern als auch bei jungen Familien, die es mehr und mehr wieder in den Garten zieht“, sagt Grünamtschefin Ute Fischer-Gäde. In dem Mustergarten sollen neue Kleingärtner aus der ganzen Stadt erleben, wie Obst und Gemüse unter idealen Bedingungen sowie ohne Chemie angebaut werden können. Strom und Wasser werden nur bis zur Parzellengrenze gelegt. So schreibt es das Bundeskleingartengesetz vor. Dass in alten Rostocker Anlagen auch Wasser und Energie in den Lauben gestattet sei, wäre nur dem Bestandsschutz aus DDR-Zeiten zu verdanken, sagt der Verbandschef. Rund 150000 Euro lässt sich die Stadt laut Fischer-Gäde die Erschließung kosten. „Im Frühjahr sollen die ersten Kleingärtner ihre Gärten anlegen können.“ OB Methling ergänzt: „Wir schaffen eine neue grüne Oase in der Südstadt, die gut mit Straßenbahn und Bus zu erreichen ist und die zudem dicht an den Wohnungen der Menschen liegt.“

Ersatz für „geschliffene“Anlage

Der neue Kleingarten soll Ersatz für jene Anlagen sein, die dem akuten Wohnungsbau-Bedarf in der Hansestadt zum Opfer fallen – zum Beispiel im Bereich des Groten Pohls. „Wer dort seinen Garten aufgeben muss, wird in der neuen Anlage bevorzugt behandelt“, sagt Verbandschef Christian Seifert. „Wir haben bei der Stadt darauf gedrungen, neue Flächen zu bekommen. In Kassebohm steht bereits eine zweite potenzielle Fläche bereit.“ Seifert fordert von der Stadt einen „Fonds“, in den Flächen eingebracht werden, auf denen neue Gärten entstehen können. „Wir sind bereit, auch Gärten für das Wachstum der Stadt aufzugeben. Aber wir brauchen Ersatz.“

Insgesamt würden stadtweit bis zu 300 Menschen darauf warten, einen eigenen Kleingarten pachten zu können. „Das sah vor fünf Jahren noch ganz anders aus“, so OB Methling. „Da haben wir noch damit gerechnet, dass wir 2000 Gärten aufgeben müssen. Dass es anders kam, ist unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten eine erfreuliche Entwicklung.“ Und die Stadtplanung wolle das berücksichtigen: „Wir wollen zunächst in der Innenstadt die noch freien Flächen bebauen. Aber wenn wir eines Tages auch mit dem neuen Stadtteil Groß Biestow loslegen, werden wir dort Platz für Kleingärten schaffen“, versichert der OB.

Ärger um Kleingartenpark in Warnemünde

Grünamtschefin Fischer-Gäde arbeitet derzeit mit Fachleuten am neuen Kleingarten-Konzept für Rostock. Ein Baustein sollen auch die so genannten Kleingartensparks sein. Im Klartext: Die Anlagen sollen sich öffnen, leerstehende Parzellen werden zu Wiesen oder Spielplätzen für alle. In Warnemünde regt sich in der Anlage „Am Moor“ aber Widerstand. Viele Kleingärtner fühlen sich dort vom Vorstand um Christian Seifert schlecht informiert und fürchten um den Verlust ihrer Parzellen. Nun will die Kritiker die Mitglieder direkt informieren.

Info-Abend der Anlage „Am Moor“: 18. November, 16 Uhr – Aula der Schifffahrtsschule.

Andreas Meyer

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