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Professoren der HMT erhalten Stipendien für Forschung

Stadtmitte Professoren der HMT erhalten Stipendien für Forschung

Jan Philipp Sprick und Hartmut Möller werden von akademischer Lehre befreit

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Jan Philipp Sprick (41) wird sich im nächsten halben Jahr mit der Ambivalenz von Musik beschäftigen. Mozart ist dabei ein Ausgangspunkt.

Quelle: Fotos: Pauline Rabe

Stadtmitte. Die Hochschule für Musik und Theater (HMT) ist als Ausbildungsstätte begehrt. Derzeit erhalten dort etwa 550 Studenten aus 42 Nationen ihre künstlerische Ausbildung. „Dass das ehemalige Katharinenstift aber ebenso ein Ort der Forschung ist, nehmen nur die wenigsten wahr“, sagt Professor Jan Philipp Sprick. Das könnte sich nun ändern: Sowohl der Musiktheoretiker als auch Musikwissenschaftler Hartmut Möller sorgen für neue Aufmerksamkeit. Die HMT-Professoren können sich im nächsten Jahr voll und ganz ihren Forschungsprojekten widmen. Sie erhalten ein Theoria-Stipendium vom Land Mecklenburg-Vorpommern, welches sie von der akademischen Lehre befreit.

 

OZ-Bild

„Es gibt nicht viele Möglichkeiten für Professoren. Umso mehr freut es mich, dass es mit dem Theoria- Stipendium geklappt hat.Hartmut Möller (63) Musikwissenschaft HMT

Quelle:

„Ich werde ein halbes Jahr aussetzen, um mich mit Ambivalenz in der Musik zu beschäftigen“, erzählt Sprick. Interessant sei dabei die Zweideutigkeit. „Beispiele finden sich in der Oper, wo oft Liebe und Hass gleichzeitig aus einer Person bestehen.“ Aus dieser Spannung könne sich einerseits Handlung entwickeln, andererseits könne aber auch Lähmung entstehen. „Genau das finde ich spannend“, erklärt der 41-Jährige. In Nachbarwissenschaften spielt die Untersuchung solcher Ambivalenzen schon länger eine Rolle. In der Musik hingegen gibt es keine richtige Theorie. „Das möchte ich ändern.“

In den kommenden Wochen wird Jan Philipp Sprick sich vor allem mit der Analyse von Stücken beschäftigen. „Mozart ist dabei ein Ausgangspunkt.“ Neben der Schaffung einer empirischen Grundlage möchte der Musiktheoretiker aber auch den Begriff der Ambivalenz betrachten. „Dafür werde ich unter anderem in die USA reisen und Vorträge an Universitäten wie New York, Boston und Chicago halten.“ Kontakte habe der 41-Jährige dort einige, da er selbst in den USA studiert und unterrichtet hat.

„Durch den Austausch erhoffe ich mir neuen Input für mein Buch zu erhalten, welches am Ende des halben Jahres entstehen soll“, erzählt Sprick. Neben der Lehre und den administrativen Aufgaben als Institutssprecher war es ihm bisher kaum möglich, ausreichend Zeit in seine Forschung zu investieren. „Deshalb freue ich mich wirklich sehr über das Stipendium.“ Es eröffnet dem 41-Jährigen ganz neue Möglichkeiten: „Endlich habe ich Zeit, mir die große Materialbasis anzuschauen.“

Diese Chance schätzt auch Hartmut Möller. Der Musikwissenschaftler forscht gemeinsam mit Professor Franz-Josef Holznagel von der Universität Rostock, der ebenfalls ein Stipendium erhalten hat. „Wir planen innerhalb eines Jahres die Neuedition, Übersetzung und Kommentierung des Rostocker Liederbuchs abzuschließen“, so der 63-Jährige. Das Buch sei eine der bedeutendsten Quellen der Bibliotheken.

Ziel des Forschungsjahres ist die Entstehung von zwei Bänden. „Diese sollen pünktlich zum Universitätsjubiläum fertig werden.“ 2019 wird die Uni 600 Jahre alt.

Bereits seit 2006 erforschen die Wissenschaftler die studentische Lyriksammlung des späten Mittelalters. „Die Arbeit an den insgesamt 60 Liedern ist jedoch sehr aufwendig“, erzählt Möller. Bisher seien daher nur einzelne Aufsätze erschienen. Alle Werke stammen aus dem 15. Jahrhundert und beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Themen. „Manche Stücke sind nur schwer lesbar. Dadurch gestaltet sich die Übersetzung der Notationen nicht immer leicht.“ Abhilfe schaffen soll eine neue Form der Digitalisierung. „Weitere Schwierigkeiten bereitet die Einordnung der Werke.“ Warum und wie sie entstanden sind, sei für die Kommentierung unerlässlich. Zwei Jahre suchte Möller beispielsweise nach einer einzigen Quelle. „Es gibt keine Verzeichnisse“, erklärt der 63-Jährige. Das verlangsame die Suche enorm.

Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften

27 Forschungsprojekte erhielten im Februar Fördermittel vom Land Mecklenburg-Vorpommern.

2,5 Millionen Euro werden insgesamt in den Jahren 2017 bis 2020 bereitgestellt. Gefördert werden 15 Projekte an der Universität Rostock, 10 Projekte an der Universität Greifswald und zwei Projekte an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock.Mit dem Kurt von Fritz-Wissenschaftsprogramm verfolgt das Land das Ziel, exzellente, auf grundsätzliche Fragestellungen fokussierte Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften zu fördern.

49 Anträge lagen dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vor.

Ein halbes Jahr wird Musiktheoretiker Jan Philipp Sprick in der Lehre aussetzen. Sein Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Ambivalenz von Musik .

1 Jahr kann Musikwissenschaftler Hartmut Möller sich auf sein Forschungsprojekt konzentrieren. Zusammen mit Professor Franz-Josef Holznagel von der Universität Rostock plant er die Neuedition, Übersetzung und Kommentierung des „Rostocker Liederbuchs“ abzuschließen.

Pauline Rabe

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