Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Prügelopfer fühlt sich im Stich gelassen

REPPELIN Prügelopfer fühlt sich im Stich gelassen

Ein 33-Jähriger wird attackiert und verletzt / Er zeigt die Täter an, doch die Ermittlungen werden eingestellt

Voriger Artikel
Polizei stürmt Wohnung
Nächster Artikel
Polizei gibt Tipps zu Halloween

Robert Butschkowski hält ein T-Shirt in die Höhe. Das sei beim Angriff im Juli zerrissen worden. Er hob es als Beweisstück auf.

Quelle: Johanna Hegermann

Reppelin. Robert Butschkowski ist sauer. Am 4. Juli dieses Jahres eskalierte ein Streit bei einem Dorffest in Reppelin. Dabei wurde der 33-Jährige verletzt. Prellungen, Schürfwunden, Kratzer, blaue Flecken und ein Ohrring wurde aus seinem Ohrläppchen gerissen. Das geht aus einem Krankenbericht hervor. Doch obwohl die Täter bekannt seien, stellte die Staatsanwaltschaft Rostock die Ermittlungen ein. „Warum werden Leute für so etwas nicht bestraft?“, fragt der Reppeliner fassungslos.

Warum werden solche Leute nicht für ihre Taten bestraft?“Robert Butschkowski (33), Reppelin

Dabei fing es nach den Angaben von Robert Butschkowski harmlos mit einem Streit unter Nachbarn an. „Dann kam es zum ersten Höhepunkt“, sagt er bitter. Er habe Holz gesägt und die Späne zunächst auf seinem Hof gelagert. „Mein Nachbar hat tatsächlich die Polizei gerufen und ich musste die Späne bis zum nächsten Tag entfernen, weil sonst das Ordnungsamt gekommen wäre.“

In der Nacht des Dorffestes habe der 33-Jährige schließlich seinen Nachbarn beleidigt. „Das gebe ich zu und deswegen wurde ich angezeigt“, sagt Butschkowski offen. Seine 25-jährige schwangere Freundin habe Butschkowski zunächst vom Streit weggezogen. Doch im Festzelt sei Kristina Burghardt von zwei Frauen festgehalten und in eine Ecke gedrängt worden. „Ich hab mir Sorgen um sie gemacht.

Es ging ihr nicht gut“, sagt Butschkowski. Auch, dass er einer der Frauen ein Bier ins Gesicht gekippt hat, lässt er in seiner Beschreibung nicht aus. Doch mit der Reaktion habe er nicht gerechnet.

„Zu dritt sind sie auf mich losgegangen.“ Die Männer hätten auch nicht von Butschkowski abgelassen, als dieser am Boden lag. „Polizei und Rettungswagen waren da, aber ich wollte nicht in die Notaufnahme, ich wollte meine Freundin nicht allein lassen.“ Am nächsten Tag habe ihn sein Chef nach Haus geschickt. Er wurde eineinhalb Wochen krankgeschrieben. „Ich weiß, wer die Täter sind, ich habe sie der Polizei genannt und es gab Zeugen“, betont der Reppeliner.

Polizeisprecher Gerd Frahm von der Inspektion Güstrow bestätigt: „Es wurden mehrere Anzeigen aufgenommen, unter anderem wegen Beleidigung und Körperverletzung.“ Doch der Fall sei Angelegenheit der Staatsanwaltschaft Rostock. Hier scheint zumindest der Fall wegen Körperverletzung abgeschlossen zu sein. „Wir haben das Verfahren eingestellt“, sagt Sprecher Harald Nowack.

Für den Reppeliner sei eine Welt zusammengebrochen, als er den Brief der Staatsanwaltschaft gelesen habe. „Ich habe mich telefonisch beschwert und wurde abgekanzelt“, regt sich Butschkowski auf. „Es sei ,Auslegungssache’ und am Telefon würde ich sowieso keine Auskunft bekommen“, schildert er das Gespräch. „Die Anzeigen gegen mich laufen noch“, sagt er. Im Nachhinein bereue er, sich keinen Anwalt genommen zu haben.

Nowack stellt die Situation etwas anders dar. „Die Staatsanwältin hat ihm gesagt, dass er alles schriftlich vortragen soll. Denn am Telefon kann sie nicht überprüfen, wer mit ihr spricht.“ Als Grund wird auch nicht „Auslegung“ genannt. In dem Begründungsschreiben heißt es, dass es weder unbeteiligte Zeugen noch Beweismittel gebe. Daher bestehe „nach den durchgeführten Ermittlungen kein hinreichender Tatverdacht“.

So stehen lassen möchte das Butschkowski nicht. „Ich werde mir wohl doch einen Anwalt holen.“ Nowack von der Staatsanwaltschaft stellt klar: „Wird ein Verfahren eingestellt, kann man dagegen Beschwerde einlegen. Diese Möglichkeit hat jeder. Und dann wird die Beschwerde überprüft.“

Johanna Hegermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock

Nicht nur der Preis ist heiß. Strom- und Gasanbieter sollten telefonisch erreichbar sein. Gute Resonanz beim OZ-Telefon-Forum „Energie“.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Sozialwohnungen für Rostock

Firma aus Schleswig-Holstein baut an drei Standorten / Stadt verteidigt frühere Abrisse