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Prunkvoller Zugang zur Frömmigkeit

Prunkvoller Zugang zur Frömmigkeit

Der populären Vergnügtheit des „Herrentages“ gab ein großes chorsinfonisches Konzert in der Warnemünder Kirche einen festlich spirituellen Hintergrund.

Der populären Vergnügtheit des „Herrentages“ gab ein großes chorsinfonisches Konzert in der Warnemünder Kirche einen festlich spirituellen Hintergrund. Zum Himmelfahrtstag hatten sich die großen Konzertchöre der Warnemünder und der Wismarer Kantorei wiederum zu einem gemeinsamen Auftritt verbunden, der am Sonnabend in der Wismarer St.-Nikolai-Kirche unter der Leitung von Kantor Eberhard Kienast wiederholt wird.

Das Programm, das gestern in Warnemünde von Kantor Sven Werner geleitet wurde, bot als Abschluss die selten aufgeführte Kantate „Lobet Gott in seinen Reichen“ BWV 11 (1735), das so genannte „Himmelfahrtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach.

Ihm vorangingen zwei weitere Bach-Werke: als Echo auf das Karfreitagsgeschehen die Osterkantate "Christ lag in Todesbanden" BWV 4 (vor 1714), ein frühes Werk, vermutlich die erste Komposition mit Orchester des Meisters, und als einleitendes reines Instrumentalwerk die ebenso berühmte wie beliebte Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068, mit dem noch bekannteren wunderschönen Air als zweiter Satz.

Das Rostocker Instrumentalensemble „Mecklenburger Kammersolisten“ spielte sie in breiter prangender Festlichkeit und herzlicher Innigkeit und errichtete damit gleichsam ein prunkvolles Zugangsportal zur Frömmigkeit der beiden Kantaten.

Der fast hundertköpfige kombinierte Chor überzeugte in ihnen besonders durch seine Klangfülle, die Inbrunst seiner Gestaltung und polyphone Stabilität. Dies sowohl in den Choralmelodien der Osterkantate, die durch variierende Soli umrankt werden, als auch in den komplexeren der Himmelfahrtskantate, in der nach dem Evangelientext der Aufstieg Jesu in Himmel knapp erzählt und gefeiert wird, begleitet vom transparenten Musizieren der Kammersolisten, gestaltet von einem guten Solistenquartett mit den beiden Rostockerinnen Mandy Bruhn (Sopran) und Ruth Geigle (Alt), mit reiner, schlichter Ausdrucksintensität, und mit den beiden Leipzigern Severin Böhm (Tenor), mit klarer Deklamation, und Joachim Holzhey (Bass) mit fülliger Expressivität. Und alles rundete sich im Schlusschoral, wieder mit Trompeten und Pauken, zu einer machtvollen Festmusik

OZ

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