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Pummelige Meeressäuger mit niedlichen Kulleraugen

Hohe Düne Pummelige Meeressäuger mit niedlichen Kulleraugen

Warum Robben so große Augen haben, erzählt Forscherin Frederike Hanke bei der Kinder-Uni / Und sie erklärt, wie ihre zwölf tierischen Kollegen den Tag verbringen

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Seehund „Sam“ trägt über seinen großen Augen eine Brille zu Forschungszwecken.

Quelle: Frederike Hanke

Hohe Düne. „Wie süß“, rufen die meisten Knirpse, wenn vor ihnen eine nass glänzende Robbe auftaucht, mit ihren markanten Barthaaren am Maul und natürlich den großen Augen.

 

OZ-Bild

Kuscheln, wie hier mit „Sam“, gehört zur Arbeit von Biologin Frederike Hanke dazu.

Quelle: Angelika Heim

Warum die so groß sind, erklärt Diplom-Biologin Frederike Hanke nun am kommenden Mittwoch bei der nächsten Kinder-Uni von OSTSEE-ZEITUNG und Universität Rostock. „Mir wurde gesagt, dass Kinder dieses Thema als Wunsch für eine Kinder-Uni geäußert haben“, erklärt Hanke, die an der Robbenstation in Hohe Düne arbeitet.

Von Geburt an seien die Augen tatsächlich besonders groß. „Vor allem im Vergleich zum recht kleinen Gesicht“, sagt die 37-Jährige. Das erinnere oft an kleine Kinder, daher fänden viele Menschen Robben niedlich. Hanke erzählt weiter, dass die Kulleraugen typisch für Robben sind, dafür aber nicht alle Ohren haben. „Zumindest keine sichtbaren Ohrmuscheln, hören können trotzdem alle.“ Recht simpel könnte man die Robben daher in die Kategorie Hundsrobben – ohne Ohrmuschel – und Ohrenrobben – eben mit Ohrmuschel – einteilen. Warum es diese Unterschiede gibt – darüber kann die Robbenforscherin nur spekulieren. Ihre Vermutung wird sie natürlich bei der Kinder-Uni verraten.

Nun kursieren ja sehr viele Namen für die Meerestiere: der eine sagt Robbe, der nächste Seehund. Was davon stimmt? Hanke: „Robbe wird als Oberbegriff verwendet, zum Beispiel wenn wir noch nicht wissen, was für ein Tier es genau ist.“ Wenn sie morgens ans Wasser zu ihrer Arbeitsstelle kommt, begrüßt sie gleich drei Gattungen. „Wir haben neun Seehunde. Das sind alle Hundsrobben, also ohne sichtbare Ohren. Außerdem haben wir zwei Seelöwen und einen südafrikanischen Seebären“, zählt die gebürtige Südbadenerin auf. Jede der zwölf Robben in Hohe Düne hat einen Namen, „auf den das Tier auch hören muss“, sagt die Forscherin. Wenn sie „Sam“ rufe und stattdessen „Paco“ zu ihr auftauche, werde dieser also zurechtgewiesen. Disziplin muss sein.

Die Meeressäugetiere kommen außerdem nicht nach Lust und Laune zu Besuch zur Forschungsstation in der Ostsee. Sie sind dort in „Gefangenschaft“ wie es Frederike Hanke nennt. „Das darf man durchaus so sagen, weil es einfach bedeutet, dass die Tiere nicht in freier Wildbahn leben.“ Sie bekommen dort Futter, haben weniger Gefahrenquellen als im offenen Meer, können locker 40 Jahre alt werden und somit durchschnittlich zehn Jahre älter als ihre „wilden Kollegen“. Nur können sie nicht überall hinschwimmen, ergänzt Hanke.

Mit den Tieren herumtollen, spielen und schmusen gehört übrigens zu ihrer Arbeit dazu. Der Großteil ist aber Training mit den Robben und das Erforschen ihrer Sinnessysteme. „Deswegen haben wir sie hauptsächlich hier“, sagt Hanke, die sich auch nicht jeden Tag bei der Arbeit nass machen muss. „Die Robben kommen zu uns auf Plattformen, die auf dem Wasser sind. Dort trainieren wir mit ihnen oft.“

„Sam“, „Moe“ oder auch „Paco“ dürfen aber nicht nur von Hanke und ihren Kollegen angefasst werden. Auch für Besucher ist es in der Saison von Ostern bis November täglich möglich, ganz dicht an die Robben heranzukommen, sie zu streicheln – und sogar mit ihnen zu schwimmen und zu tauchen. Das werde freitags und sonnabends angeboten. Mindestens acht Jahre sollten Kinder alt sein, die zu den Robben hineinsteigen möchten. „Und Kinder wie auch Erwachsene müssen natürlich schwimmen beziehungsweise tauchen können“, fügt die Robbenkennerin hinzu.

Eine echte Robbe wird Hanke zur Kinder-Uni nicht mitbringen. Dafür gibt sie viele Einblicke in ihre Arbeit und erzählt nicht nur, warum Robben große Augen haben.

Robben in freier Wildbahn

Seit 2008 leben Robben in der Forschungsstation in Hohe Düne. Frederike Hanke und ihre Kollegen wollen so unter anderem die Sinnessysteme der Säugetiere erforschen.

In freier Wildbahn kann man Robben auch entdecken. Tipp von Hanke ist die vor Helgoland in der Nordsee gelegene Insel Düne. Klassiker zum Robbengucken ist übrigens auch Pier 39 im Hafen von San Francisco (USA).

Die Kinder-Uni mit dem Thema „Warum haben Robben so große Augen“ ist am Mittwoch, 19. Oktober, 15 Uhr im Audimax, Campus Ulmenstraße. Eintritt ist frei.

Claudia Tupeit

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