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Radler inspizieren Bauareal im Landschaftsschutzgebiet

Diedrichshagen Radler inspizieren Bauareal im Landschaftsschutzgebiet

In Diedrichshagen sollen 35 Hektar Fläche für den Bau von Eigenheimen erschlossen werden. Die Bündnisgrüne Fraktion der Bürgerschaft lehnt den Hausbau im küstennahen Bereich ab und hat zu einer Radtour zum Baugebiet geladen. Der Eigentümer stellt sich den Gesprächen.

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Eigentümer Jens Gienapp (v.l.) im Gespräch mit Ulrich Söffker, Sabine Krüger (beide Grüne) und Karina Jens (CDU).

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Diedrichshagen. „Für die Schönen und Reichen darf die Natur nicht weichen“, sagt Jobst Mehlan (UFR) vom Ortsbeirat Warnemünde. „Das hier ist unverbaute Küstenlandschaft, und das soll auch so bleiben“, stimmt Sabine Krüger von der bündnisgrünen Fraktion der Bürgerschaft zu.

Ortsbeirat und Bürgerinitiative lehnen Vorhaben ab

35 Hektar zwischen Golfplatz und Solaranlage am Stolteraaer Weg in Diedrichshagen sollen nach Prüfung durch die Stadt als Fläche für Eigenheime entwickelt werden. Voraussetzung ist die Ausgliederung aus dem Landschaftsschutzgebiet. Der Flächennutzungsplan muss geändert, ein

Bebauungsplan aufgestellt werden. Ortsbeirat und Bürgerinitiative lehnen dies ab. Die Bürgerschaft berät am 5.4..

Die Fraktion hatte am vergangenen Sonnabend zu einer Radtour durchs geplante Baugebiet im Landschaftsschutzgebiet „Diedrichshäger Land“ geladen. Die Stadtverwaltung will hier 35 Hektar westlich von Diedrichshagen schnellstmöglich zu Bauland machen. Das Vorhaben ist am 5. April Thema der Bürgerschaftssitzung.

„Wir wollen uns vor Ort ein Bild machen, damit wir wissen, worüber wir reden“, sagt Krüger. Sie freue sich, dass so viele Bürger der Einladung gefolgt seien. 53 Teilnehmer habe sie beim Start der Tour um 15 Uhr am Kirchenplatz Warnemünde gezählt. „Die Grünen-Fraktion ist fast vollständig da, aber auch Vertreter von SPD, CDU und UFR“, informiert Krüger.

An der freien Wiesenfläche, die Wohngebiet werden soll, steht Eigentümer Jens Gienapp von der Ostsee-Golf-Ressort Entwicklungs-GmbH zu Gesprächen bereit. Doch das Interesse ist verhalten, die Standpunkte wohl zu weit auseinander. „Wir sitzen nicht in einem Boot“, sagt Erhard Ludwig aus Diedrichshagen. „Ich bin daran interessiert, dass die Natur erhalten bleibt, Gesetze eingehalten werden“, betont der 77-Jährige, der seit 1990 im Ort wohnt. „Seit 50 Jahren ist diese Fläche Landschaftsschutzgebiet“, betont Fraktionsvize Krüger. „Das dürfen wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen für Bedürfnisse, ostseenah zu wohnen, die nicht für Bedarf stehen.“

2006 hat die Ostsee-Golf-Ressort Entwicklungs-GmbH das Gelände gekauft, auf dem Geschäftsführer Gienapp selbst ein Feriengehöft besitzt. Im Winter ist es Weidefläche, im Sommer werden hier Futterpflanzen angebaut. „Es ist eine der schönsten Flächen, die Rostock zu bieten hat“, sagt Gienapp. Und die Stadt habe einen großen Bedarf, aber keine Flächen zum Eigenheimbau, so Gienapp. Deshalb hätten die Eigentümer dieses Angebot unterbreitet.

Ein Punkt, der Grünen-Fraktionsgeschäftführer Ulrich Söffker bitter aufstößt: „Das Land steht zur Verfügung, das wird in der Bewertung der Stadt groß geschrieben.“ Doch es gehe um wertvolle Biotope, Äsungsflächen für Zugvögel, hochwertigen Boden, fehlende Infrastruktur . „Hier ist kein öffentlicher Personen- und Nahverkehr möglich“, mahnt Söffker an. „Keine städtische Infrastruktur“, stimmt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), zu. Er sieht die „unbebaute Küstenlandschaft als hohes Gut“ und verweist auf die „explodierenden Ortschaften“ entlang der Küste, wie Nienhagen, Kühlungsborn und Börgerende.

„Hier kann man alles nur schöner machen, als es jetzt ist“, entgegnet Gienapp. Die sechs Windräder auf dem Gelände, 2016 vom Flächeneigentümer übernommen, kämen im Falle der Bebauung runter. Die Ostsee-Golf GmbH will das Gebiet zusammen mit der Wiro entwickeln. Etwa 140 Wohneinheiten, großzügige Grundstücke für 200 bis 220 Euro je Quadratmeter, viel Grünraum, Aussichtspunkt, Hecken, Wald, Kindergarten. Gienapp: „Wir wollen zeigen, dass hier Menschen in der Natur leben können.“ Erhard Sauter aus der SPD-Fraktion ist noch „im Findungsprozess“. „Wir brauchen Flächen für Wohnraum, und wenn wir es an dieser Stelle nicht machen, macht es der Landkreis, die Gemeinde Elmenhorst, als unmittelbarer Nachbar“, erklärt Sauter.

Doris Kesselring

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