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Ratten zwischen Imbissbuden: Bahn lässt Köder auslegen

Stadtmitte Ratten zwischen Imbissbuden: Bahn lässt Köder auslegen

Immer wieder werden die Nager am Abend auf der Nordseite das Bahnhofs gesichtet / Weggeworfene Lebensmittelreste ziehen die Tiere an

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Ratten gibt es laut Gesundheitsamt in allen Stadtteilen.

Quelle: dpa

Stadtmitte. Dieter Völker aus Kassebohm traute seinen Augen nicht. Als er seine Nachbarn am späten Abend vom Zug abholen wollte, beobachtete er auf der Nordseite des Hauptbahnhofs, wie Ratten zwischen den Imbissbuden hin und her liefen. „Die Stadt blamiert sich doch, das ist doch ein Haupteingangstor. Da muss etwas getan werden“, sagt Völker. Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben bereits reagiert.

OZ-Bild

Immer wieder werden die Nager am Abend auf der Nordseite das Bahnhofs gesichtet / Weggeworfene Lebensmittelreste ziehen die Tiere an

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Innerhalb des Bahnhofs ist das Problem in den Geschäften unbekannt. „Wir haben hier definitiv keine Ratten gesehen“, sagt eine Mitarbeiterin des Blumenladens. Durch die Tür sei bisher noch kein Nager gekommen. Auf dem Bahnhofsvorplatz sieht das schon anders aus. Das Ratten-Problem ist auch unter den Taxifahrern bekannt, die dort regelmäßig stehen. „Bei den Fahrrädern habe ich gerade vor zwei Wochen nachmittags eine kleine Ratte gesehen“, erzählt ein Fahrer, der seinen Namen nicht nennen möchte.

„Ich habe die Tiere auch schon ein paar Mal beobachtet“, berichtet Temel Hassari, Inhaber eines Imbissstandes. Gerade in der Nacht würde das Ungeziefer über den Platz laufen. Die Situation empfinde er jedoch noch nicht als kritisch. „Es kommt selten vor, und tagsüber treiben sie sich in der Nähe gar nicht herum“, sagt Temel Hassari mit Nachdruck. Auch gestört fühlt er sich nicht, denn bis in den Imbiss seien die Ratten nicht gekommen. Dass es nur am Bahnhof ein Problem gebe, bezweifelt er: „Ratten gibt es doch überall in der Stadt.“

Bahnsprecher Gisbert Gahler bestätigt die Beobachtungen auf der Nordseite des Rostocker Hauptbahnhofs. „Das aufgeführte Problem ist uns bekannt.“ Die Bahn sei bereits aktiv geworden. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen werden durch eine Fachfirma im gesamten Bahnhof seit längerer Zeit Köder ausgelegt, „um die Population der unliebsamen Nager zu verringern“, so Gahler. Da vor allem Lebensmittelabfälle auf die Ratten extrem anziehend wirken, wurden die Mieter mehrfach darauf hingewiesen, keine Abfälle hinter den Kiosken zu lagern, auch nicht kurzfristig. Mit der Stadt habe es bisher keine Absprachen zu diesem Thema gegeben.

Zuständig für das Gelände seien die Bahn und eventuell die Betreiber der Imbissbuden, erklärt Elke Schünemann, Leiterin der Umwelthygiene im städtischen Gesundheitsamt. Trotzdem will man sich nach den aktuellen Hinweisen an Ort und Stelle selbst ein Bild machen, kündigt Schünemann an. Auch die Lebensmittelüberwachung wurde informiert. Dass ausgerechnet Bahnhöfe „Nager-Problemzonen“ sein sollen, verwundert sie. „Da ist es viel zu unruhig. Ratten sind scheue Tiere.“ Das Problem sei wohl, „dass die Bürger in Eile Reste wegwerfen und das Nahrungsangebot für die Tiere vorhanden ist“, vermutet sie.

„Ratten sind Kulturfolger, sind also gern dort , wo der Mensch es ihnen leicht macht“, sagt Elke Schünemann. Schwerpunkte mit besonders auffälligen Ratten-Populationen gebe es in der Hansestadt nicht. Besonders aufmerksam würden jedoch Teiche und Grünanlagen beobachtet, an denen beispielsweise Enten gefüttert würden und so Nahrung für Ratten abfalle. Als Beispiele nennt sie den Schwanenteich in Reutershagen, das Friedensforum in Toitenwinkel oder den Kringelgraben in der Südstadt. „An Wasserkanten wird es immer wieder Ratten geben, das ist die Biologie dieser Tiere“, sagt die Fachfrau aus dem Gesundheitsamt. Bei sachgerechter Bekämpfung der Nager sei so ein Problem schnell zu lösen. In der Stadt gebe es gut arbeitende Fachbetriebe, und Eurawasser bekämpft die Tiere in ihrem Netz selbst.

Bis zu 1000 Nachkommen pro Jahr

Ratten vermehren sich ganzjährig. Die Größe der Populationen ist von der Jahreszeit und Witterung abhängig.

Nach einer Studie kann ein Rattenpärchen pro Jahr bis zu 1000 Nachkommen zeugen. Zudem sollen die Tiere äußerst intelligent sein.

Wie viele Ratten es in Rostock gibt, kann die Stadt nicht sagen. Es gibt sie in allen Stadtteilen gleichermaßen.

Johanna Hegermann und Thomas Niebuhr

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