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Raum-Miete zu teuer: Volkschor boykottiert die „Brücke“

Schmarl Raum-Miete zu teuer: Volkschor boykottiert die „Brücke“

Schmarler Sänger sollen 250 Euro für Auftritt zahlen / Pastor irritiert

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Regelmäßig probt der Schmarler Volkschor mit Chordirektor Gerhard Faatz in der Krusenstern-Schule in Schmarl.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Schmarl. Seit rund 25 Jahren tritt der Schmarler Volkschor regelmäßig im Gemeindezentrum „Brücke“ in Groß Klein auf. Damit soll nun Schluss sein. Der Grund: Nach einer Erhöhung der Raum-Miete kann es sich der Verein einfach nicht mehr leisten. „Die neue Raum-Miete ist unverschämt“, sagt Helga Fahr, Präsidentin des Schmarler Volkschors.

33 Jahre Schmarler Volkschor

Der Volkschor wurde vor fast 33 Jahren, am 31. Oktober des Jahres 1984, gegründet. Er hat bis heute sein Zuhause in der Krusenstern-Gesamtschule. Jeden Mittwoch treffen sich durchschnittlich 55 Sängerinnen und Sänger zu einer gemeinsamen Chorprobe.

In den vergangenen Jahren habe der Chor 200 Euro für einen Auftritt in der „Brücke“ gezahlt. „Das ist unsere Schmerzgrenze“, sagt der Vizepräsident des Chors, Rainer Strohpagel. Dann der Schock: Die evangelische Ufergemeinde hebt die Raummiete für ihr Gemeindezentrum auf 300 Euro an. „Das kann so ein kleiner Verein nicht stemmen“, sagt Helga Fahr. Nach einer Rücksprache mit der Gemeinde wurde die Miete für den Volkschor auf 250 Euro herabgesenkt. „Selbst das ist frech für einen Auftritt von höchstens zwei Stunden“, erklärt sie. „Die Einnahmen sind so eng, dass wir aus eigener Tasche zuzahlen müssten“, fügt Strohpagel hinzu. Beide betonen: „Wenn wir keine Einigung erzielen, werden wir dort nicht mehr auftreten.“

Denn wirkliche Einnahmen hat der Verein nicht. „Wir nehmen keinen Eintritt, wir bitten unsere Zuhörer lediglich um eine Spende für unsere Unkosten“, sagt der Vizepräsident. Pro Auftritt würden so rund 250 bis 300 Euro zusammenkommen. Das Geld benötigt der Chor nicht nur für die Miete. Der Chorleiter müsse bezahlt, Blumensträuße, Noten und Chor-Mappen besorgt und Zahlungen an die Gema geleistet werden. „Wir machen auch mit Plakaten auf die Auftritte aufmerksam, das kostet bestimmt rund 70 Euro“, schätzt Helga Fahr.

Selbst vor der Erhöhung sei die Saalmiete ungewöhnlich hoch gewesen. „Es gibt Gemeinden, in denen wir 100 Euro zahlen, in anderen teilen wir uns nach Abzug der Unkosten die Kollekte“, erzählt die Chor-Präsidentin. Bei Auftritten in einem Altersheim würden sie sogar 100 Euro bekommen.

Der Pastor Jörg Utpatel von der Ufergemeinde kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. „Wir haben schon vor zwei Jahren beschlossen, dass wir die Miete erhöhen und haben es erst in diesem Jahr umgesetzt.“ Der Erhöhung begründet er mit den gestiegenen Kosten. „Der Hausmeister muss bezahlt werden, unsere hohen Heizkosten und sonstigen Betriebs- und Nebenkosten“, zählt er auf. Mietkosten seien Sache des Vermieters. „Wenn es jemandem zu teuer ist, können wir es nicht einfach billiger machen.“ Er könne nicht verstehen, wie der Volkschor so ärgerlich reagieren könne, schließlich sei man ihnen schon entgegengekommen. Alle anderen Mieter müssten weiterhin 300 Euro zahlen. „Auf mich ist bis zum heutigen Tag niemand vom Volkschor zugegangen“, sagt Utpatel.

Das stellt Schriftführerin Edith Buley vom Volkschor nicht infrage. „Ein Gespräch ist mit ihm nie zustande gekommen.“ Im Gegensatz zu anderen Pastoren hätte Utpatel sie vor den Auftritten nicht empfangen. Kontakt hätten die Mitglieder des Volkschores ausschließlich mit dem zuständigen Büro gehabt. „Das ist unser Ansprechpartner“, verteidigt sich Chorpräsidentin Helga Fahr. „Wir sind in Rostock ein anerkannter Chor und nicht auf die ,Brücke’ angewiesen“, fügt Edith Buley hinzu. Traurig sei es dennoch. „Wir haben treue Fans und hoffen, dass sie uns zu anderen Auftrittsorten folgen.“

Einen Ersatz für die „Brücke“ haben die Sänger vorerst gefunden. Das Frühjahrskonzert am 1. April soll in der Thomas-Morus-Kirche stattfinden.

Johanna Hegermann

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