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Religion geht uns alle an

Religion geht uns alle an

Zwei Nachrichten gab es in diesen Tagen, auch hier in der OZ waren sie zu lesen, die voller Gegensätze sind.

Zwei Nachrichten gab es in diesen Tagen, auch hier in der OZ waren sie zu lesen, die voller Gegensätze sind. Zwei Meldungen und ein Thema: Was braucht ein gläubiger Mensch und wie viel Religion verträgt eine Gesellschaft? Da wurde über die schwierige Situation der Rostocker Islamischen Gemeinde berichtet. Seit Jahren sucht sie einen neuen Raum und einen Ort für die Freitagsgebete und für das Zusammenkommen ihrer Gläubigen. Die Flüchtlinge moslemischen Glaubens, die auch zu uns kommen, haben die Kapazitätsgrenzen der bisherigen Räume noch deutlicher werden lassen. Gemeinsam Abhilfe zu schaffen tut not.

Und dann die zweite Meldung in diesen Tagen. Führende Vertreter der AfD polemisieren gegen den Islam als Ganzes. Nur das Christentum gehöre zu Deutschland, behaupten sie als ihr politisches Programm.

Jede andere Religion hat nach ihrer Meinung hier bei uns keinen Platz mehr; weder Judentum noch Islam. Terrorismus, der sich auf den Islam beruft, wird als einzige Gestalt dieser Religion verstanden.

Die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit soll beseitigt werden. Ihr doppelter Anspruch, dass zum einen kein Mensch zu einer Religionsausübung gezwungen werden kann und dass zum anderen jeder Mensch eine (also seine) Religion frei ausüben kann, soll in unserem Land nicht mehr Praxis sein.

Religionsfreiheit ist aus guten Gründen ein Grundrecht in unserem Land. Ein Nebeneinander unterschiedlicher Religionen ist unter Beachtung der Menschenrechte möglich. Kein Mensch, der gläubig ist, muss sich verstecken. Religionsausübung gehört deshalb auch in einem religionsneutralen Staat in den Raum der Öffentlichkeit.

Wer Menschen muslimischen Glaubens bei uns, auch hier in Rostock, eine Heimat bieten will, darf sie nicht ausgrenzen und so in die Hände von Extremisten treiben. Sie brauchen, wie alle Religionsgemeinschaften, würdevolle Orte des Zusammenkommens und des Betens. Es geht letztlich um ein gedeihliches Zusammenleben und um die Würde des einzelnen Menschen. Dies ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft, nicht nur für die kleinen Gemeinden, die damit überfordert sind. Gelingt hier eine Zusammenarbeit, dann haben alle etwas davon, ob Moslems oder Christen, ob Atheisten oder in religiösen Dingen Desinteressierte.

OZ

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