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Rostock: 5,2 Millionen für eine sauberere Warnow

Rostock Rostock: 5,2 Millionen für eine sauberere Warnow

Land lässt belastetes Ufer an der Petribrücke ab April sanieren

Rostock. wird eine seiner größten Altlasten los: Das kontaminierte Warnow-Ufer nördlich der Petribrücke wird ab April saniert. Dort liegt das ehemalige Betriebsgelände des VEB Bitumenverarbeitung Rostock, einer früheren Dachpappenfabrik. 5,2 Millionen Euro investiert das Land hier für die Dekontamination, teilt die landeseigene Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg-Vorpommern (GAA) mit. „Wir buddeln so lange, bis alle Schadstoffe entfernt sind. Wir hinterlassen eine baureife Fläche, die für alle Nutzungen offen ist, auch für den Wohnungsbau“, sagt Hartwig Rößler, der bei der GAA für die Sanierung von Industrie- und Gewerbeflächen verantwortlich ist.

Hintergrund: Auf dem Gelände wurden unter anderem Dachpappen, Fugenvergussmasse und Dachanstriche hergestellt. Ursprünglich wurden ausschließlich Teeröle, ab den 1970er Jahren wurde dann Bitumen verarbeitet. Durch Havarien und Brände gelangten die Teer- und Mineralöle in den Untergrund. 1992 wurde das Gelände durch die Treuhandanstalt beräumt. 1994 und 1995 folgte der Rückbau der Gebäude.

„Die Sanierung der Altlast soll jetzt dauerhaft verhindern, dass Schadstoffe aus dem Boden über das Grundwasser in die Warnow gelangen“, sagt GAA-Geschäftsführerin Beate Ibiß. Die rund 6900 Quadratmeter große Fläche müsse dafür komplett aufgeschüttet werden. „In dem sumpfigen Gelände stecken gewaltige Fundament-Reste, die wir rausnehmen und zertrümmern müssen“, erklärt Rößler.

Für den Bodenaustausch gehen die Experten bis ins Wasser. „Je weiter wir in Richtung Warnow kommen, desto verseuchter sind die Böden“, sagt Rößler. Sämtliches kontaminiertes Material werde ausgekoffert und unter anderem auf eine Deponie gebracht. Pro Tag werden in Spitzenzeiten 600 Tonnen mit Transportern abgefahren, schätzt Rößler. „Das wird aber nur an vier bis fünf Tagen der Fall sein.“

Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) begrüßt das Vorhaben: „Die Sanierung bringt uns endlich auch an dieser Stelle voran.“ Zumal es sich um eine echte Sanierung handle – und nicht um eine Einkapselung und Sicherung. „Der vollständige Austausch des verseuchten Bodens ist die allerbeste und nachhaltigste Lösung für die Umwelt“, erklärt Matthäus.

Ende Oktober soll der Bodenaustausch abgeschlossen sein. Im Anschluss kontrolliert das Umweltamt das Grundwasser über einen längeren Zeitraum. 2020 soll alles fertig sein. Was mit dem ebenfalls belasteten Boden im Bereich des Stadthafens geschehen soll, ist noch offen: Gutachter des Bundes hatten dort ebenfalls Schadstoffe nachgewiesen, nach Auffassung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund stammen die Gifte vom Areal der ehemaligen Fabrik. Das Umweltministerium bestreitet das.

André Wornowski

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