Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Rostock bekommt Eltern-Kind-Haus

Barnstorfer Wald Rostock bekommt Eltern-Kind-Haus

Verein zur Förderung krebskranker Kinder will im Barnstorfer Wald bauen / Spenden werden noch benötigt

Barnstorfer Wald. Das Grundstück im Dr.-Lorenz-Weg im Barnstorfer Wald ist gekauft. Die Architekten haben die Entwürfe fertig, der Bauantrag ist gestellt. „Es kann endlich losgehen mit unserem Eltern- Kind-Haus“, sagt Professorin Gudrun Eggers, Vorsitzende des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder in Rostock.

Fünf Zimmer mit bis zu 13 Übernachtungsmöglichkeiten für betroffene Familien soll das neue Zuhause auf Zeit haben. „Nicht luxuriös, aber praktisch und gemütlich“, betont die Vereinschefin, die selbst 40 Jahre lang als Kinderonkologin in der Universitätsklinik tätig war und viele Schicksale begleitet hat.

„Die Krebserkrankung eines Kindes ist immer die der ganzen Familie“, erläutert die Medizinerin. Es sei wichtig, dass die Eltern an der Seite der Kinder sind. „Aber es ist auch eine Tortur, am Bett des kranken Kindes zu sitzen“, weiß Eggers nur zu gut. Auch deshalb sei es wichtig, für die Angehörigen, besonders für die Geschwisterkinder, eine Oase zu schaffen, wo die Familie zur Ruhe kommt und Kraft für den nächsten Tag am Krankenbett tanken kann.

Bisher gibt es eine Elternwohnung mit vier Schlafzimmern in der Schweriner Straße. „Die ist einfach und fast immer ausgebucht“, berichtet die Vereinschefin. Das Problem: „Wir sind Mieter und zahlen bisher jeden Monat 1200 Euro.“

Die Kinderkrebsstation der Uni-Klinik hat acht Betten. Dazu kommen zwei Betten in der Tagesklinik. Die jungen Patienten kommen zumeist aus dem Großraum Rostock. „In jedem Jahr werden 20 bis 30 Neuerkrankungen festgestellt“, erläutert Eggers, die jahrelang selbst die Station geleitet hat. Leukämie, Hirntumore, Lymphome – das seien die drei häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern.

„Es ist toll, dass etwa 84 Prozent der krebskranken Kinder heute geheilt werden“, sagt die Professorin, „aber 16 von hundert schaffen es eben nicht.“ Auch derzeit befänden sich vier Kinder mit sehr schlechter Prognose auf der Rostocker Station. Die Chemotherapien seien oftmals eine sehr schwere Zeit für die ganze Familie.

Im neuen Eltern-Kind-Haus, das nur zehn Minuten Fußweg von der Klinik entfernt liegt, sind Spielzimmer, eine große Gemeinschaftsküche und ein Aufenthaltszimmer mit viel Platz zum Spielen, Lesen, Beisammensein vorgesehen. „Es ist auch wichtig, dass die Eltern sich mal austauschen können“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Auf dem insgesamt 3400 Quadratmeter großen Grundstück gibt es zudem viel Platz im Grünen für Sport, Spiel und Erholung. „Die Architekten haben gute Ideen, die Spaß machen und in der Umsetzung nicht zu teuer sind“, freut sich Gudrun Eggers.

Rund 800000 Euro veranschlagt der Verein für das Projekt, in dem auch Büros und Gesprächsräume untergebracht werden sollen. Die Hälfte des Geldes kommt von der Deutschen Krebshilfe. Außerdem nutzt der Verein Gelder von Spendern und Förderern. Doch für das bislang größte Vorhaben des Vereins, das neue Eltern-Kind-Haus, das 2018 fertig sein soll, wird noch Geld gebraucht.

„Wir hoffen sehr auf die Spender, Privatpersonen wie Unternehmen, die – ob mit Geld oder Sachmitteln – auch bisher unsere ehrenamtliche Arbeit für die kranken Kinder und deren Familien so unterstützt haben“, sagt Eggers. An den sonstigen sozialen Projekten soll es auch künftig keine Abstriche geben. Der Verein organisiert weiter Ausflüge und Veranstaltungen für Geschwisterkinder, Feste zum Kennenlernen und Austauschen, unterbreitet Informations- und Beratungsangebote. Ob Haushaltshilfe, Pflege- oder Fahrdienst, auch für Bestattungen gewährt der Verein, wenn nötig, finanzielle Unterstützung. Auf der kinderonkologischen Station konnten dank Spenden zum Beispiel Spielbereich und Elternküche gut ausgestattet werden. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt die Vereinschefin.

Spenden für den Verein zur Förderung krebskranker Kinder Rostock e.V. gehen auf das Konto mit der IBAN: DE 38 1305 0000 0445 0028 83 bei der Ostseesparkasse Rostock.

Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Berlin

Eltern, die beide berufstätig sind, sehen sich im Alltag mit völlig neuen sozialen und organisatorischen Belastungen konfrontiert - die durchaus gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben können.

mehr
Mehr aus Rostock
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
„Plötzlich wurde mir schwarz vor Augen“

Großeinsatz in Kühlungsborn: Jugendliche liegt nach Schwäche- anfall bewusstlos im Stadtwald. GPS-Signal sendet Aufenthaltsort.