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Rostock braucht Platz für mehr Schüler

Stadtmitte Rostock braucht Platz für mehr Schüler

Stadt legt Planungen bis 2025 vor / Neubauten sind nicht vorgesehen – aber Anbauten für 67 Millionen Euro

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Ein Schul- neubau ist aus heutiger Sicht nicht notwendig. Unser Schulnetz ist ausreichend leistungsfähig.“Steffen Bockhahn (Linke), Schulsenator

Stadtmitte. Mehr Rostocker wird es künftig geben, sagen die Prognosen. Also auch mehr Schüler. Um 20 Prozent steigen bis 2025 die Zahlen – auf dann mehr als 20000.

Darauf stellt sich die Stadt jetzt mit der Fortschreibung ihrer Schulentwicklungsplanung bis 2025 ein. Die soll in den nächsten zwei Wochen von allen Beteiligten öffentlich diskutiert werden, wünscht sich der zuständige Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke).

Eine wesentliche Erkenntnis für ihn: „Das Schulnetz ist ausreichend leistungsfähig und Neubauvorhaben sind aus heutiger Sicht nicht erforderlich.“ Im Gegensatz zu den 1990er und 2000er Jahren, als zahlreiche Schulen geschlossen werden mussten, seien größere Veränderungen nicht mehr zu erwarten. Dennoch werden Investitionen in Millionenhöhe eingeplant.

Es werde in der einen oder anderen Schule Anbauten und räumliche Erweiterungen geben müssen, so Bockhahn. Beispielhaft nennt er die Grundschule Lütt Matten in Lütten Klein. Die Gesamtkosten für Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen von Schulen beziffert die Stadt auf 67 Millionen Euro in den nächsten Jahren. Die große Unbekannte bleibe das Thema Inklusion, erläutert Steffen Bockhahn. „Da wissen wir nicht, welche räumlichen Anforderungen auf uns zukommen.“

„Wir werden Anmerkungen haben“, kündigt Anja Ritter als Vorsitzende des Stadtelternrats zum städtischen Papier schon einmal an. In den nächsten Wochen würden sich die Mitglieder inhaltlich „durchkämpfen“. Auf nicht weniger als 700 Seiten hat die Stadt alle notwendigen Zahlen und Planungen für jede einzelne der 50 Schulen, davon 41 in kommunaler Trägerschaft, zusammengetragen.

„Diskussionsangebot“, nennt Bockhahn die Vorlage.

Ein Streitpunkt der Schulentwicklungsplanung dürfte die Erhöhung der Kapazitätsgrenzen für die Schulen sein, die nun festgeschrieben wird. Die Zahlen hatten vor einigen Wochen bereits für Diskussionen gesorgt, beispielsweise an der Margaretenschule, wo Platz für bis zu 600 Schüler sein soll. Das sei lediglich eine rechnerische Größe nach den gesetzlichen Vorhaben, betont Steffen Bockhahn. „Die tatsächliche Auslastung ist eine andere Frage.“

Die Festlegung von derartigen Kapazitätsgrenzen sei schon ein Problem, fürchtet Elternvertreterin Anja Ritter. „Wir haben Angst, dass dann Räume für Extraangebote im Bereich Musik oder Kunst wegfallen, wenn sie dann für den Unterricht benötigt werden“, sagt sie. Auch könnten Bereiche für die Horte in Schulen wegfallen.

Drei große Veränderungen stehen bereits zum nächsten Schuljahr an, erläutert Bockhahn. An der Jenaplanschule soll es möglich sein, das Abitur zu machen. Die Schule am Alten Markt wird vom Sprachheilpädagogischen Förderzentrum zur Grundschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache umgewandelt und das Förderzentrum am Schäferteich soll mangels Schülern aufgelöst werden. Der Stadtelternrat begrüßt das. „Es ist wichtig, dass das jetzt alles klappt“, sagt Anja Ritter. Allerdings: „Das Problem ist, dass der Senator ziemlich unter Zeitdruck steht.“

Das weiß Steffen Bockhahn selbst. Damit die Veränderungen zum nächsten Schuljahr greifen können,braucht er die Genehmigung seines Schulentwicklungsplans durch das Bildungsministerium. Deshalb müsse dieser in der Juli-Sitzung der Bürgerschaft beschlossen werden. An seinem Vorhaben, möglichst umfangreich zu diskutieren, hält Bockhahn fest. Fachausschüsse, Ortsbeiräte, Schulen sowie Eltern- und Schülervertreter, selbst der Landkreis Rostock sollen beteiligt werden. Änderungswünsche einzuarbeiten, lehnt Steffen Bockhahn auch nicht grundsätzlich ab. „Ich wünsche mir eine intensive Befassung durch alle Beteiligten und eine konstruktive Debatte“, so der Senator.

50 Schulen in Rostock

6661 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter mehr als bisher wird es laut Bevölkerungsprognose in Rostock bis 2025 geben.

Gegenwärtig sind es knapp 14000.

50 Schulen von Grundschule bis Abendgymnasium gibt es aktuell in der Hansestadt Rostock. 41 befinden sich in kommunaler Trägerschaft, neun sind Privatschulen.

67 Millionen Euro betragen die geschätzten Gesamtkosten für Schulbaumaßnahmen in den kommenden Jahren. Acht Millionen Euro kostet die Erneuerung der Schule am Alten Markt – der größte Einzelposten. Zwischen fünf und sechs Millionen Euro sind jeweils für die Grundsanierungen am Schäferteich in Toitenwinkel, in der Maxim- Gorki- Straße in Evershagen, der Gesamtschule Südstadt und der Heinrich-Heine-Schule in Warnemünde nötig.

Thomas Niebuhr

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