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Rostock fehlt Geld für Sozialarbeiter an Grundschulen

Stadtmitte Rostock fehlt Geld für Sozialarbeiter an Grundschulen

Die bisherige Finanzierung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket fällt weg / Kündigungen sind nicht ausgeschlossen / Sozialsenator Bockhahn sieht Land in der Verantwortung

Stadtmitte. Schulsozialarbeiter helfen, Streit unter Schülern zu schlichten. Sie vermitteln bei Konflikten von Kindern und Jugendlichen mit Eltern oder Lehrern. Sie unterstützen beim Übergang in die Ausbildung. Niemand zweifelt daran, dass diese Stellen nötig sind. Doch Rostock geht im kommenden Jahr das Geld für die Schulsozialarbeit an den Grundschulen aus, Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

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Die bisherige Finanzierung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket fällt weg / Kündigungen sind nicht ausgeschlossen / Sozialsenator Bockhahn sieht Land in der Verantwortung

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348 Stellen im Land, mehr als 30 in Rostock

348 Schulsozialarbeiter waren im vergangenen Schuljahr in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt, davon mehr als 30 in der Hansestadt Rostock. 117 Stellen wurden landesweit aus den Restmitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes finanziert. Die anderen Stellen werden aus dem Europäischen Sozialfonds bezahlt – bis 2020.

„Es gib keine sichere Finanzierungsquelle“, räumt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) ein. Der Grund: Die Stellen an den Grundschulen werden aus dem Geld bezahlt, das Rostock vom Bund für das Bildungs- und Teilhabepaket bekommt und nicht komplett für diesen Zweck benötigt. Weil in der Hansestadt die Zahl der Hartz IV- Empfänger sinkt, fließe weniger aus Berlin, so Bockhahn. Zudem würden immer mehr Zuschüsse – beispielsweise für Sportvereine oder das Schulessen – von den Eltern beantragt. Das führe dann zur Lücke bei der Schulsozialarbeit, rechnet Bockhahn vor.

Gegenwärtig werden 7,75 Stellen mit zehn Mitarbeitern auf diese Weise finanziert, ursprünglich war geplant, noch für zwei weitere Grundschulen Schulsozialarbeiter einzustellen. „Jetzt ist die Frage, ob die Verträge verlängert werden oder ob gekündigt werden muss“, erklärt Steffen Bockhahn. Letzteres müsse auf jeden Fall verhindert werden, fordert Cathleen Kiefert-Demuth (SPD) als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. „Da ist in den Schulen Vertrauen aufgebaut worden. Das darf nicht abgebrochen werden.“ Auch sie fürchtet Kündigungen. „Die Gefahr ist realistisch“, warnt Gewerkschafter Daniel Taprogge für das „Aktionsbündnis Schulsozialarbeit MV“.

Steffen Bockhahn sieht die Verantwortung für die Finanzierung beim Sozialministerium in Schwerin. Taprogge ist anderer Meinung. Es sei gar nicht rechtlich festgelegt, wer Schulsozialarbeiter bezahle.

Das Aktionsbündnis fürchtet, dass sich Stadt und Land die Verantwortung gegenseitig zuschieben. Aus Schwerin kommt bereits der Vorschlag, Grundschulen und Horte stärker zu verzahnen. Ministerin Birgit Hesse (SPD) will dauerhaft 1,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um die Betreuungssituation in Horten an sozialen Brennpunkten zu verbessern. Mit den Jugendamtsleitern im Land sei der Vorschlag bereits diskutiert worden, heißt es aus Schwerin. Daniel Taprogge kann dem Vorschlag nur wenig abgewinnen. „Da wird eine Lücke geschlossen und eine andere entsteht.“ Außerdem liege der Arbeitsschwerpunkt für die Sozialarbeiter im schulischen Bereich.

Steffen Bockhahn kann sich vorstellen, dass die Stadt bei der Finanzierung in Vorleistung geht, um die Stellen zu retten. „Das wäre eine Variante“, sagt Cathleen Kiefert-Demuth. Eine schnelle Einigung mit dem Land erwartet sie angesichts der bevorstehenden Regierungsbildung nicht. Die Zeit aber werde knapp. „Die Träger müssten schon in den nächsten Tagen die Kündigungen schreiben.“

Die Schulsozialarbeiter an den anderen Schulen – gegenwärtig mehr als 20 in Rostock – werden aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) bezahlt. Diese Finanzierung ist auch nur bis 2020 gesichert.

Thomas Niebuhr

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