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Rostock summt: Gärtner wollen Bienen retten

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Rostock summt: Gärtner wollen Bienen retten

Stadt und Kleingarten-Verband planen Info-Zentrum rund um die Insekten in der KTV / Imker sollen freie Parzellen nutzen dürfen

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Die Biene: Ohne ihre Hilfe würde kein Obstbaum Früchte tragen.

Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Eckhard Heinemann hat keine Angst vor den kleinen, gelb-schwarzen Insekten – im Gegenteil: „Wenn Bienen fliegen, dann ist das ein gutes Zeichen“, sagt der GartenbauExperte und Chef des Gartenfachmarktes „Grönfingers“. Problem nur: In Rostock fliegen mittlerweile kaum noch Bienen umher. Ein Ärgernis – für Landwirte, aber auch für Hobby- und Kleingärtner. Gemeinsam mit dem Verband der Gartenfreunde und der Hansestadt startet Heinemann deshalb eine Kampagne für mehr Bienen in Rostock. Der Slogan: „Rostock summt“.

Hilfe aus der Stadtkasse

20000 Euro an öffentlichen Mitteln stellt die Hansestadt Rostock nach Angaben des Kleingarten-Verbandes für das Bienen-Projekt „Rostock summt“ bereit.

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, soll Albert Einstein dereinst gesagt haben. Und diese Gefahr sei mittlerweile längst nicht mehr nur eine abstrakte: Die Zahl der Bienenvölker geht weltweit drastisch zurück. Viele Tiere sterben an Krankheiten. Auch Schädlings- und Unkrautvernichtungsmittel stehen im Verdacht, den fliegenden Insekten zu schaden. „Fakt ist, dass ohne die Arbeit der Bienen kaum etwas wachsen kann“, sagt Heinemann. „Das Gros unserer Nahrung hängt davon ab, dass die Bienen irgendwelche Blüten bestäuben.“ Das gelte nicht nur für Obstbäume, Beeren oder Gemüse, „sondern auch für die Futterpflanzen, die unsere Tiere fressen“.

Lebensräume für Bienen gebe es in Rostock jedenfalls genügend: 153 Kleingartenvereine gibt es in Rostock. Zusammen haben die Gärten die Fläche von mehr als 900 Fußballfeldern. „Doch in den Gärten gibt es bisher lediglich 25 Standorte, an denen Bienenvölker leben“, sagt Christian Seifert, der Vorsitzende des Kleingarten-Verbandes in der Hansestadt. Zusammen mit dem Imkerverein und auch den Pflanzen-Experten von „Grönfingers“ will der Verband nun seine Mitglieder überzeugen, mehr Platz für Bienenvölker zu schaffen: „Bisher haben viele Kleingärtner Angst vor den Insekten – davor, gestochen zu werden.“ Aber erstens seien die Tiere nicht so aggressiv wie manche glauben und zweitens würden die Gärten von den Tieren ganz direkt profitieren. „Wo Bienen unterwegs sind, steigen die Erträge im Gärten“, sagt Heinemann.

Der erste Schritt zu mehr Akzeptanz für die nutzbringenden Flieger: In der Kleingartenanlage an der Viergewerkerstraße in der KTV soll ein „Muster-Bienengarten“ entstehen. „Grönfingers“ unterstützt das Ganze finanziell sowie mit fachkundiger Unterstützung, was die Pflanzenauswahl angeht. „In einer neuen Laube soll unser Bienen-Zentrum entstehen. Dort wollen wir Umweltbildung anbieten – für unsere Kleingärtner, aber auch für Schulen und Kindertagesstätten aus Rostock“, erklärt Seifert. Der Verband schaffe dafür eigens Bienen-Bekleidung für Kinder an. „Dort werden wir auch unsere Fachberater schulen. Damit sie in den Vereinen Hemmschwellen abbauen können.“ Der Verband selbst möchte die wenigen leeren Parzellen in Rostock für Bienenvölker zur Verfügung stellen.

Pflanzen-Fachmann Heinemann weiß noch einen Grund, warum die Bienen gut sein könnten im Garten: „Stadt-Honig ist gefragt. Denn der ist garantiert frei von Pestiziden.“

Andreas Meyer

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