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Rostock zeigt Flagge für mehr Toleranz

Stadtmitte Rostock zeigt Flagge für mehr Toleranz

3000 feiern bei Christopher Street Day / Teilnehmer gedachten Opfer in Orlando / „Weather Girls“ auf der Bühne

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Tausende Teilnehmer am Christopher Street Day zogen mit Fahnen und Transparenten durch die Rostocker Innenstadt. Fotos (3): Thomas Ulrich

Stadtmitte. Ein bunter Umzug, knapp 3000 Teilnehmer, Show und Musik auf der Bühne: Beim 14. Christopher Street Day (CSD) zogen Trucks samt Feiermeute durch die Rostocker Innenstadt. Das diesjährige Motto: „Echte Liebe – Echte Vielfalt – Echte Akzeptanz – Echt für Alle“. Prominenz wie die „Weather Girls“ („It‘s raining men“) stand auf der Bühne am Markt. Die Teilnehmer gedachten auch der Opfer des Attentats auf den Nachtclub „Pulse“ in Orlando (USA) Mitte Juni.

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3000 feiern bei Christopher Street Day / Teilnehmer gedachten Opfer in Orlando / „Weather Girls“ auf der Bühne

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Die Bässe dröhnten aus den Boxen der acht Umzugswagen. Zu Schlager, Techno-Musik und Charts-Hits tanzten viele geschminkte und bunt gekleidete Teilnehmer. Die Menschenmenge folgte den Trucks. Erst durch die Kröpeliner Straße, Breite und Lange Straße bis hin zum Vögenteich – und wieder zurück. Ausgelassene Stimmung bei allen Beteiligten. Auch später am Abend, als etwa „Les Bummms Boys“, Jordan Hanson und die „Weather Girls“ auf der Marktplatzbühne ihre Hits sangen.

Der CSD erreichte Menschen aus dem gesamten Bundesland. „Ich liebe eine Frau, nur zeigen kann ich es leider selten“, berichtet Maria (19) aus Grevesmühlen. Zu oft werde sie deshalb auf der Straße angefeindet und beschimpft. „In der heutigen Zeit sollte es doch egal sein, wer wen liebt. Wir leben schließlich nicht mehr im Mittelalter“, sagt die Schülerin. Die Feierlichkeiten und die Parade seien für sie nur nebensächlich an diesem Tag. „Zusammen mit den vielen Homosexuellen wollen wir öffentlich für mehr Toleranz werben. Dies ist mir enorm wichtig.“

Gleiche Botschaften verschickten ebenso die Redner auf der Bühne. Gefordert wurde unter anderem die Ehe für alle, eine volle Anerkennung von „Regenbogenfamilien“ – auch im Adoptionsrecht – sowie die Aufhebung des Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer. „Jeder soll so leben, wie er es möchte. Wir kämpfen deshalb für mehr Akzeptanz – grenzüberschreitend. Besonders nach den gewalttätigen Übergriffen in der Vergangenheit ist dies enorm wichtig“, sagte Terry Reintke (Grüne), Mitglied des Europäischen Parlaments, auf der Bühne. Die „Rote Karte für Homophobie“ zeigte symbolisch Eva-Maria-Kröger (Linke). Egal für welche Sexualität sich Menschen entscheiden, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen oder nach welchem Lebensmodell sie leben: „Familie ist dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.“

Die Redner bezogen ihre Aussagen auch auf das Attentat in Orlando. Dort hatte ein 29-Jähriger 49 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Der Club war besonders bei Lesben und Schwulen beliebt. „Vielfalt ist Reichtum, grenzenlos und muss jeden Tag geschützt werden. Nur Terroristen hassen Freiheit und Vielfalt“, sagt Cécile Bonnet-Weidhofer vom FDP-Landesvorstand. Sie forderte die Menschen auf, nicht zu schweigen, sondern um eine vielfältige Welt weiterhin zu kämpfen.

„Keiner ist anders. Diese Botschaft ist enorm wichtig. Wir wollen – egal ob Dorf oder Stadt – überall ein Zeichen setzen“, sagt Rosi Gromotka (57) von der Berliner Initiative „Enough is enough“.

Verein seit 2005

Im Jahr 2005 wurde der Verein CSD Rostock gegründet.

An jedem dritten Sonnabend im Juli versammeln sich Tausende Lesben, Schwule, Transgender, deren Familien und Freunde zu einer bunten Demonstration in der Hansestadt Rostock.

„Bunt, schrill und laut machen wir auf uns aufmerksam und nehmen jedes Jahr auf ein Neues aktuelle politische Themen auf und publizieren sie auf unsere Weise. Gleichzeitig bieten wir ,unseren Leuten’ die Möglichkeit, sich so zu zeigen, wie wir nun mal sind“, so die Botschaft des Vereins.

Mathias Otto

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