Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Rostocker Forscher untersuchen Fischparasiten in Indonesien

Südstadt Rostocker Forscher untersuchen Fischparasiten in Indonesien

17 500 Inseln, eine Küstenlänge von 81000 Kilometern und einen enormen Artenreichtum — das ist Indonesien.

Voriger Artikel
Verein hilft Familien durch die Pubertät
Nächster Artikel
Wirtschaftskrimi in Hausbau-Branche

Die Forscher untersuchten Zackenbarsche, da Indonesien weltweit größter Produzent für diese Fischart ist. Fotos (2): Harry Palm

Südstadt. 17 500 Inseln, eine Küstenlänge von 81000 Kilometern und einen enormen Artenreichtum — das ist Indonesien. Durch intensive wirtschaftliche Nutzung und dichte Besiedlung sind die Küstenökosysteme des Inselstaates jedoch stark bedroht. 2003 wurde das Forschungsprogramm „Science for the Protection of Indonesian Coastal Marine Ecosystems“ (Spice) gestartet. Forscher und Studenten aus Deutschland und Indonesien beteiligten sich. Der Lehrstuhl für Aquakultur und Sea-Ranching der Universität Rostock ist seit 2012 involviert und beschäftigte sich mit der Nutzung von Fischparasiten als Bioindikatoren. Im Februar wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen.

OZ-Bild

17 500 Inseln, eine Küstenlänge von 81000 Kilometern und einen enormen Artenreichtum — das ist Indonesien.

Zur Bildergalerie

Untersuchung dauerte 13 Jahre

13 Jahre wurden die Küstenökosysteme von Indonesien untersucht. Dies erfolgte in drei Phasen.

240 Fischparasitenarten konnte das Rostocker Team innerhalb von neun Tagen auf dem Inselstaat sammeln.

200 Arten wurden bisher insgesamt von Forschern in Nord- und Ostsee beschrieben.

„Die Beteiligung Rostocks entstand mit meinem Arbeitsbeginn 2011 an der Universität“, erklärt Lehrstuhlleiter Harry Palm. Sein Team untersuchte Zackenbarsche, da Indonesien weltweit größter Produzent dieser Fischart ist. Den dort ansässigen Fischfarmern fehlten jedoch bisher wichtige Informationen im Umgang mit Parasiten. „Dadurch erkrankten oder starben viele Fische.“ Das Forschungsteam verglich zwischen in Netzgehegen und in der Freiheit lebenden Zackenbarschen und untersuchte, wie die Interaktion zwischen beiden aussieht.

„In Netzgehegen leben die Barsche auf engstem Raum zusammen“, so Palm. Das mache die Übertragung von Parasiten einfach. „Doch häufig erkranken gar nicht die parasitierten Fische, sondern jene, die isoliert gehältert werden.“ Bei ihnen konnten krankheitserregende Bakterien im Darm nachgewiesen werden, welche bei den natürlicherweise parasitierten Fischen in der Umwelt nicht vorkamen. Das bedeutet: „Ein System ist nur intakt, wenn auch Parasiten vorhanden sind, die das Auftreten von Viren und bakteriellen Infektionen verhindern“, betont Palm.

Diese Entdeckung besäße weltweit Relevanz, da kranke Tiere häufig mit Antibiotika behandelt werden. Durch das neu erlangte Wissen lassen sich andere Vermeidungsstrategien entwickeln. „Das ist eine reine Managementgeschichte.“ Parasiten könnten durch Futtermittel oder die Weite der Maschen zugelassen werden.

„Wir erlangten außerdem neue Informationen über Würmer, die durch Meeressäuger auf Menschen übertragbar sind“, so Palm. Indonesien sei bekannt für seine Vielzahl an Delfinen. „Wir haben geschaut, welche Wurmarten vertreten sind und diese genetisch untersucht.“ Im Gegensatz zu anderen Regionen wie entlang der Nordsee gehe von den indonesischen Würmern keine Gefahr für den Menschen aus. „Wir können Entwarnung geben“, freut sich Palm. Immerhin würde sich der Wurm wie eine heftige Blinddarmentzündung anfühlen. Weiterhin konnten die Rostocker noch nicht bekannte Herzwürmer als Schadparasiten in Aquakulturfischen nachweisen und wissenschaftlich beschreiben.

Koordiniert wurde Spice durch das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen. Das Programm teilte sich in drei Phasen. Phase I diente der Bestandsaufnahme von Organismen an der Südküste der indonesischen Insel Java. Untersucht wurde das größte noch intakte Mangrovenökosystem. Harry Palm lebte von 2000 bis 2005 in Indonesien und war zu dieser Zeit lokaler Ansprechpartner. In Phase II wurden mehrere Gebiete innerhalb der Lagune verglichen. Phase III fokussierte sich auf die Mega-Metropole Jakarta und ermöglichte den Vergleich zwischen der kaum verschmutzten Urlaubsinsel Bali und der stark verschmutzten Jakartabucht.

„Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, sagt Palm. „Nun forschen wir in Vietnam.“ Der Lehrstuhl für Aquakultur und Sea-Ranching beschäftigt sich mit der Aufzucht von Fischen und dort auftretenden Problemorganismen. Umweltwissenschaftliche Fragestellungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Von Pauline Rabe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Supreme Surf auf der Erfolgswelle

Junges Unternehmen gewinnt Marketing Award /OZ-Nachwuchspreis geht an die Fahrrädjäger