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Rostocker Forscher wollen Kälber fitter machen

DUMMERSTORF Rostocker Forscher wollen Kälber fitter machen

Für eine Studie werden die Jungrinder auf dem Gut Dummerstorf durch eine künstliche Kälbermama versorgt / Die größere Milchzufuhr soll die Entwicklung der Kühe fördern

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470 Kühe gibt es auf dem Gut Dummerstorf.

Quelle: Rainer Schulz

Dummerstorf. Glänzendes Fell, große Widerstandskraft und ein gutes Gewicht: Kälber, die von Geburt an viel Milch zugeführt bekommen, entwickeln sich besser als solche, die weniger erhalten. Auch geben die üppiger versorgten Tierbabys später selbst mehr Milch. Das belegen erste Untersuchungen von Forschern aus Zürich und Schleswig-Holstein. Die Universität Rostock hat vor einem Jahr nun eine ähnliche Studie begonnen und das Gut Dummerstorf als Kooperationspartner gewonnen. „Wir simulieren mit einer sogenannten Kälbermama, die dem Euter einer Kuh nachempfunden ist, die normale Milchaufnahme“, sagt Petra Wolf, Professorin für Ernährungsphysiologie und Tierernährung an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock.

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Für eine Studie werden die Jungrinder auf dem Gut Dummerstorf durch eine künstliche Kälbermama versorgt / Die größere Milchzufuhr soll die Entwicklung der Kühe fördern

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Die Forscher aus Zürich und Schleswig-Holstein gaben den Kälbern ein- bis zweimal am Tag Milch in großer Menge. Beim „Automaten“ der Uni Rostock können die Tierbabys so viel und so oft trinken, wie sie wollen. Normalerweise bekommen sie am Tag um die 7,5 Liter Milch über drei Mahlzeiten verteilt. Nun schlucken einige Kälber bis zu 21 Liter pro Tag.

„Die Kälberaufzucht in den ersten zwei Wochen ist die sensibelste Phase in der gesamten Jungviehaufzucht“, sagt Petra Wolf. „Kälber, die in den ersten beiden Lebensmonaten krank waren, haben oft ein schlechter entwickeltes Organsystem und sind später weniger leistungsfähig. Besonders Durchfallerkrankungen schwächen das Immunsystem“, so Wolf.

Der Rostocker Master-Student Matthias Miesorski hat sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Saugverhalten neugeborener Kälber beschäftigt. Dabei wurde das Futter der einen Gruppe dreimal am Tag (2,5 Liter) angeboten. Die andere Gruppe der Kälber saugte an der „Kälbermama“, bekam dort die Milch unbegrenzt zur freien Verfügung. „Die Kälbchen, die wussten, dass am Automaten immer Milch zur Verfügung steht, waren weniger hektisch. Sie tranken über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten“, sagt Miesorski. Auch bestätigten sich Befürchtungen nicht, dass die großen Mengen Milch zu Durchfallerkrankungen führten.

Diese Erkenntnis überrascht Professorin Wolf nicht. „Die Kälbchen in unserem Forschungsprojekt verzeichnen täglich eine gute Gewichtszunahme, haben ein glänzendes Fell, sind putzmunter und ohne Durchfall.“ Erste Ergebnisse will sie noch in diesem Monat auf einer Tagung der Gesellschaft für Ernährungs-Physiologie in Hannover vorstellen.

21 Liter Milch pro Tag

470Milchkühe gibt es auf dem Gut Dummerstorf. In der Praxis sei es laut Uni Rostock üblich, dass die Kälber am Tag um die 7,5 Liter Milch über drei Mahlzeiten verteilt bekommen.

Mit der „Kälbermama“ , die dem Euter einer Kuh nachempfunden ist, wird die normale Milchaufnahme simuliert. Die Kälbchen können dann so viel und so oft trinken, wie sie wollen.

Einige schlucken bis zu 21 Liter pro Tag.

Von Wolfgang Thiel

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