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Rostocker Fotograf setzt Mode für die Welt in Szene

Schmarl/Warnemünde Rostocker Fotograf setzt Mode für die Welt in Szene

Thomas Ulrich macht das Lookbook für internationales Label aus Warnemünde

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Auch dieses Lookbook hat Ulrich produziert. Unten sind die Fotos mit Puppen, oben trägt ein Model die Kollektion.

Schmarl/Warnemünde. Ein Bein vor, den Körper etwas eindrehen, Kopf senken, die welligen dunklen Haare hinters Ohr geschoben: Im Sekundentakt wechselt Johanne Landbo ihre Posen. Sie ist absoluter Profi, weiß genau, was sie tun muss – und was Fotograf Thomas Ulrich von ihr braucht. Jeder Klick ein gelungener Schuss. Hin und wieder blickt der Rostocker auf den Bildschirm seines Laptops, um die Details der Motive zu kontrollieren. Auch die Dänin überzeugt sich zwischendurch, ob sie optimal rüberkommt.

OZ-Bild

Thomas Ulrich macht das Lookbook für internationales Label aus Warnemünde

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Es ist eng heute im Fotostudio des 59-Jährigen im Fischereihafen. Er darf für das international bekannte und erfolgreiche Label Beate Heymann Streetcouture aus Warnemünde das Lookbook produzieren.

Das geht in alle Welt, an alle möglichen Kunden, die anhand seiner Fotos die Kollektionsteile der Designerin Beate Hofmann – Heymann ist ihr Mädchenname – ordern. Das mache ihn schon stolz, „aber es weiß ja keiner, dass die Fotos von mir sind. Steht ja nicht direkt drunter“, sagt Ulrich bescheiden. Und diese unaufgeregte Art weiß das Ehepaar Hofmann zu schätzen. „Mit ihm ist es einfach total easy-going. Es ist entspannt, er weiß, was wir brauchen und erduldet viel für uns“, sagt Beate Hofmann, die sich um den kreativen Part kümmert, während Ehepartner Peter mehr das Geschäftliche, alles mit Verträgen und Vertriebspartnern im Blick hat.

Dutzende Outfits hängen auf den langen Kleiderstangen. Ein wahrer Mädchentraum. Auf dem Boden um Ulrichs Ausrüstung herum stehen ebenso viele Schuhe. Derbe Springerstiefel, coole Samttreter. Nach vier bis fünf Posen sind Fotograf und Designerin mit Johanne bereits zufrieden – sie kann sich wieder umziehen. „Die ist toll, der brauch’ ich einfach gar nichts mehr zu sagen“, lobt Ulrich, der seit 1995 selbstständig ist und „leider nicht so oft“ Modestrecken machen könne, wie er es gern würde. „Das bringt hier in der Gegend nicht genug Geld.“ Aber Peter Hofmann bezahle immer pünktlich, das laufe super. Und diese gegenseitige Vertrauensbasis sei wichtig im oberflächlichen, schnelllebigen Modegeschäft, sagt Peter Hofmann, der seit Jahren zwei mal pro Jahr Thomas Ulrich für die Lookbooks bucht. „Einmal für Herbst/Winter und für Frühjahr/Sommer. Ich arbeite am liebsten über einen sehr langen Zeitraum mit den gleichen Leuten zusammen. Und Thomas gehört zu diesen Leuten dazu.“ Er habe modisches Gespür entwickelt und könne sich auf die zwei großen Aufträge pro Jahr für Beate Heymann Streetcouture verlassen.

Der Gelobte grinst hinter seinem Gerät, errötet etwas. Und drückt wieder den Auslöser. Johanne soll einen übergroßen roten Pullover mit Tüllrock dazu in Szene setzen. Ulrich stoppt. „Das sieht jetzt so bauschig aus, könnt ihr das enger machen?“ Beate Hofmann und ihre Assistentin, die studierte Designerin Nicole Küchler (27), wissen, was der Mann hinter der Kamera meint. Sie zupfen an Johanne herum, nehmen große Klammern zu Hilfe, Stylistin Melanie Schoene aus Berlin richtet die braune Mähne. Weiter. „Nach dem nächsten Outfit machen wir oben Pause“, schlägt Peter Hofmann vor. Statt Fingerfood mit Zungenbrecher-Zutaten gibt es belegte Brötchenhälften und Obst für alle. Stärkung für die nächsten Stunden.

Ulrich arbeitet für solch ein Shooting quasi 48 Stunden durch. Allein drapiert er die Kollektion auf Puppen, um so den Kunden nur die Teile ohne Model zeigen zu können, dann folgen die Aufnahmen vor weißer Kulisse mit Johanne. Nach dem Lookbook-Shooting entsteht noch der Modekatalog mit ausgewählten Kleidungsstücken. Das übernimmt der renommierte Modefotograf Lado Alexi. Ulrich macht mit Hofmann die Retusche für sämtliche Bilder. Eifersüchtig, dass er nicht die Katalogbilder schießen darf, sei er nicht. „Lado ist Modeprofi, macht nur das. Wenn ich seine Bilder zur Retusche bekomme, kann ich viel von ihm lernen.“

Claudia Tupeit

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