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Rostocker Labor schließt: Wer prüft jetzt unser Wasser?

Stadtmitte Rostocker Labor schließt: Wer prüft jetzt unser Wasser?

Eurawassers Labordienstleister AQS stellt Betrieb an der Warnow ein / Alle Proben müssen jetzt nach Schwerin gebracht werden / Streit ums Trinkwasser geht weiter

Stadtmitte. Warnowwasser zu Trinkwasser – das Rostocker Wasserwerk ist eines der wenigen in Deutschland, die Flusswasser in trinkbares Nass verwandeln. Mit hohem Aufwand und gut kontrolliert. Bevor bis zu 42000 Kubikmeter Trinkwasser täglich durch das Netz fließen, wird das Lebensmittel genauestens untersucht. Das geschieht vor allem im Labor auf dem Eurawasser-Gelände in der Carl-Hopp-Straße. Acht Mitarbeiter analysieren hier täglich Trink- und Abwasserproben. Noch – denn zum Jahresende wird der Laborbetrieb in Rostock eingestellt.

Aqua Service Schwerin (AQS), der von Eurawasser beauftragte Labordienstleister, gibt den Standort auf. Zur Verbesserung seiner Marktposition wolle AQS seinen Hauptsitz Schwerin stärken, lässt Geschäftsführer Bert Jagnow in einer Stellungnahme mitteilen. Der Versorgungsauftrag mit Eurawasser ende zum 30. Juni 2018, dann werde der Warnow Wasser- und Abwasserverband (WWAV) Labordienstleistungen, die heute in Rostock erbracht würden, in den Wettbewerb stellen, heißt es im Schreiben. „Auf diesen Wettbewerb wird sich die AQS in den verbleibenden zwei Jahren intensiv vorbereiten.“ Die Rostocker Leistungen würden auf Schwerin übertragen, Mitarbeiter und Laborausrüstung zögen um. Kunden hätten keine Nachteile. Das bleibt abzuwarten. Künftig müssen Proben erst nach Schwerin gebracht werden, folglich verzögern sich Analyseergebnisse. Im Ernstfall könnte schon belastetes Wasser im Netz sein, bevor erste Testergebnisse vorliegen.

„Im Vertrag mit der AQS sind die notwendigen Fristen für die Probenahme bis hin zur Analyse und Übergabe der Daten festgelegt“, reagiert Eurawasser-Geschäftsführer Robert Ristow. „Die betriebsnotwendigen Parameter werden tagfertig untersucht. Weitere Parameter werden in Abhängigkeit von der notwendigen Analysendauer übergeben“, so Ristow. AQS unterhalte ein Bereitschaftssystem, um in besonderen Situationen Laborkapazitäten zur Verfügung zu stellen.

„Wir hätten es lieber gesehen, wenn das Labor am Standort erhalten bleibt“, sagt Olaf Danneberg, stellvertretender WWAV-Geschäftsführer. „Aber es liegt nicht in unserem Ermessen.“

Eurawasser-Mitarbeiter, die nicht genannt werden wollen, sind ratlos. Es sei bundesweit einmalig, dass eine Stadt wie Rostock für die Kontrolle des Lebensmittels Wasser kein Betriebslabor am Ort habe. Sie sehen keine Ersparnis, sondern eher ein weiteres Störmanöver der Eurawasser-Konzernmutter Remondis gegen die geplante Rekommunalisierung der Wasserversorgung.

Ab 1. Juli 2018 soll Nordwasser, eine Tochter des WWAV und der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV), die Wasserversorgung übernehmen. Die Kommune verspricht sich davon sinkende Kosten für die Verbraucher. Der Vertrag mit dem privaten Versorger läuft aus, doch Eurawasser und Remondis wollen dies nicht hinnehmen. Sie legten Beschwerde gegen die Vergabe an Nordwasser ohne europaweite Ausschreibung ein – die wurde von der Vergabekammer des Wirtschaftsministeriums abgewiesen. Informationen zum Personal in einzelnen Strukturen, die der WWAV für den reibungslosen Übergang benötigt, werden nicht herausgegeben – nun klagt der WWAV auf Auskunft. Die Remondis-Gruppe, der zu 75 Prozent übrigens auch AQS gehört, gründet in Bargeshagen eine Tochterfirma zu Wasserver- und -entsorgungsleistungen.

Doris Kesselring

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