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Rostocker bedankt sich bei seinem Lebensretter

Südstadt Rostocker bedankt sich bei seinem Lebensretter

Bayerischer Stammzellenspender und Mecklenburger Empfänger begegneten sich in der Uni-Klinik / Zwei Jahre durfte es nur Briefe geben

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Ein erstes Treffen: Onkologie-Chef Professor Christian Junghanß (v.l.), Stammzell-Spender Werner Romankiewicz, Empfänger Friedrich Wilhelm Bluschke und Transplanteur Sebastian Freitag.

Quelle: Unimedizin

Südstadt. Es kommt nicht oft vor, dass ein Spender von Stammzellen mit dem Empfänger zusammentrifft. In Rostock ist dieser bewegende Moment kürzlich eingetreten.

Wer helfen will, kann sich an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wenden. Ein Registrierungsset kann unter www.dkms.de angefordert werden.

Friedrich-Wilhelm Bluschke, ehemaliger Landesvorsitzender der AOK, schloss seinen Lebensretter in die Arme. Der kommt aus Bayern, heißt Werner Romankiewicz, war vor dem Besuch seines Schützlings noch nie im Norden – und das Helfen liegt ihm im Blut: Er ist Rettungsassistent. „In meinem Job gebe ich die Patienten an der Tür zur Notaufnahme ab. Ich erfahre nie, wie es ihnen weiter ergeht. Hier sollte das anders sein“, erzählt der junge Mann.

MDS (Myelodysplasie) – eine Blutreifungsstörung, die mit großer Wahrscheinlichkeit in Blutkrebs übergehen kann – im Sommer 2013 erhält Bluschke die Zufallsdiagnose bei einer kardiologischen Routineuntersuchung und landet zur weiteren Abklärung in der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Rostocker Uni-Medizin. „Viele Erkrankte brauchen sehr schnell einen Spender“, sagt Onkologie-Chef Professor Christian Junghanß.

Bluschke hat Glück. Ein Kandidat für die Stammzellspende ist schnell gefunden. In Bayern bekommt Romankiewicz den schicksalhaften Anruf der Bayrischen Stammzellbank. Er ist sofort bereit, lässt sich einen Tag lang medizinisch „umstülpen“, wie er sagt. Seine Blutwerte füllen vier Seiten.

Die Gewebeeigenschaften stimmen, das Transplantat wird entnommen, geht nach Rostock. Und am 14. Januar 2014 ist Bluschke der erste Stammzell-Transplantationspatient im Jahr. Ihm wird ein Zugang in ein großes Gefäß gelegt. Aus einem Infusionsbeutel gelangen die fremden Stammzellen in seinen Organismus; sie finden automatisch ihren Weg. Bluschkes Körper bekommt ein ganz neues Immunsystem. Sogar die Blutgruppe des Spenders übernimmt er. „Nach zwei Stunden siedeln sich die ersten der neuen Zellen im Knochenmark an“, sagt Sebastian Freitag, Bluschkes Transplanteur. Die Mediziner beobachten die Entwicklung über Monitore.

Die psychische Belastung für den Patienten sei enorm, so Junghanß. „Wenn er ein Organ bekommt, etwa eine Niere, hat er eine OP, danach eine Narbe und weiß, es ist passiert. Bei der Zellspende gibt es für ihn zunächst nichts zu sehen. Erst nach Wochen treten die Nebenwirkungen auf, die diesen Eingriff so speziell machen und das Verfahren an die Spezialzentren bindet. Der Patient muss Geduld haben und darauf vertrauen, dass alles gut gehen wird."

Auch Bluschke macht die Ungewissheit zu schaffen. „Ich lag da, war auf null gestellt und dachte: Bayrische Stammzellen – geht das gut?“, witzelt er heute. Lange muss er in einer Überdruckkabine ausharren und warten. An Tag 14 fühlt er etwas. „Wie frisch gesäter Rasen, der aufgeht“, schildert er heute sein Empfinden.

Zwei Jahre lang dürfen Spender und Empfänger maximal über Briefe in Kontakt treten, aber nicht direkt; Namen und Adressen sind tabu.

Nach Ablauf der Zeit forderte Spender Romankiewicz sofort Bluschkes Daten an – und es gab einen ersten Besuch. „Wir mochten uns gleich“, sagt Bluschke und resümiert: „Ich hatte noch einmal in meinem Leben dreifach Glück: mit dem rechtzeitigen Erkennen der Krankheit, mit meinem Spender und mit der Klinik."

Kerstin Beckmannn

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