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Rostocker haben mehr Geld

Stadtmitte Rostocker haben mehr Geld

Die Kaufkraft in der Hansestadt wächst weiter: 18 863 Euro kann jeder Einwohner pro Jahr ausgeben – 4500 Euro mehr als vor zehn Jahren / Handel: Geiz ist nicht mehr geil

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Caro Sternhagen (23) kauft gern in Rostocks Innenstadt ein.

Quelle: Foto: Ove Arscholl/umfrage: Julia Fischer

Stadtmitte. Der wirtschaftliche Aufschwung der Hansestadt – er kommt jetzt auch in den Portemonnaies der Einwohner an. Und zwar spürbar: Jeder Rostocker hat im Durchschnitt satte 4500 Euro pro Jahr mehr zum Ausgeben als noch vor gut zehn Jahren. Das geht aus der jüngsten Kaufkraft-Studie des Rostocker Statistikamtes und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Auch die Händler in der Stadt spüren das: Geiz ist nicht mehr geil. Im Gegenteil.

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Die Kaufkraft in der Hansestadt wächst weiter: 18 863 Euro kann jeder Einwohner pro Jahr ausgeben – 4500 Euro mehr als vor zehn Jahren / Handel: Geiz ist nicht mehr geil

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3,8 Milliarden Euro haben alle Rostocker

zusammen pro Jahr zum Ausgeben zur

Verfügung. Das ist knapp eine Milliarde mehr als 2005. In ganz MV liegt die Kaufkraft

bei 29,1 Milliarden

Euro.

Milliarden für Einkäufe

Die Zahlen aus der Studie wirken gigantisch: Innerhalb von nur zehn Jahren ist die Kaufkraft in der Hansestadt um eine Milliarde Euro gestiegen. Insgesamt hatten alle Rostocker zusammen im Jahr 2016 3,8 Milliarden Euro zur Verfügung – für Miete oder für Hausbau-Kredite, für Lebensmittel und Kleidung, Elektrogeräte und Möbel, Sportartikel und Schmuck. Das macht exakt 18863 Euro pro Einwohner. Zwar liegt Rostock immer noch knappe 14 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, doch die Hansestadt hat in den vergangenen fünf, sechs Jahren enorm aufgeholt. Allein seit 2010 wuchs die Kaufkraft um 600 Millionen Euro jährlich an.

Warnemünder die „Reichsten“

Der wachsende Wohlstand fällt innerhalb der Stadt sehr unterschiedlich aus. Die „reichsten“ Einwohner der Hansestadt leben laut GfK-Zahlen im PostleitzahlenBereich 18119 – Warnemünde, Hohe Düne, Diedrichshagen. 22591 Euro hat jeder Bewohner im Norden Rostocks rechnerisch pro Jahr zur Verfügung. Damit liegt Warnemünde sogar über dem Bundesschnitt. Knapp darunter liegen die Gartenstadt und die Südstadt. Dort haben die Menschen ebenfalls mehr Geld zur Verfügung als in der Innenstadt, in Reutershagen oder auch in Brinckmansdorf.

KTV ist Schlusslicht

In Evershagen und Groß Klein – dem Postleitzahlen-Bereich 18106 – spüren die Einwohner den Aufschwung am deutlichsten. 2010 waren die Ortsteile noch Schlusslicht in Sachen Kaufkraft. Damit ist es vorbei – dank eines Zuwachses von knapp 4000 Euro pro Person und Jahr. Die „rote Laterne“ haben die KTV und das Hansaviertel übernommen: Mit einer Kaufkraft von gerade mal 16317 Euro haben die Einwohner dort das wenigste Geld zur Verfügung. Erklärung: In keinem anderen Stadtteil leben so viele junge Menschen im Alter zwischen 15 und 35 – Schüler, Studenten, Berufsanfänger. Die haben in der Regel nur wenig Einkommen.

Handel spürt Aufschwung

Dass die Rostocker mehr Geld haben – das können die Händler in der Hansestadt bestätigen. „Viele Geschäfte in der Innenstadt konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr leicht steigern – und das, obwohl der Internet-Handel uns zunehmend Konkurrenz macht“, sagt Peter Magdanz, Rostocks Citymanager. Wenn sowohl Online- als auch Innenstadt-Verkäufe zulegen, könne das nur daran liegen, dass „die Menschen wieder mehr Geld zum Ausgeben haben“, so Magdanz. 5206 Euro gibt jeder Einwohner der Stadt laut der Studie pro Jahr im Einzelhandel aus. Der größte Teil davon entfällt auf Nahrungs- und Genussmittel – 2130 Euro. Möbel lassen sich die Rostocker 422 Euro kosten, Kleidung „nur“ 375. Auffällig: 206 Euro gibt jeder Einwohner pro Jahr für Unterhaltungselektronik und digitale Medien aus – für Computer, Spiele, Musik und Filme. Das ist die einzige Kategorie in der die Rostocker mehr Geld ausgeben als die Deutschen im Bundesdurchschnitt.

Rostocker kaufen mehr Qualität

Einen Trend spüren die Händler noch: „In den zurückliegenden fünf, sechs Jahren beobachten wir, dass die Rostocker stärker für Qualität zu begeistern sind“, sagt Frank Meißler, Chef des Globus-Warenhauses in Roggentin. Fair gehandelte Produkte oder regionale Spezialitäten: „Diese Waren sind nicht immer die günstigsten, finden aber mehr Absatz. Das ist für uns Indiz, dass die Kaufkraft steigt“, so Meißler. Johannes Hülsmann, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof an der Breiten Straße, hat auf diesen Umstand bereits reagiert: Das Warenhaus wurde umgebaut, bietet seitdem mehr hochklassige Marken (Calvin Klein und Tommy Hilfiger zum Beispiel). Das macht sich bezahlt: Konkrete Zahlen nennt Hülsmann nicht, aber: „Wir sind gewachsen.“

Qualität lassen sich die Rostocker mehr denn je etwas kosten, heißt es auch aus dem Ostseepark in Sievershagen. Das veränderte Kaufverhalten sei ein Grund für den Umbau und die Erweiterung des Centers gewesen. Mit Erfolg: Center-Manager Jens Fischer spricht von einem Umsatzplus von sechs Prozent seit 2012: „Das ist ein Indiz für die wachsende Kaufkraft.“ Und dass die Hansestadt immer noch unter dem Bundesdurchschnitt liegt – „das ist für uns kein Problem“, so Kaufhof-Chef Hülsmann. Die vielen Touristen, die an die Warnow kommen, machen einen signifikanten Anteil seiner Kundschaft aus – „und sie bringen weitere Kaufkraft mit“.

Andreas Meyer

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