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Rostocker setzen Zeichen gegen Rassismus

Stadtmitte Rostocker setzen Zeichen gegen Rassismus

Mehrere Hundert Menschen nehmen an Kundgebung am Uniplatz teil

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Tatiana Parlayuksel aus Russland nutzt die Wand, um ihr Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Quelle: Foto: Thomas Niebuhr

Stadtmitte. Die weißen Wände füllen sich, immer mehr Menschen nutzen die Gelegenheit , um ihr persönliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Mehrere Vereine, Kirchgemeinden, Bündnisse und engagierte Menschen hatten gestern zu einer Kundgebung auf dem Uniplatz aufgerufen. Mehre Hundert Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern waren gekommen, um ihr Gesicht gegen Rassismus zu zeigen.

Asadallah aus Afghanistan hat in Rostock schon drei Mal schlechte Erfahrungen gemacht. Sowohl verbale als auch körperlichen Attacken habe er erlebt, berichtet der 26-Jährige. Gestern war ihm wichtig zu zeigen, dass Afghanistan kein sicheres Land für ihn ist. Adam Ali aus Somalia hatte persönlich noch keine Probleme, weiß aber von Anderen, die Rassismus erlebten. Er freute sich über die Kundgebung gestern.

Seit 20 Jahren kümmert sich der Verein Ökohaus in Rostock um Geflüchtete, betreut aktuell 500 Menschen. Rassismus habe es in all den Jahren gegeben, erzählt Sozialarbeiterin Ulrike Wanitschke. „Das Ausmaß ist aktuell gestiegen. Vorurteile scheinen hoffähig geworden zu sein.“ Erst in in dieser Woche waren drei junge Syrer von Hansa-Fans beleidigt und angegriffen worden. An vielen, auch öffentlichen Stellen sei der Rassismus spürbar, weiß Ulrike Wanitschke. Ob bei der Wohnungssuche, bei Behörden, Banken, in der Arbeitswelt oder selbst bei der Arztsuche gebe es für die Geflüchteten Probleme, berichtet Ulrike Wanitschke. Wenn Männer zuhause gewalttätig werden, dann seien es eben Männer und nicht Syrer, Afghanen oder Deutsche, kritisiert sie oft überzogene Polizeieinsätze. In viele Clubs der Stadt würden Geflüchtete gar nicht erst hineingelassen. „Wir rufen die Rostocker dazu auf, gemeinsam mit uns ein deutliches Zeichen gegen Rassismus hier setzen.“

Kathrin Diesterbeck, die erst kürzlich aus Berlin nach Rostock zog, war es wichtig, gestern genau das zu tun. Die Lehrerin malte auf die Wand ein Segelschiff mit der Aufschrift „One world“. Tatiana Parlayuksel setzt ebenfalls ein Zeichen. Die Russin macht gerade ein Praktikum in Rostock. Die drei Wände mit den Zeichen gegen Rassismus gehen nun auf Wanderschaft durch Stadt, wie werden an öffentlichen Plätzen, in Schulen und Kitas oder in den Stadtteilzentren zu sehen sein, kündigt Arne Bölt von der Innenstadtgemeide an. „Damit sie von möglichst vielen Menschen gesehen werden.“

Tag der Begegnungen in der Neptun-Schwimmhalle

Zur Internationalen Woche gegen Rassismus veranstalten zahlreiche Institutionen und Vereine am 22. März von 10 bis 14 Uhr einen Tag der Begegnungen im Neptunbad. Die Veranstalter wollen ein Zeichen für Respekt und Toleranz setzen. Die Anti-Rassismuswoche gehen zurück auf den 21. März 1960, als 69 Menschen im südafrikanischen Sharpeville durch Polizeischüsse starben. 1966 riefen die Vereinten Nationen den 21. März zum „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ aus.

Thomas Niebuhr

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