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Rostocker sind Kubb-Weltmeister

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Rostocker sind Kubb-Weltmeister

Die Teams „Kubb’Ings“ und „Fortschritt99“ sind Favoriten der Szene / Geschicklichkeitsspiel beliebt

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Die beiden Teams: Björn Görlitz (werfend), David Jüttke, Christoph Käckenmeister, Markus Brandt, Andreas Pieper und Robert Harnack.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Robert Harnack holt aus und wirft ein Wurfholz in die Mitte des acht Meter langen Spielfeldes. Das Holz trifft einen Klotz, der erst wackelt, bevor er schließlich umfällt. „Gewonnen“, ruft Harnack und lacht. Der 31-Jährige und sein Team „Kubb’Ings“ sind Deutscher Meister, wurden fünf Jahre in Folge Europameister und sind seit August dieses Jahres erneut Weltmeister im Kubb.

 

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Robert Harnack (l.) und Andreas Pieper spielen Kubb. Die Rostocker werfen Wurfhölzer gegen den „König“.

Quelle: Fotos: Katharina Ahlers, Privat

Kubb: Maximal sechs Spieler pro Team

Eine Kubb-Mannschaft besteht aus mindestens einem und maximal sechs Spielern.

Bei der Kubb-Weltmeisterschaft in Schweden traten 170 Mannschaften an. Gespielt wurde in drei Gruppenspielen sowie im Sechzehntel-, Achtel- Viertel-, Halbfinale und Finale.

Bis 2013 wurde in Rostock das nationale Kubb-Turnier „Kubb-Open“ veranstaltet. National gibt es jährlich etwa 40 Turniere.

Bei dem Geschicklichkeitsspiel, das auch als Wikingerschach bezeichnet wird, treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Vor jedem Team sind fünf Holzblöcke, die Kubbs, aufgebaut. In der Mitte steht ein weiterer Holzblock, der König. Beide Teams müssen zunächst versuchen, mithilfe von Wurfhölzern die Kubbs der anderen umzuwerfen. Ist das gelungen, wird auf den König gezielt. „Mir gefällt, dass es ein geselliges Spiel ist. Immer wenn man im Park oder am Stadthafen das Spiel herausholt, schließen sich viele spontan an“, sagt der Bauingenieur, der 2008 als Student mit Kubb angefangen hat.

„Die ersten zwei Jahre haben wir viel gespielt und haben die eine oder andere Vorlesung dafür ausfallen lassen“, verrät Harnack.

Zusammen mit seinen Teamkollegen Andreas Pieper und David Jüttke hat er als „Kubb’Ings“ bereits an zahlreichen nationalen und internationalen Turnieren teilgenommen. Zur diesjährigen Weltmeisterschaft auf der schwedischen Insel Gotland hat sich sein Team mit den drei Spielern der Konkurrenz von „Fortschritt99“ zusammengeschlossen – und sich gegen 170 Mannschaften durchgesetzt.

„Das ist ein tolles Gefühl, wenn man in Schweden gegen ein schwedisches Team im Finale gewinnt und den Titel holt“, sagt Andreas Pieper. „Es waren gefühlt alle 700 Zuschauer gegen uns.“ Vorbereitet haben sich die beiden Teams nicht. „Früher haben wir uns vor Turnieren immer vorher getroffen und exzessiv Kubb gespielt“, sagt Pieper, der mittlerweile in Basel lebt. „Aber das ist nun nicht mehr möglich – wir sind zwar alle sechs gebürtige Rostocker, wohnen aber weit voneinander entfernt und treffen uns zu den Turnieren.“

Die Kubb-Szene in Deutschland wächst. 100 Einzelpersonen und sieben Vereine sind derzeit Mitglied im Deutschen Kubb-Bund. „Vor zwei Jahren haben wir mit 25 Mitgliedern angefangen“, sagt Präsident Jens Meier. „Seitdem sind zahlreiche Mitglieder, Vereine und nationale Turniere hinzugekommen.“ Auch wenn das Spiel noch immer relativ unbekannt sei, gehört Deutschland neben Belgien, Schweden, Norwegen und Tschechien zu den „Kubb-Nationen“. „Unser Traum ist es auf lange Sicht, irgendwann olympisch zu werden“, sagt Meier. „Dafür bräuchten wir allerdings 10 000 Mitglieder. Das wird noch einige Zeit dauern.“ Auf die sechs Weltmeister ist der 24-Jährige stolz. „Es ist immer schön, wenn sich deutsche Teams durchsetzen können. Die Männer sind alle große Kubb-Spieler.“

Robert Harnack wird im kommenden Jahr mit Björn Görlitz, Mitglied von „Fortschritt99“,nach Amerika fliegen, um bei der US-Meisterschaft anzutreten. Der 31-Jährige wünscht sich, dass sein Sport mehr Aufmerksamkeit bekommt. „Kubb eignet sich für jeden. Die Regeln sind schnell zu verstehen und das Spiel macht sowohl älteren als auch jüngeren Menschen Spaß“, sagt er. „Bei den Meisterschaften kann sich jeder anmelden – wir haben sogar schon gegen Rollstuhlfahrer gespielt.“

Zeit für ein anderes Hobby bleibt dem Bauingenieur kaum. „Ich spiele gern Tennis und schwimme“, sagt er. „Aber in der Kubb-Saison zwischen Mai und Oktober ist es schwierig, noch etwas anderes zu machen. Wenn man etwas liebt, muss man viel Zeit investieren.“

Katharina Ahlers

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