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Rostocks Parkplatz-Problem erreicht den Nordwesten

Groß Klein Rostocks Parkplatz-Problem erreicht den Nordwesten

Zu wenig Stellplätze, zu viele Autos: Groß Klein sucht nach Gründen

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Im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg stehen die Autos auf der Straße. Der Ortsbeiratsvorsitzende hält das vor allem für Bequemlichkeit.

Quelle: Foto: Sören Hanisch

Groß Klein. Es sind Szenen, die man sonst eher von der Stadtmitte erwartet. Gerade in den Abendstunden reihen sich die Autos hinter- und nebeneinander. Kaum eine Lücke bleibt vor den Wohnhäusern unbesetzt. Die Suche nach einem Parkplatz erschwert sich mittlerweile auch im Nordwesten Rostocks.

„Die Situation ist in der Stadt grundsätzlich angespannt. Das ist kein Geheimnis“, sagt Andreas Bechmann vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Das hänge ganz einfach damit zusammen, dass es zu wenig Parkflächen beziehungsweise zu viele Autos gebe. Allein in der Zeit von 2014 bis 2015 habe es in der Hansestadt einen Anstieg von 829 Fahrzeugen gegeben, erklärt auch Hans Duschl, ein Sprecher vom ADAC Hansa. „Damit wächst in Rostock die Zahl insgesamt auf 80 820 Autos.“ Zwar habe nicht jeder Haushalt einen Wagen, doch der Trend zum Zweitauto halte weiterhin an.

An dieser Zahl könne der KOD ebenso wenig etwas ändern, wie an der Anzahl der Parkplätze. Das sei Aufgabe des Amtes für Verkehrsanlagen. „Wir setzen das Recht nur um“, erklärt Bechmann. Aktuell seien beim Ordnungsdienst 16 Mitarbeiter als Verkehrsüberwacher im Einsatz. „Gerade im Kolumbusring oder in der Trelleborger Straße sind wir regelmäßig unterwegs und müssen Verwarnungen aussprechen“, und zählt damit Straßen in anderen Stadtteilen im Nordwesten auf.

Durch die angespannte Situation in der Stadt kämen sie kaum noch hinterher. „Wir müssen uns Prioritäten setzen“, betont er. Schwerpunkte seien unter anderem die Feuerwehrzufahrten, Rettungswege, Spielstraßen sowie die Straßen vor Schulen oder Pflegeheimen.

„Wenn tagsüber die Leute arbeiten, entspannt sich die Situation, aber abends geht es dann wieder los“, weiß Bechmann vom KOD. Das sei gerade in Stadtteilen, die überwiegend als Wohnort und weniger als Arbeitsplatz genutzt würden, der Fall. Das Problem sei auch die Einstellung der Fahrer. „Es muss ja nicht jeder sein Auto vor der Haustür abstellen“, betont er.

Doch genau hier liege nach Ansicht von Uwe Michaelis (SPD), dem Ortsbeiratsvorsitzenden von Groß Klein, das Problem. „Jeder möchte sein Auto im Blickfeld haben. Aber einige sind einfach zu bequem, ihren Wagen ein paar Meter weiter wegzustellen“, sagt Michaelis. Dadurch erschwere sich natürlich die Suche nach einem Parkplatz vor den Wohnhäusern massiv.

Die größte Schwierigkeit in seinem Ortsteil gebe es momentan im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg. „Das Problem hat wegen der neuen Wohnblöcke zugenommen“, so der Ortsbeiratsvorsitzende.

Vielen ist der dazugehörige Parkplatz jedoch zu teuer. „40 Euro für einen Stellplatz pro Monat, das sehe ich nicht ein“, beschwert sich ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen möchte. Deswegen würden einige auf den Gerüstbauerring ausweichen. Andere blockieren mit ihren Parkmanövern stattdessen die Straße. „Mein Sohn fährt einen Transporter und kann nur schlecht durch den Weg fahren“, sagt eine weitere Frau aus Groß Klein.

„Fast jede Familie hat mittlerweile ein Auto, dafür waren die Stadtteile einfach nicht ausgelegt“, betont der Groß Kleiner. Zu DDR-Zeiten, als die Wohngebiete im Nordwesten geplant und gebaut wurden, seien Autos schließlich rar gewesen. Doch nicht nur die Anzahl, auch für die Art der neuen Fahrzeuge, sei die Stadt nicht angelegt worden. „Wir beobachten seit Jahren, dass mehr SUVs und Geländewagen zugelassen werden“, erklärt Duschl. Auch die neueren Kraftwagen würden an Länge und Breite zunehmen. Zum Teil soll dies an technischen Eigenheiten wie Seitenairbags liegen, doch auch bei der Entwicklung dieser Fahrzeuge stehe das Gefühl von Komfort und Sicherheit für den Fahrer im Fokus. Er vermutet, dass dieser Trend auch nicht abreißen werde. „Diese Autos brauchen daher auch beim Parken einfach mehr Platz“, sagt Duschl. Der ADAC-Sprecher ist der Meinung, dass innerstädtisch nur eine gute Mischung von Verkehrsmitteln diese Lage entspannen könne. „Investitionen in den Nahverkehr sind gut und wichtig, vielleicht sollte man auch auf kostenlose Park-and-Ride-Plätze setzen.“

Falschparken kann teuer werden

3,3 Millionen Euro hatte Rostock im Jahr 2015 an Einnahmen aus Buß- und Verwarngeldern verplant. Derzeit arbeiten im Ordnungsdienst 16 Mitarbeiter als Verkehrsüberwacher.

Parken im Parkverbot kostet mindestens 15 Euro Strafe. Wenn dabei Rettungsfahrzeuge behindert werden, sind es sogar 60 Euro.

Wer einen Parkschein zieht und nicht rechtzeitig zurückkehrt, muss 25 Euro Strafe zahlen.

Johanna Hegermann und Sören Hanisch

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