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Rostocks Stadtgeschichte eingefroren

Rövershagen Rostocks Stadtgeschichte eingefroren

22 Künstler erzählen in 15. Rövershäger Eiswelt kuriose Geschichten zum 800. Stadtjubiläum

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Karlis Ile (v. l.), Maija Puncule und Ainars Zigniks aus Lettland bauen ein Schiff aus Eis, das als Bar zur Verkostung von Rostocker Kümmel einlädt. 22 Künstler aus zehn Ländern werden „800 Jahre Rostock“ geschichtlich mit Eisskulpturen darstellen.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Rövershagen. Klirrende Kälte in Karls Erlebnis-Dorf. Minus acht Grad – das ist die Betriebstemperatur, der 22 Künstler aus zehn Ländern seit gestern in Rövershagen ausgesetzt sind. In dicke rote Winterjacken gehüllt machen sie sich an großen Eisblöcken zu schaffen. Mit Kreissäge, Hammer und Meißel zaubern sie aus mehr als 350 Tonnen Eis „Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock“. Zusammen mit Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling hat Karls-Geschäftsführer Robert Dahl gestern das Thema der 15. Eiswelt in Rövershagen verkündet.

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22 Künstler erzählen in 15. Rövershäger Eiswelt kuriose Geschichten zum 800. Stadtjubiläum

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Damit ist „Moby Dick“ Schnee von gestern. Bagger haben die 2000 Quadratmeter große Ausstellungshalle vor zehn Tagen erst von Schnee und Eis befreit und den legendären Wal zum Schmelzen gebracht.

„Aber 172000 Besucher haben die elf eiskalten Szenen um Moby Dick gesehen“, berichtet Erdbeer-Dorf-Chef Dahl stolz von einem neuen Besucherrekord.

Mit kuriosen in Eis gefassten Geschichten aus 800 Jahren Rostock will er nun noch mehr Gäste anlocken und die 200000-Besucher-Marke knacken. An 18 Stationen werden historische Figuren porträtiert, bisher unbekannte Anekdoten mit Augenzwinkern erzählt. Beispielsweise die des Erikativs, das auf die gebürtige Rostockerin Erika Fuchs zurückgeht. Die langjährige Übersetzerin der Micky-Maus-Comics hat in den Sprechblasen das Uff und Stöhn, Schmatz und Kreisch erfunden, erzählt Dahl. „Das sind Erikative, und die finden sich in einer eisigen Szene wieder“, berichtet Dahl. Niall Amagee aus Irland setzt das Eiswerk, von der Rostockerin, die Donald Duck das Sprechen lehrte, in den nächsten Wochen um.

Die Eisbar, eine Kogge, wird von Karlis Ile, Maija Puncule und Ainars Zigniks aus Lettland gebaut. Ihr Motto: „Wat trink wie nu? Mann un Fru“, eine kleine Erinnerung an die Rostocker Likörfabrik und den Lehment’schen Kümmel. Durch gotische Eistore wandelt der Besucher in der neuen Ausstellung, die am 9. Dezember eröffnet wird, von Szene zu Szene. Er trifft auf den Rostocker Nachtwächter, über den ein Nachttopf ausgekippt wird und auf Hein Hannemann und seinen „Rüpel“ auf einer Eisscholle. „Der kleine Hund versteckt sich übrigens an verschiedenen Orten der Ausstellung“, verrät Othmar Schiffer-Belz, ein Urgestein der Eiswelt, der alljährlich die Künstler nach Rövershagen lockt und sie betreut.

Die weiteste Anreise hatte in diesem Jahr Anne Marie Taberdo aus Australien. Sie werkelt an einem eisigen Kreuzfahrtschiff mit Kussmund und Rutsche. Mehrere Künstler kommen aus Russland, aber auch aus der Mongolei, Malaysia, Thailand, Japan, Senegal. Sogar einen Eisskulpturen-Weltmeister, Eduard Ponomarenko aus Russland, konnte der Erdbeerhof verpflichten. „Wir stehen da im Wettbewerb mit anderen Veranstaltern in den USA und in Japan zum Beispiel“, erzählt Schiffer-Belz. Doch inzwischen habe sich Rövershagen einen guten Namen gemacht und die Künstler bewerben sich. Flugkosten, Unterkunft und Verpflegung sowie ein kleines Honorar werden gestellt.

Rostocks OB ist begeistert von der Eis-Schau: „Wir bauen mit Malaysia auf der Genting Werft nicht nur richtige Schiffe gemeinsam, sondern schaffen auch zusammen eine Eiswelt.“ Das Stadtwappen in Eis, Astronom Tycho Brahe mit goldener Nase, die astronomische Uhr der Marienkirche und selbst Jeans aus Rostock von Shanty aus DDR-Zeiten. „Da suchen wir noch originale Wisent- oder Boxer-Jeans“, sagt Dahl, „die wir in Eis legen wollen.“ Ins Eisbett können sich Besucher auch begeben. Nach der Premiere mit einem Zimmer im kleinsten Eis-Hotel der Welt wird die Kapazität in dieser Eisausstellung verdoppelt. „Wir bieten in zwei Eiszimmern Übernachtungsmöglichkeiten an“, wirbt Robert Dahl.

Doris Deutsch

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