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Rostocks Wald wächst wieder – und die Bürger helfen mit

Torfbrücke Rostocks Wald wächst wieder – und die Bürger helfen mit

150 Freiwillige bei Pflanzaktion in der Heide / 300000 neue Bäume in 2016

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Revierförster Stefan Schlüter (re.) erklärt den Helfern der Jugendwehr Rostocker Heide, wie tief die Bäume gepflanzt werden müssen. FOTOS: OVE ARSCHOLL

Torfbrücke. . Der Rostocker Wald wächst – und Emma (6), Emily (4), Erik (3) und Eddy (2) helfen dabei kräftig mit. Mit ihren kleinen Schaufeln buddeln sie an diesem Sonnabend nicht in der Sandkiste, sondern im Boden der Rostocker Heide. Viele kleine Löcher sollen es am Ende sein. Für viele junge Bäumchen. Und die vier Kleinen sind nicht allein an diesem Sonnabend im Wald bei Torfbrücke: 150 freiwillige Helfer sind bei der Pflanz-Aktion „Bürger für Bäume“ mit dabei. Mehr als 500 Pflanzen bringen sie an einem Tag in die Erde. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Aufforstung in diesem Jahr: Seit Jahrzehnten wurden nicht mehr so viele Bäume im Rostocker Forst gepflanzt wie 2016.

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150 Freiwillige bei Pflanzaktion in der Heide / 300000 neue Bäume in 2016

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Jörg Harmuth schätzt, dass um die 300000 Bäume in diesem Jahr in den Wäldern der Hansestadt neu angewachsen sind. „Den größten Teil der Arbeit hat die Natur selbst übernommen, rund 25000 Pflanzen haben wir gesetzt“, sagt der Leiter des städtischen Forstamtes. Und diese enorme Aufforstung sei auch nötig: Denn im Januar 2015 gab es einen Kahlschlag in der Rostocker Heide. Vor allem im Revier Torfbrücke. Orkan „Felix“ hatte in den Wäldern gewütet. „Der Sturm hat zusammen fast zwölf Hektar Wald regelrecht plattgemacht“, sagt Harmuth. Allein in einem Bereich an der Küste seien Kiefern auf einer Fläche von zehn Fußballfeldern umgeworfen worden. „Wir hatten nach ,Felix’ viele große Löcher im Wald rund um Torfbrücke“, bestätigt Revierförster Stefan Schlüter.

Auch auf dem Gelände, auf dem nun die Freiwilligen aktiv sind, hatte der Orkan gewütet. Nun pflanzen die fleißigen Rostocker Winterlinden, Bergahorn und Esskastanien, aber auch Kirschen, Äpfel und Birnen: „Der kleine Obstgarten ist für die Bienenvölker bestimmt, die hier leben“, sagt Forstamtschef Harmuth. Seit sechs Jahren gibt es die Aktion „Bürger für Bäume“, die vom Forstamt und vom Zoo gemeinsam initiiert wurde. Emma, Emily, Eddy und Erik sind mit Anne Simmert zum zweiten Mal dabei: „Meine Eltern haben im Forst gearbeitet. Ich liebe den Wald. Und die Kinder können an der frischen Luft spielen“, sagt die junge Frau. Doch nicht nur Familien helfen mit: Auch das THW und die Feuerwehr Rostocker Heide packen mit. „Die Heide ist unsere Heimat. Natürlich wollen wir sie erhalten“, sagt Alexander Berndt, der Jugendwart der Wehr. Er leitet seine jüngsten Kameraden an diesem Tag nicht im Umgang mit dem Löschschlauch, sondern mit dem Spaten an.

„Dass sich so viele Rostocker für den Wald engagieren, zeigt doch auch, wie wichtig er für die Menschen ist“, sagt Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke). Ja, Rostock könnte wirtschaftlich noch mehr aus dem Forst machen – noch mehr Touristen, noch mehr Holzverkauf. „Aber das wollen wir nicht, das will die Bürgerschaft nicht. Wir wollen die Heide sanft entwickeln“, sagt Nitzsche.

Eine Idee vom obersten Förster der Stadt: Harmuth verhandelt derzeit mit Bahn und Landesregierung ob die Regionalbahn am alten Köhlerhof halten kann. „Damit die Rostocker nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug und dem Rad die Heide erreichen und genießen können. Zur Erholung im Grünen.“

Rostocks Forstamt

5177 Hektar Wald gehören zur Rostocker Heide. Die Flächen sind bereits seit 1252 im Besitz der Hansestadt Rostock. Der Rat erwarb den Wald damals von Fürst Heinrich Borwin dem Dritten. Heute gehört Rostock zu den fünf größten kommunalen Waldbesitzern in Deutschland.

33 Prozent der Waldflächen sind mit Kiefern bewachsen. Die Baumart dominiert in der Heide. Zum Stadtforstamt gehören insgesamt fünf Reviere: Schnatermann, Hinrichshagen, Torfbrücke, Wiethagen und Meyershausstelle.

Andreas Meyer

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