Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 14 ° Sprühregen

Navigation:
Rostocks neuer Stadtteil sorgt im Umland für Unruhe

PAPENDORF/KRITZMOW Rostocks neuer Stadtteil sorgt im Umland für Unruhe

Gemeinden fordern Lösungen für steigendes Verkehrsaufkommen, wenn Groß Biestow kommt / OB Methling soll Blockade-Haltung gegen Wohnungsbau auf dem Land aufgeben

Voriger Artikel
Langes Warten für begehrte Gala-Tickets
Nächster Artikel
Drei Verletzte bei Unfall nach Vorfahrtfehler

Papendorf/Kritzmow. Mangelnde Bürgerbeteiligung, wegfallende Gartenparzellen und drohende Verkehrsprobleme: Der geplante Stadtteil Groß Biestow in Rostock bewegt die Hansestadt. Doch auch das Umland ist betroffen. In Papendorf und Kritzmow wächst die Sorge vor mehr Verkehr.

OZ-Bild

Gemeinden fordern Lösungen für steigendes Verkehrsaufkommen, wenn Groß Biestow kommt / OB Methling soll Blockade-Haltung gegen Wohnungsbau auf dem Land aufgeben

Zur Bildergalerie

Hintergrund: Im Süden Rostocks sollen in den nächsten Jahren 6000 Wohneinheiten in Eigenheimen und vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern für bis zu 13000 Menschen entstehen. Bei der „größten Einwohnerversammlung seit der Wende“, wie Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) sagte, stellte die Hansestadt am Montag ihre Pläne vor. 2000 Rostocker waren gekommen.

Bei der Diskussion um den Verkehr äußerte Stadtplaner Ralph Müller dann eine Idee, die bei den Rostockern wohl für Beruhigung sorgen sollte, die nun jedoch im Umland Unruhe aufkommen lässt. „Der Biestower Damm wird und kann keinen weiteren Verkehr aufnehmen“, versprach Müller. Es sei eine direkte Verbindung aus dem neuen Wohngebiet nach Groß Stove, raus aus der Stadt denkbar, so der Planer.

Eine Lösung, die bei Papendorfs Bürgermeister Klaus Zeplien auf Ablehnung stößt. „Damit können wir nicht leben. Die Straße zwischen Groß Stove und Biestow ist nicht für mehr Verkehr ausgelegt“, so Zeplien.

Auch in Kritzmow werden andere Lösungen gefordert. „Die Satower Straße ist nicht leistungsfähig genug, um ohne bauliche Veränderungen mehr Verkehr aufzunehmen. Die Hansestadt muss hier die richtigen Antworten finden“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde, Leif Kaiser.

Grundsätzlich stehen Papendorfer und Kritzmower den Rostocker Plänen offen gegenüber. „Die Hansestadt braucht mehr Wohnraum und dem sollten wir uns nicht in den Weg stellen. Unsere Einwohner profitieren ja auch von Rostock“, sagt Zeplien. Schon beim Bau des Porsche-Zentrums und der Straßenbahn-Wendeschleife „Südblick“ kooperierten Gemeinde und Hansestadt miteinander – beide Projekte wurden auf Papendorfer Territorium umgesetzt. „Bei den neuen Plänen ist aber nur eine kleine Fläche von uns betroffen“, so Zeplien.

Auch Leif Kaiser betont: „Es ist richtig, dass Rostock mehr Wohnraum zu Verfügung stellen will, um Fachkräfte zu halten.“ Doch Kaiser fügt auch hinzu: „Die Hansestadt darf dabei den Umlandgemeinden nicht die Luft abschnüren.“ Es gehe um rund 500 Wohneinheiten, die in den nächsten vier Jahren im Umland entstehen sollen – gegen die Rostocks Oberbürgermeister Methling jedoch sein Veto eingelegt habe. „Der neue Stadtteil wird nicht so schnell fertig sein, dass dort morgen oder übermorgen 13000 Einwohner unterkommen können. Deshalb ist es wichtig, auch im Umland neuen Wohnraum zuzulassen“, sagt Kaiser. Sonst ziehe es die Fachkräfte womöglich in andere Regionen, wie Hamburg.

André Wornowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Warnemünde
Dieser Bereich wird zur Grünanlage umgestaltet.

Regeln für die Strandversorgung gibt es auch im kommenden Jahr nicht / Bebauungsplan Strand soll festlegen, was wo erlaubt ist / Pavillon löst alte „Strandoase“ ab

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Kürzerer Weg, höhere Kosten

Trotz Härtefall- Entscheidung des Gerichts weigert sich der Landkreis, Buskosten für die sechsjährige Helena zu übernehmen.