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Rote Kelle für Motorradfahrer: Polizei sucht technische Mängel

Jürgeshof Rote Kelle für Motorradfahrer: Polizei sucht technische Mängel

Am Sonnabend stoppten Beamten in Rostock ganz gezielt Zweiräder / Bei 60 Untersuchungen gab es 21 Beanstandungen, drei Fahrzeuge wurden stillgelegt

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Polizist Torsten Kirchhoff kontrolliert in Jürgeshof Motorradfahrer Holger Wulff (l.) aus Rostock. An der Maschine war alles in Ordnung. Fotos (2): Thomas Niebuhr

Jürgeshof. Maximilian Bünz steht mit Kelle an der Bäderstraße in Jürgeshof, winkt Autos, die ihm auffielen, raus. Die rote Kelle bekommt aber vor allem jeder Motorradfahrer. Die waren am Sonnabend das eigentliche Ziel einer groß angelegten Kontrolle. Zahlreiche technische Mängel konnten die Beamten entdecken.

 

OZ-Bild

Maximilian Bünz zeigt einem Motorradfahrer die rote Kelle.

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Von den kontrollierten 60 Fahrzeugen, davon 30 motorisierte Zweiräder, mussten 21 beanstandet werden, berichtet Rainer Fricke vom Polizeirevier Dierkow. Manipulierte Abgasanlagen, fehlendes Reifenprofil oder nicht genehmigte technische Umbauten führten zu 13 Anzeigen. Unterstützung bekamen Frickes Beamte von den Experten der „Kontrollgruppe Krad“ aus Wismar. Veränderungen an der Beleuchtung, den Spiegeln, den Pedalen und vor allem an den Auspuffanlagen seien die häufigsten Vergehen, erklärt Frank Kahl. „Wenn der sogenannte db-Killer rausgenommen wird, sind die Motorräder viel zu laut“, erklärt er. Am Sonnabend gab es bei den Messungen aber nur ein Fahrzeug, das die erlaubte Schallimmission überschritt.

„Oft sind es Kleinigkeiten, aber wir können das nicht dulden. Es geht um die Sicherheit aller“, sagt Norbert Katins, der selbst als Motorradpolizist in Rostock unterwegs ist. So wie bei einem Motorrad, bei dem der Rückstrahler fehlte. Dass er wegen so einer Lappalie zahlen muss, ärgert den Fahrer, der seinen Namen nicht nennen wollte. Kontrolliert werde grundsätzlich aber viel zu wenig, stellt er fest.

15 Euro zahlte ein Motorradfahrer aus Gelbensande, weil sein Helm nicht den Vorschriften entsprach. Nach Hause fahren durfte er noch, allerdings nicht ohne deutliche Worte der Polizisten. Bei einem Pärchen aus Steinfurt und Osnabrück beließen es die Beamten dabei, die Papiere zu kontrollieren. Das Paar landete auf dem Weg zur Schweden-Fähre versehentlich in Jürgeshof und hatte es eilig. Von den Beamten gab es schnell noch die Wegbeschreibung zum Hafen, dann durften die beiden weiter.

Alles in Ordnung bei Holger Wulff aus Rostock, der die Kontrolle geduldig über sich ergehen ließ. „Man ärgert sich im ersten Augenblick, wenn man rausgewunken wird, aber das hat schon seine Richtigkeit“, sagt er gut gelaunt. Gefühlt werde er mit dem Motorrad häufiger kontrolliert als mit dem Auto. Krad-Experte Frank Kahl von der Polizei aus Wismar kann das nicht bestätigen. „Die Gefahr einer Kontrolle ist relativ gering“, stellt er fest. Die Polizei hätte gar nicht die Ressourcen, um solche Aktionen häufiger durchzuführen, ergänzt Rainer Fricke.

In Jürgeshof dabei war auch Siegfried Ganske, Leiter der Rostocker Kfz-Zulassungsstelle. In den vergangenen drei Jahren sei in der Hansestadt die Zahl der zugelassenen Motorräder um 2000 auf aktuell mehr als 5000 gestiegen. „Alle technischen Veränderungen müssen von uns abgenommen und genehmigt werden.“ Er war dabei, um – wenn nötig – die Fahrzeuge sofort aus dem Verkehr zu ziehen. In drei Fällen wurde Ganske tätig. Die Fahrer durften sich um einen Abschleppdienst kümmern und ihren Heimweg organisieren.

Motorradunfälle 2015

124 Unfälle mit Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern registrierte die Rostocker Polizei 2015. Das sind zwei Prozent an der Gesamtunfallmenge von 6170. In 69 Fällen waren die Kradfahrer die Verursacher, fünf Mal waren sie allein beteiligt.

65verletzte Motorradfahrer gab es bei insgesamt 800 Verletzten. Seit 2011 lag die Zahl jährlich zwischen 54 und 67.

Thomas Niebuhr

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