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Russe kaufte Hotel Neptun – bei der DSR rumort es

Warnemünde Russe kaufte Hotel Neptun – bei der DSR rumort es

Übernahme im Verborgenen / Deutsche Seereederei versilbert Immobilien

Warnemünde. Eigentümerwechsel im Warnemünder Hotel Neptun: Von der Öffentlichkeít weitgehend unbemerkt, hat ein neuer Besitzer das Warnemünder Neptun-Hotel übernommen. Die First-Class-Immobilie an der Promenade des Ostseebades gehört nicht mehr der Deutschen Seereederei, sondern einem russischen Investor – und das schon seit zwei Jahren. Die DSR fungiert jetzt als Betreibergesellschaft, bestätigte eine Unternehmenssprecherin.

Bereits im Sommer 2015 hatte der russische Geschäftsmann Wladimir Melnichenko das Warnemünder Kult-Hotel erworben, ebenso wie das edle Louis C. Jacob-Hotel an der Hamburger Elbchaussee. Der Kauf wurde über eine auf Malta registrierte Finanzierungsgesellschaft abgewickelt, die dem Russen gehört. Bei Melnichenko soll es sich jedoch nicht um den gleichnamigen Oligarchen handeln, der mit einem sibirischen Kohleunternehmen zum Milliardär wurde. DSR-Sprecherin Michaela Störr spricht von „zufälliger Namensgleichheit“. Der neue Inhaber des Neptun-Hotels sei früher Ingenieur gewesen, heißt es.

Für Mitarbeiter und Gäste des 1971 eröffneten Hotels habe sich durch den Eigentümerwechsel nichts geändert, sagt DSR-Sprecherin Störr. Hoteldirektor Guido Zöllick (47), seit 2007 Geschäftsführer des Neptun Hotels und ehrenamtlich auch Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), wollte sich dazu nicht äußern. Ein Teil der Belegschaft habe von dem Inhaberwechsel gewusst, wenn auch „vielleicht nicht jeder einzelne Mitarbeiter“, heißt es aus dem Unternehmen. Das Neptun-Hotel beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter und rund 50 Azubis.

Den Vorwurf der „Geheimniskrämerei“ wies DSR-Gesellschafter Horst Rahe (78) allerdings zurück. „Finanzgeschäfte sind immer ein sensibles Thema“, ließ er über seine Sprecherin mitteilen. In diesem konkreten Fall habe sich die DSR nach den Wünschen des russischen Investors gerichtet, dem an „Diskretion und Zurückhaltung“ gelegen war. Bei Vertragsabschluss wäre Stillschweigen vereinbart worden.

Mit der „Umfinanzierung“, wie Rahe den Vorgang nennt, sei erreicht worden, dass das Haus „langfristig eine Zukunft hat“. Das 19 Etagen zählende Ferien- und Wellnesshotel, dessen 338 Zimmer, Appartements und Suiten alle mit Meerblick glänzen, genießt international einen guten Ruf. Gäste aus 122 Ländern haben dort bereits genächtigt.

Der Hamburger Kaufmann Horst Rahe hatte die Deutsche Seereederei 1993 mit einem Geschäftspartner von der Treuhandanstalt erworben, baute die Schifffahrtsfirma aber zu einem Hotel- und Immobilienunternehmen um, zu dem auch die A-Rosa-Resorts sowie A-ja-Hotels gehören. Vor drei Jahren hatte der Unternehmer angekündigt, sich weitgehend aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen, jüngere Manager übernahmen mehr Verantwortung. Derzeit knirscht es jedoch hinter den Kulissen. Mehrere Geschäftsführer verließen die Holding – allerdings nicht alle freiwillig. Seiten 6 und 7

Elke Ehlers

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