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Schiffe ein Leben lang: Vom Maschinisten zum Modellbauer

Rostock-Lütten Klein Schiffe ein Leben lang: Vom Maschinisten zum Modellbauer

„Wenn man einmal bei der Marine gedient hat, dann hat man ein Leben lang mit Schiffen zu tun“, sagt Gerhard Geppert überzeugt.

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Gerhard Geppert (80) zeigt ein Modell der "La Couronne" im Maßstab 1:100.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Rostock-Lütten Klein. „Wenn man einmal bei der Marine gedient hat, dann hat man ein Leben lang mit Schiffen zu tun“, sagt Gerhard Geppert überzeugt. Früher stand er im Maschinenraum eines Minensuchers oder an der Werkbank bei der Neptun Werft. Doch mit den großen Originalen hat er schon lange nichts mehr zu tun. Denn der gelernte Schlosser baut nun detailgetreue, prachtvolle Schiffsmodelle. „Es ist mein Hobby und meine Leidenschaft“, sagt der Rentner.

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„Wenn man einmal bei der Marine gedient hat, dann hat man ein Leben lang mit Schiffen zu tun“, sagt Gerhard Geppert überzeugt.

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Inspiriert hat mich damals ,Der große Adler von Lübeck‘. Ich hatte das Schiff in einem Schau- fenster in Warnemünde entdeckt.“Gerhard Geppert, Schiffsmodellbauer

Seit er 25 Jahre alt ist, baut er Modelle. „Ich fertige alles selbst aus Holz und Blech an“, sagt der Rostocker. Inspiriert habe ihn damals „Der große Adler von Lübeck“. Geppert erinnert sich: „Ich hatte das Schiff in einem Schaufenster in Warnemünde entdeckt.“ Er war beeindruckt von dieser Miniatur der Holz-Galeone aus dem 16. Jahrhundert, die seinerzeit als eines der größten Schiffe überhaupt galt. Nach seiner Entdeckung ist Geppert eine Zeit lang täglich zu dem Fenster gegangen und hat das Modell bewundert. „Das hat mich schließlich infiziert.“

Nun ist er 80 Jahre alt und hat in seinem Leben 64 solcher Schmuckstücke geschaffen. Meist in einem Größenverhältnis von 1:100. Seine Inspiration hat der Hobby-Bastler jedoch nie nachgestellt. „Was einmal gebaut wurde, will ich nicht wiederholen“, sagt er bestimmt. Nur zweimal kam es vor, dass er Modelle doppelt angefertigt hat. „Beides sind Geschenke, da mache ich mal eine Ausnahme.“

Wenn er von seinen Schiffen erzählt, gerät er leicht ins Schwärmen. Von jedem seiner Nachbauten kennt der Rostocker die Geschichte. Jahrelang recherchierte er, las Bücher zu diesem Thema und besorgte sich zahlreiche Blaupausen sowie Baupläne der Schiffe. „Wenn ich alle umsetzen würde, müsste ich mindestens 150 Jahre alt werden“, sagt er amüsiert. Sein Lieblingsschiff ist die „La Couronne“. Das Original wurde 1636 erbaut und ist, wie Geppert sagt, „damit genau 300 Jahre älter als ich“. Seine Miniatur hat er erst vor einem Jahr fertiggestellt. Etwa 1200 Arbeitsstunden stecken in dem filigranen Bau.

Neben alten Holz-Fregatten baut er auch originalgetreue Modelle von Fähren, wie der „Friedrich Franz IV.“, sie wurde 1903 in Dienst gestellt und fuhr zwischen Warnemünde und Gedser. Solche Schiffe stellt er vor allem aus Blech her. „Durchschnittlich arbeite ich etwa 800 Stunden daran“, schätzt der Rentner.

Bereits mit 17 Jahren kam der gebürtige Sachsen-Anhaltiner nach Rostock. „Ich wollte entweder Seemann oder Pilot werden“, sagt Geppert. Doch es zog ihn schließlich an die Küste. Auch das Interesse an Modellen für Flugzeuge flammte kurz auf und ließ schnell wieder nach. „Ich habe zweimal ein Miniatur-Flugzeug gebaut und es ist beide Male abgestürzt“, sagt er lachend. So entschied er sich für die Standmodelle der Seeriesen. Das erschien ihm sicherer. „Was ich hier baue, soll schließlich ewig halten.“ Die Qualität der Arbeit spiegelt sich in dem finanziellen Wert der Schiffs-Modelle wider. Bis zu 12000 Euro, schätzt er, würde ihm der Verkauf einer Miniatur wie der „La Couronne“ einbringen. „Aber die verkaufe ich nicht“, sagt er. Behalten möchte er auch das Geschenk an seine Frau — ein Nachbau des italienischen Segelschulschiffs „Amerigo Vespucci“. Dieser ist prominent im Wohnzimmer der beiden aufgestellt.

Insgesamt neun Modelle hat Geppert noch bei sich zu Hause, von denen er die übrigen sieben verkaufen möchte. Bevor es dazu kommt, plane der Hobby-Bastler damit eine Ausstellung. „Ich möchte sie gerne gemeinsam zeigen. Ich bin dabei, Gespräche zu führen“, verrät er. Einige seiner Werke könne man schon jetzt bewundern, sie sollen als Ausstellungsstück unter anderem in der Societät Maritim stehen.

Von Johanna Hegermann

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