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Schock für FSV: Rasenkosten explodieren

Dierkow Schock für FSV: Rasenkosten explodieren

Nach der Sportplatz-Verwüstung durch Wildschweine und Maulwürfe muss der Verein mehr zahlen als gedacht

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Der Fußballplatz des FSV Nordost in Rostock-Dierkow ist von Wildschweinen und Maulwürfen heimgesucht worden. Steve Kölzow ist stellvertretender Vereinsvorsitzender.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl, Thomas Hoppe, Frank Söllner

Dierkow. Schock für die Fußballer des FSV Nordost: Die dringend notwendige Erneuerung ihres Rasenplatzes in Dierkow wird deutlich teurer als gedacht. Wie Martin

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Nach der Sportplatz-Verwüstung durch Wildschweine und Maulwürfe muss der Verein mehr zahlen als gedacht

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Staemmler von der Hanseatischen Umwelt Cam GmbH aus Sandhagen mitteilt, belaufen sich die Kosten auf einen fünfstelligen Betrag. Bisher waren 6500 Euro im Gespräch, nun werden es wohl nach Schätzungen rund 20 000 Euro sein. Ein genaues Angebot soll dem Verein heute zugehen. „Ei, ei, ei, jetzt wird es richtig schwierig für uns“, sagt Steve Kölzow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Freizeitsportvereins.

Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) sagte den Fußballern bereits eine Hilfe von 5000 Euro zu. Das Geld könne sowohl für die Rasenerneuerung als auch für Mehrausgaben durch die notwendig gewordenen Auswärtsspiele genutzt werden. Maulwürfe, Wühlmäuse und Wildschweine haben das Feld an der Bruno-Taut- Straße derart verwüstet, dass Punktspiele hier nicht mehr stattfinden dürfen. Der Kreisfußballverband Warnow sperrte den Platz. Nun sucht der FSV nach einer Ausweichmöglichkeit. Einen neuen Kunstrasenplatz für den Nordosten soll es frühestens 2018 geben.

Ein Angebot der Hanseatischen Umwelt Cam GmbH schien die Rettung zu sein. Innerhalb von zwei Tagen sollte der Platz geebnet werden. Kosten: 6500 Euro. Zu diesem Zeitpunkt sei die Firma jedoch davon ausgegangen, dass nur Wildschweine den Platz verwüstet haben. „Diese Löcher sind bereits weitestgehend durch die Sportler selbst notdürftig repariert worden“, sagt Staemmler. Den viel größeren Schaden hätten Wühlmäuse und Maulwürfe angerichtet, wie sich bei einer Begehung gezeigt habe. „Das erfordert einen ganz anderen Arbeitsumfang“, sagt der Rasen-Experte. Ein Maulwurfzaun von rund 400 Metern müsse um den Platz errichtet und die Rasenfläche eingeebnet sowie neu angesät werden.

Auf die gleiche Weise habe die Firma bereits den Platz des Kröpeliner SV erneuert. Für den FSV Nordost werde derzeit ein exaktes Angebot kalkuliert. Staemmler wolle nur Kosten für Material, Technik, notwendiges eigenes Personal und Anfahrt in Rechnung stellen. Bis zu zehn Sportler des FSV müssten bei den Arbeiten mithelfen. Bei einem marktüblichen Angebot würde der Preis 30 bis 50 Prozent höher liegen, sagt der Rasen-Profi, der bald auch in der Bundesliga aktiv werden will: Der Gelsenkirchener Fußballclub Schalke 04 interessiere sich für einen Rasenaktivator seiner Firma, um seine acht Fußballplätze im Ruhrpott in Schuss zu halten. Der Verein habe eine Anfrage gestellt, ein Auftrag sei aber noch nicht erteilt worden, so Staemmler.

Senator Bockhahn signalisiert im Fall FSV Gesprächsbereitschaft. „Wir müssen gucken, was wir tun können.“ Der Verein sollte über Sponsoren und Spendenaktionen nachdenken. Rostocks CDU-Chef Daniel Peters tendiert zu einer Kompromisslösung. „Wir müssen verschiedene günstige Varianten prüfen und schauen, was braucht der Verein, was kann die Stadt leisten.“ Zur Not müsste geholfen werden, die Zeit bis 2018 zu überbrücken. Dann komme schließlich der neue Kunstrasenplatz.

Der neue Platz allein werde jedoch nicht reichen, sagt der stellvertretende Club-Chef Steve Kölzow. „Mindestens drei Mannschaften müssten beim Spielbetrieb am Wochenende weiter auf die alte Rasenfläche ausweichen.“ Laut Peters müsste hier geschaut werden, ob der FSV auf den Plätzen anderer Vereine integriert werden könnte.

Der Vorsitzende des Ortsbeirats Dierkow, Martin Lau (CDU), bezeichnet das Vorgehen der Hanseatischen Umwelt Cam GmbH als unseriös. Er empfiehlt dem Verein, andere Angebote einzuholen. Danach könne der FSV erneut auf die Stadt zugehen. „Dass der Verein die Differenz von 15000 Euro nicht allein aufbringen kann, steht außer Frage“, sagt Lau.

20000 Euro: Kosten sind wohl dreimal so hoch

560 Mitglieder zählt der Freizeitsportverein (FSV) Nordost Rostock. Der Club mit Sitz im Hölderlinweg 10 wurde erst im Jahr 2008 gegründet.

14 Fußballteams gehören zum FSV. Vier Mannschaften spielen im Herrenbereich, zehn in der Nachwuchsabteilung. Von der Sperrung des Platzes an der Bruno-Taut-Straße sollen mehrere Teams betroffen sein.

6500 Euro sollte die Erneuerung des Rasens zunächst kosten. Nun sind rund 20000 Euro im Gespräch. Der Platz an der Bruno-Taut-Straße ist laut Stadtverwaltung keine eingetragene Sportstätte, sondern eine einfache Wiese.

André Wornowski

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