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Schönheit Gottes

Schönheit Gottes

Es ist Halbzeit. Damit meine ich nicht ein Fußballspiel in diesen Tagen. Es ist Halbzeit im laufenden Jahr 2016. Gelegenheit, einen Moment innezuhalten.

Es ist Halbzeit. Damit meine ich nicht ein Fußballspiel in diesen Tagen. Es ist Halbzeit im laufenden Jahr 2016. Gelegenheit, einen Moment innezuhalten.

DENKANSTOSS

Klaus-Dieter Kaiser ,

Direktor evangelische

Akademie in Rostock

Blicke ich zurück, ob nun wenige Tage oder gar Wochen und Monate, so fällt mein Blick eher ernüchternd oder gar bedrückend aus: Gewalt und Konflikte prägen das Bild. Die Meldungen in dieser oder anderen Zeitungen, Nachrichten im Fernsehen zeigen eher die Schattenseiten unserer Welt. Krieg und Attentate, Hass gegen Fremde und Hooligans vor und in den Stadien, die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Wir blicken zurück und sehen das hässliche Gesicht des Menschen.

Aber dann, am heutigen 1. Juli 2016, das biblische Leitwort in den evangelischen Kirchen für diesen nun beginnenden Monat: Es spricht von der Schönheit Gottes, seiner Güte, seiner Gnade und seinem Erbarmen der Welt und uns Menschen gegenüber. Gott ist schön. Und als Ebenbild Gottes ist der Mensch ein mit Schönheit Begnadeter. Welch ein Versprechen, was für eine Zukunft eröffnet uns dieses Bild Gottes, von dem die biblischen Texte erzählen: ein Gegenentwurf zu unserer Realität, Ermutigung für uns.

Mose, mit den Seinen unterwegs, ohne Heimat, aber im Gespräch mit Gott. So wird es uns seit Jahrtausenden erzählt. Mose will Gott sehen, will Gewissheit, wem er da vertraut. Und Gott antwortet: „Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen “ Dabei geht es nicht um ein Schönheitsideal, das im jeweiligen Zeitgeist gefangenen ist. Schönheit meint hier in seinem ursprünglichen Sprachgebrauch Güte, meint Vollkommenheit. Vor allem aber drückt dieses Wort das aus, was dem Wesen Gottes entspricht. Schön ist hier kein ästhetisches Urteil. Schön ist das, was das Grundlegende zeigt. In der Schönheit Gottes offenbart sich seine dem Menschen zugewandte Barmherzigkeit. Allein darum geht es. Gott wird, bevor es um die Rechtsordnungen des menschlichen Zusammenlebens, um die zehn Gebote geht, in dieser biblischen Geschichte in seinem Wesen beschrieben: Güte und Erbarmen, Frieden statt Gewalt. Das ist Schönheit.

OZ

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