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Schorler – ein Rostock-Roman

800 JAHRE ROSTOCK - DER OZ-FORTSETZUNGSROMAN Schorler – ein Rostock-Roman

Start des großen, historischen OZ-Fortsetzungsromans / Heute Teil 2 „Unheil zieht herauf“

800 Jahre Rostock - zu diesem besonderen Anlass erscheint im Verlag Redieck & Schade ein ganz besonderes Buch: „Schorler. Ein Rostock-Roman“ von Hanns Rainer Perten und Gerda Strehlow.

 

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Ein Werk über den berühmten Sohn der Stadt, aus der Zeit des Mittelalters. Voller fantastischer Entwicklungen, Geschichten und Traditionen. Die OSTSEE–ZEITUNG druckt exklusive Auszüge als Fortsetzungsroman.

G ründonnerstag 1565. Herrliches sonniges Wetter. Reges vorösterliches Treiben im Hause Schröder. Es roch nach Vanille und Anis. Die Geschwister Vicke und Hans und die Nachbarskinder, die siebenjährigen Zwillinge Abraham und Zacharias Lemeyer, tollten im Garten hinter den Ställen herum. Auf einer Bank saß Tilsche, die Kinderfrau, und genoss mit geschlossenen Augen die Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht. Mit gespitzten Ohren verfolgte sie das Toben der Jungen. Vickes Worte rissen sie aus ihren Gedanken. „Eh unsere Heere aufeinander einschlagen, fordere ich, der Ritter Blauzahn, euch zum Zweikampfe heraus.

Mag das Schicksal diesen Kampf entscheiden“, rief der Fünfjährige inbrünstig und wiederholte damit Sätze aus einer der abendlichen Erzählungen Tilsches. „Ich nehme euch beim Wort“, antwortete Hans, zwei Köpfe größer und drei Jahre älter als sein Bruder, entschlossen. „Nun denn, es sei!“, rief Vicke aus und stampfte auf Hans los. Mit Schwertern, von Luten aus Brettern geschnitzt, schlugen die tapferen Ritter heftig auf die schützenden Holzschilde ein. B egeistert sahen Abraham und Zacharias der Begegnung beider Heerführer zu und konnten es kaum erwarten, dass Vicke und Hans ihnen Schwert und Schild überließen. Trotz der Hingabe an den Zweikampf nahmen die Brüder aufeinander Rücksicht. Keiner wollte den anderen ernsthaft verletzten.

Nachdem sie die Klingen mehrmals gekreuzt hatten, stürzte Vicke zu Boden und wand sich im Todeskampf. Obwohl er allzu gern Sieger blieb, bereitete es ihm Freude, das Sterben eines tapferen Helden zu spielen.

I n diesem Augenblick kam Luten aus einem der Ställe gerannt, in denen Schröder fünf Pferde, zwei Kühe, zwei Ziegen, etliche Schweine sowie eine Anzahl Hühner hielt. Aufgeregt jagte er hinter drei Ratten her. Eine verharrte, weil sie nicht wusste, wohin sie ausweichen sollte.

Der Knüppel, den der Knecht schleuderte, traf das Tier wie ein Geschoss. Die Ratte quiekte, blieb mit aufgerissenem Bauch, aus dem die Därme herausquollen, reglos in ihrem Blut liegen. Tilsche schreckte hoch, sprang auf die Bank und kreischte schrill. Das Lärmen im Garten ließ Schröder das Prüfen von Rechnungen unterbrechen. Er trat an ein halb geöffnetes Fenster und rief zum Knecht hinaus: „Wer erhebt da solch ein Geschrei?“ Luten ging zum Haus hinüber und antwortete: „Herr, ich erschlug eine Ratte. Bereits die fünfte dieser Tage.“ „Ratten?

Dieses abscheuliche Getier?...“ „Unter unserem Dach nehmen sie Überhand.“ „Ernstlich? Nicht dass sie sich an unseren Waren vergehen!“ „Nein Herr, ich werde Sorge dafür tragen.

Mich dünkt, die Rattenplage ist kein gutes Omen.“ „Mess er dem nicht zu viel bei. Halte er die Kinder von der Ratte fern und vergrab er den Kadaver.“ Schröder schloss das Fenster und nahm seine Tätigkeit wieder auf. Tilsche beschlich ein bedrückendes Gefühl und sie äußerte zu Luten: „Auch die Bediensteten der Nachbarn klagen über die Zunahme der Ratten.“

Luten dachte darüber nach, warum die Tiere sich plötzlich rasch vermehrten. Gott, der Herr, sendet den Menschen Zeichen. Es gilt, sie zu deuten. Kaufmann Schröder sollte sie nicht leichtfertig abtun.

OZ

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