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„Schrecklich“: Rostocker kritisieren Entwürfe für Petritor

Östliche Altstadt „Schrecklich“: Rostocker kritisieren Entwürfe für Petritor

Für die Entwürfe des neuen Stadttores hagelt es in Internet-Foren mächtig Kritik

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Diese historische Bild zeigt die Sprengung des Petritores in Rostock am 27. Mai 1960.

Quelle: Foto: Archiv Gustav Scharnweber

Östliche Altstadt. Rostock will das historische Petritor neu aufbauen – und ja: Das kommt bei den Menschen in der Stadt gut an. Doch wie der Neubau des Stadttores in der Östlichen Altstadt aussehen soll, passt vielen Rostockern hingegen überhaupt nicht: In den sozialen Netzwerken im Internet, aber auch in Leserbriefen und Foren werden die preisgekrönten Entwürfe für den Lückenschluss in der Stadtsilhouette sprichwörtlich zerrissen. Die Entwürfe seien „hässlich“, würden nicht zur Stadt passen.

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Für die Entwürfe des neuen Stadttores hagelt es in Internet-Foren mächtig Kritik

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Seit Jahren steht der Neubau des Petritores, dass im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1960 auf Geheiß der SED-Oberen abgerissen wurde, ganz oben auf der Agenda der Hansestadt. 2018 sollen nun die Bagger rollen, knapp drei Millionen Euro will Rostock für das Vorhaben ausgeben. Aus ganz Europa beteiligten sich insgesamt 63 Architekten an einem Ideen-Wettbewerb für das Tor. Eine Jury wählte aus allen Einsendungen drei Sieger aus. Doch keiner davon scheint den Rostockern zu gefallen.

„Ich will nicht jede Neuerung in unserer Stadt schlecht zu reden. Dieser Vorschlag gehört allerdings tatsächlich in den Papierkorb“, schreibt beispielsweise Axel Hübner bei Facebook über den Siegerentwurf. Christian Paulus bemängelt, dass die Jury drei sehr ähnliche Entwürfe ausgewählt hat: „Das Original war hässlich. Ein Klotz mit Loch drin. Die drei Entwürfe schaffen es, das schlichte Original noch weiter auf das Wesentliche zu reduzieren: ein Klotz mit Loch drin. Das kann ein Dreijähriger am Strand nachbauen.“ Von der Jury hätte er erwartet, den Rostocker drei unterschiedliche Ideen, drei echte Alternativen zu präsentieren. „Wie ungastlich“, schreibt Ulrike Palm . „Zerstört die wunderschöne Stadt nicht mit so einem hässlichen Teil. Baut das Petritor nach, wie es einmal war“, fordert Sandy Fischer . Das sieht Anna Müller ganz ähnlich: „Warum kann man sich nicht an das ehemalige Original halten? Oder bekommen die heutigen Architekten und Baufirmen so was nicht mehr hin?“ Sebastian Wischmann formuliert seine Meinung noch drastischer:

„Schrecklich“ würden die Entwürfe aussehen. „Was für ein trauriger Anblick. Rostock entwickelt sich leider vielerlei in die falsche Richtung. Ich hoffe, das wird noch gestoppt.“ Volker Zielke ist da etwas sachlicher: „Ich halte nicht viel davon, neue Gebäude auf alt zu trimmen. Meines Erachtens wird das wirklich Alte dadurch entwertet.“

Einzig Stephan Ziegert zeigt ein wenig Verständnis für die Arbeit der Architekten: „Ich bin ja kein Fachmann, aber vielleicht wird das Original nicht nachgebaut, weil da zwar ein Ochsenkarren, aber kein Krankenwagen, Müllwagen oder Paket-Transporter durchpasst?“ Tom Schnabel fordert in einem Leserbrief an die OZ, dass die Stadt die Bürger über alle 63 eingereichten Entwürfen abstimmen lassen soll. Das Rathaus soll die Vorschläge ins Internet stellen. Nur das sei eine echte Bürgerbeteiligung.

Doch das gehe aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht, sagt Sigrid Hecht , die Chefin des für den Wiederaufbau zuständigen städtischen Immobilien-Betriebes KOE. „Wir haben einen formalen Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Für den gelten genaue Regeln. Fachleute und Behörden haben vorab jeden Vorschlag geprüft, ob er überhaupt umsetzbar ist.“ Erst danach habe die Jury die Vorschläge bewertet und die drei Sieger in mehreren Wahlgängen gekürt. Viele Vorschläge seien gar nicht umsetzbar gewesen – weil sie entweder zu teuer geworden wären oder weil sie die Vorgaben nicht erfüllten. Die Kritik an den Entwürfen empfindet Sigrid Hecht nicht als negativ: „Allein das so viele Menschen ihre Meinung kundtun, ist doch gut. Vor allem bei Architektur sind die Geschmäcker sehr unterschiedlich.“

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ab über die Siegerentwürfe auf www.ostsee-zeitung.de

Andreas Meyer

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