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Schüler widmen sich der Opfer zweier Diktaturen

RÖVERSHAGEN Schüler widmen sich der Opfer zweier Diktaturen

Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräberfürsorge an der Europaschule hat eine neue Ausstellung entwickelt

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Die neue Ausstellung zur Verfolgung der Zeugen Jehovas in Mecklenburg-Vorpommern wird jetzt im Foyer der Europaschule zu sehen sein.

Quelle: Michael Schißler

Rövershagen. Eine neue Ausstellung haben die Schüler der Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräberfürsorgen an der Europaschule in Rövers- hagen fertiggestellt.

OZ-Bild

Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräberfürsorge an der Europaschule hat eine neue Ausstellung entwickelt

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Diesmal haben sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Thema „Zeugen Jehovas in beiden Diktaturen in Mecklenburg-Vorpommern“ beschäftigt. „Auf dieses Thema sind die Schüler gekommen, als wir uns mit dem Schicksal jüdischer Mitbürger in MV beschäftigt haben“, sagte Petra Klawitter, die Lehrerin leitet die Arbeitsgemeinschaft an der Rövershäger Schule. Als sich die Schüler mit der Frage beschäftigten, wer im Dritten Reich verfolgt wurde, fiel ihnen auf, dass auch die Zeugen Jehovas betroffen waren.

Die auch heute noch umstrittene Religionsgemeinschaft lehnte die nationalsozialistische Ordnung ab, verweigerte den Hitlergruß und auch die Wehrpflicht, erläuterte die Lehrerin. Vor der Zeit des Dritten Reiches hatten sich die Zeugen Jehovas noch Ernste Bibelforscher genannt, später nahmen sie ihre heutige Bezeichnung an. „Die Nazis jedoch blieben in ihrem Sprachgebrauch bei Bibelforscher“, sagte Petra Klawitter.

Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräberfürsorge hat sich zweieinhalb Jahre mit dem Thema befasst, bevor nun die Arbeiten zur Ausstellung abgeschlossen werden konnten. „Wir haben dabei Unterstützung von Falk Bersch bekommen“, erläuterte die Lehrerin. „Er ist mit dem Thema befasst, und wir sind schließlich absolute Laien“. Von ihm bekamen sie beispielsweise Namen und Adressen, die die Schüler dann für ihre Forschungen nutzen konnten. „Hilfe gab es auch vom Archiv der Zeugen Jehovas in Selters in Hessen. „Von dort wurden wir bei der Arbeit auch gut unterstützt.“ Aufgearbeitet wurden von Schülern Schicksale von Zeugen Jehovas aus Mecklenburg-Vorpommern. „Betroffen hat sie dabei gemacht, dass sie feststellen mussten, dass einige der Zeugen Jehovas in der DDR in den gleichen Zuchthäusern gesessen hatten wie zuvor unter den Nationalsozialisten.

Bei den Arbeiten sind jetzt nicht nur Schautafeln entstanden, die Schüler haben ihre Ergebnisse auch in einem Buch niedergeschrieben. Dieses Buch können Geschichtsinteressierte in der Schule gegen eine Spende für die weiteren Projekte der Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräberfürsorge bekommen.

Zu sehen sein wird die Ausstellung nun zunächst in der Europaschule in Rövershagen. Sie wird am12. Oktober um 13.30 Uhr eröffnet werden. „Dazu haben wir einen Zeitzeugen eingeladen“, sagte Petra Klawitter, „Peter Martin wird über seine Erfahrung als Zeuge Jehovas berichten.“ Die Ausstellung ist täglich in der Zeit von 7 bis 15 Uhr im Foyer in der Europaschule für alle zugänglich. Später wird sie dann an anderen Schulen verliehen werden. „Bei diesen Projekten sind wir auch immer auf finanzielle Unterstützung angewiesen“, sagte Petra Klawitter. Das neue Projekt wurde von der Landeszentrale für politische Bilder und der Arnold Liebster Stiftung gefördert. „Aber wir können noch mehr Hilfe brauchen“, so die Lehrerin.

Kontakt: ☎ 038202/3 6116

Themenspektrum

Die neue Schau fügt sich in eine ganze Reihe ein. Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräberfürsorge hat unter anderem Ausstellungen zu den Themen „Was bleibt . . . ? Schicksale jüdischer Mitbürger in Mecklenburg-Vorpommern“, „Der Eichmann-Prozess und stille Helden“, „Sinti und Roma in beiden Weltkriegen“ und „Was war die DDR?“ erarbeitet. Sie werden nun verliehen.

Michael Schißler

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